102  49.  Leissızens  Brief  an  Hrn.  vos  Weder  (Sommer  1700).

verwand,  die  Einziehungen,  Einnahme  der  Gelder  und  deren  Versicherung,  auch
endlich  die  Hebung  der  Preise  veranstalten  lassen  wollen,  auch  selbst  gnädig  gesonnen
seyn,  eine  Parthie  der  Loose  aufzunehmen,  um  deren  Aufnehmung  zu  befördern,
damit  der  gute  Zweck,  den  Wir  bey  der  Fundation  dieser  Unserer  Societät  haben,
und  der  in  Unserm  Diplomate  Fundationis  ausgedruckt,  desto  besser  erreichet
werden  möge  u.Ss.  w.

Die  Lotterie  selbst  könnte  auf  folgende  Weise  publiciret  werden,  so  aber
nicht  im  Nahınen  Churfürstl.  Durchl.  wie  die  Concelsion,  sondern  nur  unter  Dero
Autorität:

Ob  schon  C'hurfürstl.  Durchl.  zu  Brandenburg  bey  denen  vieleu  in  und  aufser
Teutschland  im  Schwang  gehenden  Lotterien  oder  Verlosungen  Bedencken  gehabt,
dergleichen  zumahl  Privatis  zu  verstatten,  dennoch  aber,  weil  durch  dieses  Mittel
einige  gute  Vorhaben  glücklich  zu  Werck  gerichtet  worden,  so  haben  Sie  in
Gnaden  verwilliget,  dafs  zu  gewissen.  zur  Ehre  Gottes  und  gemeinen  Nutz  gerichteten
Zweck  eine  Lotterie  mit  folgenden  Bedüngnissen  vorgenommen,  und  unter  Dero
Autorität  und  von  Ihro  verordneten  Aufsicht  gehalten  werden  soll,  nelmlich  u.  s.  w.

[INB.:  Am  Rande  des  von  Leissız  niedergeschriebenen  Concepts  steht  von  Cuxeau’s
Hand:  »Ist  vom  Hoff  nicht  approbirt  worden«.]  .

48.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  92  ff.).

Der  Stiftungsbrief  der  Societät  vom  rı.  Juli  1700.
[Der  Leissiz’sche  Entwurf,  von  seiner  Hand  geschrieben,  befindet  sich  im  Geh.  Staatsarchiv
(15.  Juni);  das  abgreänderte  Concept  nebst  einer  Reinschritt  befindet  sich  ebendorr  (26.  Juni);
die  Originalausfertigung  (11.  Juli)  müsste  im  Archiv  der  Akademie  sein,  ist  aber  verschwunden;
daregen  finden  sich  dort  und  in  Hannover  Abschriften;  gedruckt  worden  ist  der  Stiftungsbrief
  öfters.]

Der  Abdruck  erfolgt  hier  nicht,  weil  die  vollständige  Urkunde  im  Text  dieses  Werkes

S.93f.  mitgetheilt  ist.

49.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  96).

Leissız,  Brief  an  Hrn.  vox  WEDEL  (Ende  Juni  oder  Anfang  Juli  1700).
[Karrens  Sammlung  8.  202.)

Wohlgzebohrner,
Hochgeehrtester  Herr,

Ich  nehme  die  Freyheit,  dasjenige,  so  in  Form  einer  General  -Instruction
entworffen,  hiermit  zuzuschicken  und  nach  der  geschehenen  Zulassung  dero  Urteil
  anbeimzugeben,  was  dienlieh,  Chwrfürstl.  Durchl.  unterthänigest  fürzutraxen
oder  vorhero  dabey  zu  erinnern.  Und  weil  etwas,  die  Qualität  des  Praesidis
betreffend,  darein  gesetzet  worden,  mich  aber  bedüncket.  dafs  dergleichen  von
uns  nieht  wohl  vorgeschlagen  werden  könne,  habe  ich  mich  erkülnet.  solches  zu
durchstreichen.  Empfehle  im  übrigen  das  Werek  dero  güthiren,  so  wohl  erwiesenen
Gewogenbeit,  der  ich  in  aller  Ergebenheit  verbleibe

Dero

Dienstverbundenster
(.W.  Leibnitz,