59.  Leisniız  und  Friedricu  II.  über  La  COroze.  129

vortheilhaffteste  verbelsern,  und  was  deshalb  mit  Correspondentz  oder  sonst  zu
thun  erfordert  wird,  tleilsig  besorgen,  sonderlich  aber  je  mehr  und  mehr  auf  Verhütung
  des  hierunter  besorglichen  Unterschleiffs  bedacht  sein,  die  zum  Unterhalt
der  Societet  so  wohl  aus  dem  Calender-Verlag,  als  auch  sonsten  gewiedmeten
Gelder  tleilsig  beytreiben,  einnehmen,  und  nicht  anderst  als  auf  vorhergehende
Approbation  des  Consilii  aufsgeben,  über  alles  accurate  Rechnung  führen,  den  Vorraht
  woll  zusammenhalten  und  verwahren,  in  der  Societet  Angelegenheiten  und
Unternehmungen  alle  Sorgfalt  erweisen,  darin  concipiren,  dieselben  nöhtigen  Olhrten
vorstellen,  sollicitiren  und  zur  Execution  zu  bringen  suchen,  die  Inventaria  und
Catalogos  von  der  Societet  Suppellectile,  Instrumentali  et  Libraria  etc.  halten,  alles
darin  richtig  und  ordentlich  verzeichnen,  zu  Zeiten  nachsehen  und  auf  der  Conservation
  mit  Acht  haben,  was  deshalb  auch  sonsten  etwan  nöhtig  und  dienlich  sein
möchte,  erinnern,  die  Diplomata  oder  Attestata  Receptionis  pro  Membris  Societatis
  unter  des  Praesidis  und  Consilii  Societatis  Revision  und  der  Societet  Siegel
behörig  aufsfertigen.  ....  .»

Potsdam,  den  6.  October  1700.
G.  von  Wartenberg.

39.
__  (Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  108).
Leigesızens  und  Frirovrıcn'’s  des  Grossen  Urtheile  über  Lı  Croze.
[Haunov.  Bibliothek.)

ı.  Ein  Blatt,  von  Leinniızens  Hand  geschrieben,  beigelegt  dem  Briefwechsel
  zwischen  La  Croze  und  Lreısnız  mit  der  Aufschrift:  »Decemb.
1709  «,  über  La  Croze.

Hr.  la  Crose  ist  ein  gelehrter  Franzols,  so  sich  zu  Berlin  bey  der  Könjgl.
Bibliothec  befindet  und  alda  nebenst  andern  Personen  titulum  Consiliarii  et  Bibliothecarii
  Regii  hat,  auch  inter  membra  Societatis  Regiae  gezehlet  wird.

Er  ist  vor  diesen  in  dem  berühmten  Monasterio  S.  Germani  zu  Paris  unter
denjenigen  Benedictinern  gewesen,  welche  an  denen  editionibus  Patrum  Graecorum
et  Latinorum  und  verschiedenen  historicis  laboribus  gearbeitet  und  daher  in  Graeca
et  Latina  literatura.  Historia  sacra  et  civili,  auch  in  manuscriptis  et  diplomatibus
sehr  wohl  erfahren,  hat  auch  zu  Berlin  (da  er  verheurathet)  das  Lob  eines  guthen
Wandels.  Er  hat  nicht  nur  in  Historia  et  linguis  erudition,  sondern  auch  in  philosophia
et  rudimentis  mathematicis  junge  Leute  unterwiesen,  und  ist  nicht  nur  der  gelelrten
und  selbst  der  orientalischen,  sondern  auch  der  heutigen  [Sprachen]  wohl  kundig
also,  dafs  er  Italienisch,  Spanisch  und  Englisch  verstehet,  wie  er  dann  auch  in  England
eine  zeitlang  sich  aufgehalten.  Er  hat  viel  junge  Edelleute  und  vornehmer  Leute
Kinder  informiret,  und  weils  ich,  dafs  man  mit  seiner  Information  zufrieden  gewesen.

Er  hat  verschiedene  Schrifften  theils  unter,  theils  ohne  seinen  Namen  herausgegeben,
  die  seine  Erudition  zeigen  und  nicht  wenig  applaudiret  werden.  Sein
lateinisches  Werk  gegen  des  P.  Hardouin  Paradoxa,  welcher  unter  dem  Vorwand
der  Medaillen  die  veteres  scriptores  guthen  Theils  zweifelhafft  machen  wollen,  hat
die  Würkung  gehabt,  dals  die  Superiores  den  Hardouinum  gezwungen,  wals  er
diefsfals  geschrieben,  zu  retractiren.

2.  Frirorıcan's  des  Grossen  Urtheil  über  La  Croze  in  dem  Brief  an
Vorraıre  vom  Mai  [ı.Juni?]  1739  (Übuvres  T.  zı  p.  292).

Nous  venons  de  perdre  l'homımne  le  plus  savant  de  Berlin,  le  repertoire  de
tous  les  savants  d’Alleinagne,  un  vrai  magasin  de  sciences;  le  celebre  M.  de
La  Croze  vient  d’etre  enterr&amp;  avec  une  vingtaine  de  langues  difftrentes,  la  quint-Geschichte

  der  Akademie.  II.  9