67.  Leiexız,  Denkschrift  über  die  Leistungen  der  Societät  (Anfang  1702).  149

selbst  nicht  einst  an  Büchern  und  Instrumentis  Observatorii  bestreiten  kann,  geschweixe
  dafs  man  zu  dienlichen  Machinis  und  gar  zu  einem  Laboratorio  gelangen
können:  so  hat  man  sich  und  andere  mit  der  blolsen  gegebenen  Hoffnung  abspeisen
  müssen,  welches  sich  aber  nicht  länger  schicken  will,  sondern  es  erfordert
sowol  die  Glori  des  Königs,  als  der  gute  Nahıne  der  Kön,  Soecietät,  dafs  etwas
Rechtes,  so  der  Unternehmung  werth,  dermahleins  geleistet  werden  möge.  Man
hat  nicht  Mangel  an  Materie.  Es  sind  astronomische  Observationes  von  vielen
Jahren  vorhanden  bey  dein  Observatore  der  Societät,  deren  Publicirung  von  grolsem
Nuzen  seyn  würde,  aber  ohne  Kosten  nicht  zu  bestreiten,  dahingegen  der  Abgang
nicht  Jedermanns  Werck.  Man  hat  machinas  astronoimicas  in  Vorschlag,  womit
alles,  was  dielsfalls  in  China  und  Europa  geschehen,  nicht  zu  vergleichen.  Anderer
mechanischen  Erfindungen  von  nicht  geringer  Wichtigkeit  zu  Kriegs-  und  Friedenszeiten
  anjezo  zu  geschweigen.

Weilen  auch  bey  dem  Corpori  Evangelicorum  zu  Regensburg  das  Werk  der
verbesserten  Jahr-Rechnung  nicht  ganz  zu  End  bracht  worden,  sondern  noch  ein
und  anderes  unausgemacht  geblieben,  so  hat  man  sich  deswegen  mit  vortrefflichen
Astronomis  vernommen,  und  wäre  im  Stande  Sr.  Mt  mit  einem  authgst.  Bedenken
an  Hand  zu  gehen,  damit  durch  dero  allerhöchste  Autorität  (zumahl  kein  ander
evangelischer  Potentat  in  Europa  mit  einem  solchen  Collegio  irgend  versehen)  das
Werk  zu  ergänzen,  und  zwar  so  dafs  es  vor  dem  künfftigen  Friedensschlufs  zu
Ende  zebracht,  und  bey  demselben  auch  in  diesem  Punct  die  evangelische  Freyheit
  unter  römischer  Herrschafft  zu  den  Zeiten,  wo  man  dem  Gregorianischen  nicht
blindlings,  sondern  dem  Schlufs  des  Corporis  Evangelici  folgen  würde,  gesichert
werden  möge.

Nun  haben  Se.  Kön.  Mt  sich  allergnädigst  erboten  gehabt  sowol  zur  Vermelhrung
  des  Fundi,  als  auf  andere  Weise  bey  Gelegenheit  hülffreich  zu  erscheinen.
Es  ist  von  einigen  Gratien,  Praebenden,  Straf-Gefällen  und  andern  dergleichen
Zufälligkeiten  gesprochen  worden,  der  Societät  zum  Besten  anzuwenden.  Weilen
aber  Niemand  hierinn  vor  die  Societät  füglich  wachen  können,  ist  Kön.  Mt  allergnädigstes
  Absehen  dielsfalls  ohne  Wircklichkeit  blieben.  Gleichwol  wenn  etwas
ist,  so  ad  pias  causas  zu  rechnen,  ist  es  dieses  Werck,  welches  nicht  nur  die
Studien  und  Nahrungen,  sondern  auch  vermittelst  derselben  die  Erkenntnils  der
Wunder  des  Schöpfers,  mithin  die  Tugend  und  Gottesfurcht  befördert,  daher  bey
dem,  so  zu  ınilden  Sachen  verwendet  wird,  diefs  Werck  auch  billig  in  Betrachtung
zu  ziehen  wäre.  Und  weilen  junge  Leute  bey  der  Societät  in  Mathesi  und  Natur-Kunde,
  Mechanieis,  Astronomicis,  auch  sonderlich  zum  Absehen  der  künfftigen
evangelischen  Missionen  anzuziehen,  se  könnte  denselben  vermittelst  Stipendien
und  Communitäten  nach  Gelegenheit  unter  die  Arme  gegriffen,  und  hernach  denen,
so  es  verdienen,  zu  Beförderungen  geholffen  werden.  Und  werden  verhoffentlich
Se.  Mt  in  Gnaden  geruhen  einige  Verordnungen  zu  tlıun,  dals  sowol  bey  den
Gratiis  Casualibus,  als  Piis  Causis,  Stipendiis,  Promotionibus  des  gemeinnüzigen
Absehens  der  Societät  nicht  vergessen  werde.

Weilen  aber  gleichwol  auch  ein  gewisser  Zuwachs  des  Fundi  nöthig,  darauf
man  Staat  machen  könne,  so  ist  ein  und  anders  in  Vorschlag  kommen,  und  zwar
so  dürfften  sich  vielleicht  ı.  annoch  Objecta  finden,  darauls  etwas  ohne  des  Publici
Beschwerung  und  Schaden  zu  heben.  Es  könnte  auch  2.  die  Veranstaltung  einiger
gemeinnüzigen  Dinge,  daraufs  zugleich  ein  besonder  Nuzen  zu  ziehen,  der  Societät
aufgetragen,  auch  endlich  3.  gewisse  unbedenckliche  Privilegia  gegönnet  werden,
zumalıl  da  etwas  Neues  und  Nüzliches  dadurch  eingeführet  werden  könnte.  Alles
drey  würde  concurriren  in  dem  bereits  einmahl  vorbrachten  und  nicht  übel  angesehenen
  Vorschlag  des  Bücher-Coıinmissariates.  Denn  da  anjezo  die  Welt  mit
so  vielen  Schrifften  überhäufet  wird,  also  der  Handel  nicht  so  favorabel,  da  zumahl