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29.  Leisxizens  Brief  an  D.  E.  JasLoxskı  (26.  März  1700).  B)

das  vulgus  sive  eruditorum  sive  aliorum  hominum  nicht  gegen  sich  sprechen  maclıe.
Daher  ichs  auch  mit  dem  Kalenderwerck  selbst  hierzu  nicht  werathen  haben
würde,  wenn  die  Sache  nicht  ohnedem  zu  andrer  Nutzen  geschehen  sollen.  So
glaube  auch  weit  bessere  Dinge  vorschlagen  zu  können.

14.  Sonsten,  was  das  Quantum  des  Profits  bey  jedem  Stück  der  Kalender
betrifft,  wäre  vielleicht  gut,  solches  in  suspenso  zu  lassen,  damit  man  sich  nach
dem  Debit  richten  könne,  weil  man  noch  zur  Zeit  keiner  gewissen  Consumtion
versichert.

ı5.  Ich  sollte  auch  dafür  halten,  dafs  mehr  Arten  Kalender  nöthix,  als
Kalender  mit  Kupffern  in  forma  ypatente,  Schreibe-  und  andere  Kalender  in  4
8°  und  12m°o,  und  stünde  dahin,  ob  nicht  auch  vielleicht  in  einem  Format  selbst
zu  variren.  Denn  wenn  allerhand  Dienliches  und  Angenehmes  dabey  kommen
sollte,  so  dürfften  die  Leute  zur  Veränderung  und  Curiosität  oft  mehr  als  eine
Art  vom  Kalender  nehmen,  also  dals  die  Varietät  die  Consumtion  befördern  würde.
Ist  auch  zu  bedencken,  dals  jedes  Land  ilıren  Kalendern  gewisse  Usualia,  als
wezen  der  Posten  —  —,  einzuverleiben  pileget;  quaeritur,  wie  sie  beyzubehalten,
wäre  gut,  eine  Anzalıl  von  Kalendern  bey  der  Hand  zu  haben  und  sich  darnach
zu  richten.

16.  So  lange  kein  anderer  Fundus  als  die  Kalender,  wird  wohl  von  der
Soeietät  auf  Bücher,  Instrumenta,  Experimenta,  Druck,  Eleves  wenig  gewendet
werden  können;  Bücher,  hielte  dafür,  wären  sumtibus  electoralibus  anzuschaffen,
als  welche  auch  bey  der  Churfürstl.  Bibliothee,  obschon  in  einem  andern  Gemach,
in  der  That  blieben.  Mit  Instrumentis  sollte  fast  gleiche  Meynung  haben,  solange
nelimlich  keine  bessere  Anstalt,  denn  die  bleiben  ja  auch.

17.  Mein  hochgeehrter  Herr  scheinet  den  Herrn  Kirch  vor  den  einzigen
rechten  Astronomum  in  Teutschland  zu  halten.  Es  wird  doch  gleichwohl  auch  Herr
Eymart  zu  Nürnberg  sehr  gelobt,  so  auch  ein  guter  Observator  seyn  soll.  Herr
M.  Junius,  der  dem  Buchhändler  Fritschen  seine  Kalender  macht  und,  wie  ich
aus  meines  hochgeehrten  Herrns  Project  vernehme,  Herr  Kirchens  discipulus  ist,
macht  Hoffnung,  dals  dermalleins  etwas  Rechtschaffenes  aus  ihm  werden  dürffte,
wenigst.  was  ich  von  ihm  gesehen,  milsfället  mir  nicht.

18.  Weil  mein  hochgeehrter  Herr  wohl  erinnert,  dafs  auf  das  Edietum
calendarium  förderlichst  zu  gedencken,  so  gebe  anlıeim,  ob  nicht,  wie  No.ıı.  und
12.  erwehnet,  auch  zugleich  von  dem  Edicto  generaliore  zu  deliberiren,  doch  könnte
endlich  das  Edictum  calendarium,  weil  periculum  in  mora,  vorgehen.

19.  Es  scheinet  sonst  schlielslich,  als  ob  mein  hochgeehrter  Herr  Churfürst!.
Durchl.  nicht  gar  leer  ausgehen  lassen  wolle,  indem  er  nicht  nur  die  Strafgefälle,
sondern  auch  des  quanti  pro  collegio  Germanico  huc  transferendi  erwehnet.  Nec  male.

20.  Ich  zweifele  im  Übrigen  nicht,  was  imeinetwegen  hiebey  vorkommen,
werde  annoch  um  unterschiedener  Ursachen  willen  geheim  gehalten  werden,  warum
auch  meinen  hochgeehrten  Herrn  Hofprediger  dienstlich  zu  ersuchen  habe.

Meines  hochgeehrtesten  Herrn  P.S.  letzlichen  betreffend,  so  mufs  ich  fast
von  Herrn  Sculteti  scriptis  antireformatis,  die  ich  gesehen.  judiciren.  wie  Herr
Aht  Molanus,  der  sie  garnicht  vor  irenisch  hält,  sondern  vermeinet,  dals  sie  sehr
scharf  und  härter  als  nötlig.  Scheinet,  mein  hochgeelirter  Herr  lofprediger  sey
fast  gleicher  Meynung.  weil  er  besorget,  es  möchte  endlich  ex  amica  disceptatione
eine  inimica  et  hostilis  werden.  Nachdem  meinen  hochgeehrten  Herrn  Hofprediger
genungsame  Nachricht  zukominen,  dafs  Herr  Pictetus  eben  von  der  moderatione
gratiae  universalis  soweit  nicht  entfernet.  so  könnte  Herr  Scultetus  sein  Schriftwechseln
  wohl  sparen,  bey  dem  er  zu  Zeiten  mentem  auctorum  zu  verwenden
scheinet.  Ich  finde  anjetzo  das  Bücherschreiben  in  his  negotiis  nicht  allzu
ratısam  und  zumalıl  das  öffentliche  Disputiren,  weil  es  fast  unerhöret.  dals  die