138  65.  Leiesız,  Medicinische  Observationen  (Winter  1701).

soll.  Wollen  auch  für  sich  und  Dero  Successores  der  Societät  kraft  dieses  denselben
hiedurch  würcklich  und  kräftigst  concediret  und  verschrieben  haben.«

[Es  wird  nun  erklärt,  dass  der  (als  Wolinung  des  Astronomen)  gleichfalls  versprochene,
eben  fertiggestellte  Eckpavillon  der  Societät  nicht  überlassen  werden  könne,  da  er  zu  anderen
Zwecken  nöthig  sei;  dann  heisst  es  weiter  :]

»...  Wie  aber  Dieselben  [S.  K.  M.]  auch  in  diesem  Stück  bei  der  gnädigsten
Intention,  dem  ermelten  Astronomo  die  gnädigst  verschriebene  freye  Wohnung  zu
verschaffen  allerdings  verbleiben,  also  haben  Dieselbe  vor  sich  und  Dero  Successores
gedachte  Dero  Societät  den  noch  nicht  aufgeführten  andern  Eck  Pavillon  auf  solcher
hintern  Seite  des  Stalles  zur  Wohnung  des  Astronomi,  auch  anderen  Behuf  in  Gnaden
concediren  wollen,  thun  auch  solches  hiemit  würcklich  dergestalt  und  also,  dafs
solcher  Eck  Pavillon  forderlichst  aufgeführet,  zu  einer  bequeinen  Wohnung  aptiret.
alsdan  dem  Astronomo  eingeräumet  gelassen  werden  sollen.  Defsen  zu  Uhrkund
haben  S.  K.  M.  dieses  eigenhändig  unterschrieben  und  mit  Dero  Königlichem  Insiezel
bedrucken  lassen;  So  geschehen  und  gegeben  zu  Königsberg,  den  7.  Februarii
Anno  1701.

Friedrich.

Graf  v.  Wartenberg.

65a.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  128).

Lrınsız,  Summarische  Punctation,  die  medicinalische  Observationes
betreffend,  so  durchgehends  anzustellen  und  beständig  fortzusetzen
sein  möchten  (Winter  170r).

[Kıorr,  Die  Werke  von  Leisniz.  10.  Bd.  S.LVIIf.,  346  ff.)

Weilen  bekand,  dafs  nicht  nur  der  Zustand  des  menschlichen  Leibes,  wie
auch  die  Lebensart,  Alimenta  und  allerhand  besondere  zufällige  Dinge,  sondern
auch  die  allgemeinen  Ursachen  und  vornehmlich  die  Lufft  allerhand  Ungelegenheiten
  und  Krankheiten  verursachen,  und  zu  dieser  Gattung  vornehmlich  die  Morhi
epidemii  gehöhren,  die  zu  Zeiten  grassiren  und  schr  beschwerlich,  auch  wohl
gefährlich  fallen,  zumahl  ehe  man  deren  Arth  erlernet,  immafsen  zu  dieser  Classe
allerhand  Arthen  Fieber,  sowohl  continu®  et  intermittentes,  maligne  et  benign:e,
catarrhales,  intlammatorie,  ingleichen  Variole,  Morbilli,  Pleuritides,  Peripneumonie,
  Angin®,  ferner  Ophthalnie,  Coryz&amp;,  Rheuinatismi,  Catarrhi,  Tusses,
Arthritides,  Diarrh@se,  Dysenteri@,  Abortus  und  dergleichen  mehr,  offt  zu  zälılen,
zu  deren  Verhütung  und  Heilung  aber  nichts  Dienlicheres  seyn  kan,  als  dafs  man
das  Gegenwärtige  aus  deın  Vergangenen  beurtheile,  und  aufs  der  Experienz  voriger
Zeiten,  da  vieles  dem  folgendes  Gleichförmiges  sich  erzeiget,  mit  Gegenhaltung
der  Witterung  und  ander  Beschaffenheiten  des  Jahres,  die  Ursach  des  Übels,
defsen  Natur,  Art  und  Weise,  Signa,  Lauff,  Crises,  Prognostica,  Exitus  et  Remedia,
nocentia  et  juvantia,  erlerne.  welches  am  besten  durch  gebührende  beständige
Anstalt  zu  jährlichen  Observationen,  auch  deren  Aufzeichnung  und  Zusammentragung
  geschehen  kan,  wie  dann  bereits  einige  löbliche  Specimina  gelehrter  und
erfahrener  Medicorum,  als  sonderlich  des  Herrn  Ramazzini  und  der  Herren  Brelslauer
  vorhanden,  welche  auch  den  grolsen  Nuzen  dieser  Anstalt  gezeiget;  so  können
folgende  Puncte  zu  einer  Anleitung  dienen:

ı.  ist  von  Monath  zu  Monath  zu  beobachten  die  Witterung  und  was  vor
Wetter  lange  gewähret,  auch  was  vor  sonderbare  und  Hauptveränderungen  darinn
sich  erzeiget,  als  betreflend  Sonnenschein,  trübes  Wetter,  Hize,  Kälte,  Trocknils.
Nebel,  Regen,  Hagel,  Schnee,  Thau  ete;  Sonderlich  aber  lange  regierende,  auch
stareke  Winde  und  deren  Hanptstrich,  so  nicht  allein  an  den  Wetterhalimen.  son-