33.  D.  E.  Japroxskı’s  Brief  an  Leisnız  (6.  April  1700).  83

giebt  den  Dingen  das  beste  Licht,  hernach  sub  finem  cujusque  seculi  könnte  man
Titulos,  als  de  doctoribus,  de  consiliis,  de  dogmatibus,  de  ritibus  etc.  setzen,  welche
man  theils  per  modum  indiculi  zusammenziehen  könnte,  doch  meist  nur  remissive
et  indicative,  was  von  jedem  Titulo  in  dem  Seculo  passiret,  und  könnten  zu
Magdeburgicorum  Titulis  vielleicht  noch  einige  kommen.  Ich  habe  selbst  Chronologiam
  imperatorum  et  paparum  von  etlichen  Seculis  mit  Fleifs  untersuchet  und
gefunden,  dafs  Baronius  in  vielen  circa  ipsos  papas  geirret,  weil  er  nicht,  wie  ich
gethan,  Diplomata  genügsam  zu  Hülffe  genommen  oder  auch  so,  wie  ich,  zu  Hülffe
nehmen  können.  Denn  ihm  auch  dazu  noch  Subsidia  gefehlet,  die  hernach  in  die
Welt  kommen.  Ich  sorge  aber  (unter  uns  geredet),  die  Papissa  werde  nicht  bestehen
  können.  Es  ist  auch  an  ihr  nicht  viel  gelegen,  mehr  aber  daran,  dafs  man
aufrichtig  der  Wahrheit  Statt  und  Raum  gebe.  Ich  wollte  gern  Herrn  Hertzog
Rudolphi  Augusti  Durchl.  dran  bringen,  sich  dieses  Wercks  mit  anzunehmen.
Denn  es  ein  Herr  ist,  der  res  ecclesiasticas,  wie  billig,  sehr  liebet  und  an  dem
Concilio  Constantiensi  eine  nützliche  Arbeit  bereits  thun  lassen.  Wenn  er  und  in
seine  eigene  Bibliothecam  Rudolpheam  Bücher  schaffet,  die  dazu  nöthig  und  sonst
sehr  in  diesen  Landen  fehlen,  so  ist  der  Sache  schon  in  vielen  Stücken  geholffen,
wiewohl  freylich  auch  mehr  dazu  gehöret.  Mein  hochgeehrtester  Herr  Hofprediger
hat  zumahl  in  dieser  Materie  Jurisdictionem  competentem,  bitte  also  um  dero  Judieium.
  Vielleicht  können  wir  auch  solchen  Punct  einsmals  mündlich  besser  überlegen.

33.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  85).

Des  Hofpredigers  JasLonskı  Brief  an  Leıznız  vom  6.  April  1700.
[Karrens  Sammlung  S.  185  ff.]

Hochedler  Herr,
insonders  hochgeehrtester  Herr  Geheimbter  Rath,  hoher  Gönner.

Desselben  sämtliche  höchst  angenehme  Schreiben  (deren  beyde  erstere  auf
einen  Tag  behändiget,  den  31  Martii,  das  letztere  den  42  April),  geben  mir  so
mancherley  Materie,  mithin  soviel  Vergnügung  und  Freude,  dafs  nicht  weis,  womit
  anfangen  oder  endigen  solle,  und  die  Hoffnung,  meinen  hochgeehrtesten  Herrn
Gelieimten  Rath  selbst  ehestes  dahier  zu  sehen,  lässet  mir  nicht  mehr  als  das
Allernothwendigste  zu,  zu  schreiben,  damit  das  Übrige  zu  mündlicher  Unterredung
versparet  bleibe.  Derohalben  melde  kürtzlich,  dafs  beyde  meines  hochgeehrtesten
Herrn  Gelieimten  Rathes  hochvernünftige,  sinnreiche  und  thätliche  Bedencken
  den  nechsten  Tag  nach  deren  Behändigung  Churfürstl.  Durchl.  selbst  überreichen
  wollen,  weil  aber  nicht  auf  eine  bequeme  Zeit.  traf,  da  Se.  Churfürstl.
Durchlauchtigkeit  den  Trierischen  Gesandten  bey  sich  hatten,  und  selbten  die
Curiositäten  Dero  Schlosses  zu  zeigen  beschäftiget  waren,  sie  folgenden  Tages  durch
den  Herrn  von  Wedel  überreichen  lassen,  welches  er  mit  guteın  Effect  gethan,  so
daßs  Se.  Churfürstl.  Durchl.  daher  höchlich  vergnüget  worden,  auch  Dero  gnädigste
Ordre,  mit  Vollstreckung  des  Entwurfs  zu  eilen,  erneuret.  Die  Abrede  ist  mit
dem  Baumeister  bereits  genommen  und  wird  nach  den  Feyertagen  der  Anfang  gemacht,
  da  zu  dem  ÖObservatorio  ein  eigener  Pavillon,  4  Stock  hoch,  von  Grund
aus  soll  aufgemauret,  dabey  auch  eine  gute  Anzahl  bequeiner  Zimmer  angeleget
werden.  Se.  Churfürstl.  Durchl.  wollen  in  hoher  Person  selbsten  Protector  der
Academie  seyn.  Die  Edicta  hatte  schon  dem  Herrn  von  Wedel  übergeben,  so
wie  der  Herr  Rath  Chuno  selbige  entworffen,  und  Se.  Churfürstl.  Durchl.  haben
den  Innhalt  gnädigst  gut  geheissen.  Jedoch,  weil  zu  viel  lateinische  und  frantzösische
  Termini  darinnen  gefunden  worden,  hat  der  Herr  von  Wedel  sie  mir

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