77.  Leinsizens  Bericht  über  seine  Leistungen  an  den  König  (Januar  1705).  159

von  Dero  wegen  verlegte  Bücher  in  Gnaden  zu  ertheilen.  Demnach  würden
Kön.  M!  in  Gnaden  geruhen  Dero  Societät  ein  Privileginun  perpetuum  generale
auf  die  sogenannte  Schulbücher  allergnädigst  zu  ertheilen,  dals  diese  allein  zu
Lectionibus  und  Collegiüs  uniformirter  in  Dero  Landen  gebraucht  würden.

3.  Weilen  auch  die  Nicht-Studirenden  billig  in  vielen  nüzlichen  Dingen,
sonderlich  ex  Matlesi,  Natura.  Oeconomicis.  Historia  et  Re  Morali  in  teutscher
Sprach  unterwiesen  werden  sollten,  wäre  der  Societät  dessen  Besorgung  insonderheit
  aufzutragen,  und  deswegen  Schreib-  und  Rechenmeister,  auch  andere  Künstler
und  Meister  an  sie  zu  weisen.

4.  Nachdem  Mals  und  Gewicht  gemeiniglich  mit  der  Zeit  in  Öhnrichtickeit
zu  kommen  pflegen.  auch  die  dabev  in  verschiedenen  Provincien  sieh  findende
Difformität  viel  Ohngelegenheit  verursacht,  diefs  auch  Res  Matliematica  ist,  so
könte  nach  dein  Exempel  der  Cron  Dennemarck,  da  alles  Mafs  und  (ewicht  nicht
allein  weaichtet  und  in  Richtiekeit  bracht,  sondern  auch  die  Mensurae  auf  den
rheinländischen,  in  der  That  alten  romanischen  Fuls  gerichtet,  und  vermittelst  der
Deeimal  -  Eintheilung  von  der  Bruch-  Rechnung  befrevet  worden,  ein  Gleiches  durch
alle  ihrer  Mt  Lande  zu  bewerkstelligen.  auch  ferner  zu  beobachten,  die  Sovietät
antorisiret  werden.  auch  von  solcher  Einrichtung  und  ferner  beständiger  Inspection
und  Revision  ein  Gewisses  zu  genielsen  haben.

5.  Es  ist  bereits  vor  mehr  als  eimem  Jahr  die  Seiden  -Erzielung  in  diesen
Landem  in  Vorschlag  kommen,  auch  Maulbeer-Samen  aus  Italien  angeschafft  worden,
weilen  gewisser  Beweis  von  dem  Success  vorhanden.  Ob  mım  wol  ein  merklicher
Gewinn  in  den  ersten  Jahren  nicht  zu  erreichen;  dieweil  aber  dennoch  ein  grolser
und  arısehnlicher  Nuz  endlich  darauls  erfolgen  mufs;  als  hat  man  das  Werck  fortzusetzen
  nöthig  befunden;  und  wird  verhoflet,  Ihre  Mt  werden  allergdst.  geruhen,
die  beiden  Gärten  der  weilsen  Maulbeer-Bäume  zu  Potsdam  und  Köppenick,  samt
denen  Bäumen  zu  Glünecke  zu  dem  Ende  zu  überlassen,  als  welche  doch  bilsher
wenig  oder  nichts  einbracht  haben.  Desgleichen  auch  einige  bequeme,  anjezo
wenig  nüzende  Ländereven  hin  und  wieder  anweisen  zu  lassen,  da  Baumschulen
angelegt,  oder  dahin  danach  die  Bäumlein  versezet  werden  könten.  Und  weil  der
Garten  zu  Köppenick  wenig  gepfleget  und  die  Bäume  damit  verwahrloset,  auch
gar  zum  Theil  gegen  alle  Raison  ausgerottet  worden:  so  könten  Ihre  Mt,  was  zu
deren  Erhaltung  bestimmt,  und  von  gewissen  Leuten  dazu  genossen,  aber  übel  angeleret
  worden,  zu  dieser  besseren  Anstalt  wiedmen  lassen.

6.  Es  wäre  auch  wol  auf  etwas  zu  wedencken,  so  der  Societät  ohne  Weeitläuficrkeit
  und  Kosten  eine  gewisse  Einnahme  geben,  und  sie  in  Stand  sezen  könnte,
die  vorhergehenden  Puncte,  so  meist  Zeit,  Verlag  und  besondere  Anstalt  erfordern,
besser  zu  bestreiten.

1.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  140).
Eingeforderter  Bericht  Lreısxızens,  betreffend  seine  Leistungen  für
den  König  und  für  Preussen  (Januar  1705).
[Krorr,  Die  Werke  von  Leisxız.  10.  Bd.  S.  39411]

On  a  voulu  que  je  fisse  connoistre,  en  quoy  j’av  fait  voir  mon  zele  pour  le
service  du  Roy.  et  ce  que  je  pourrois  mettre  en  ligne  de  compte.  Je  diray  done
pour  obeir  que  jay  este  employe  par  ordre  et  conforınement  aux  intentions  de  S.M.:

I.  En  ce  qui  regarde  la  societe  des  sciences  dont  le  commencement  est  venu
de  la  proposition  que  je  fis  de  mettre  les  Almanachs  en  privilege.  Et  en  suite  il
ne  s’est  point  passe  d’annce.  que  je  n’ay  este  plusieurs  mois  jev,  et  tache  de  pousser