166  81.  Der  Kurfürst  von  Hannover  an  Leiexız  (15.  November  1706).

man  offtmahls  gelehrten  und  tauglichen  Subjectis,  die  sich  anmelden,  nicht  zu
helffen  weils,  sondern  sie  mit  einem  Viatico  gehen  lassen,  auch  wohl  verderben
sehen  muls,  so  wäre  es  gewils  eine  neue  höchstrühmliche  Sache,  wenn  regiis
auspiciis  es  dahin  gebracht  würde,  dafs  man  einein  guthen  passirenden  Subjecto
auff  einige  Wochen  oder  Monath  sogleich  nicht  allein  was  nüzliches  zu  thun  geben
köndte  (da  es...  an  Materi  nüzlicher  Arbeiten  wenigstens  excerpendo  vel  colligendo
  nicht  fehlen  würde),  sondern  auch  dabey  Mittel  in  Händen  hätte.  ihnen
solche  Zeit  über  einen  ehrlichen  Unterhalt  zu  verschaffen.  Da  sonst,  was  man
ihnen  doch  etwa  gibt,  nur  verlohren  gehet,  und  von  denen  Passirenden  müssig
verzehret  wird,  sich  aber  gleichwohl  auff  kein  Geringes  beläuffet.  Solche  nüzliche
und  rühmliche  Anstalt  an  einigen  Hauptorthen  der  Königl.  Provinzien  zu  machen,
köndte  etwa  darin  [sic],  wenn  die  Vacanzen  der  Stipendien  auf  gewilse  beliebende
Malse  hierzu  verwendet  würden.  Es  köndten  auch  sonst  einige  Gelder,  die  man
bisher  zu  Abfertigung  solcher  Leute  vergeblich  gebrauchet,  hierzu  mit  verwendet
werden.

sl.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  143).

Schreiben  des  Kurfürsten  Grore  Lropwıc  an  Lerenız
vom  15.  November  1706.
[Fuuraver,  G.  W.  Frh.  vox  Lzisxirz.  .  2.  Bd.  Anhang  S.  22].

Unsern  gnädigsten  Willen  zuvor  vester  Rhat  und  lieber  Getreuer.  Wir
mögen  Euch  hiemit  nicht  verhalten,  dafs  des  Königs  von  Preufsen  Maj.  wegen
Unserer  Frau  Tochter  der  Crohn  -  Prinzessin  Religions-  Freyheit  gewisse  Erklärung
gethan.  Gleich  wie  nun  solchem  nach  Hochgedachte  Unser  Frau  Tochter  zu  erwarten
  hat,  dals  ihr  gegen  oberwälhnte  Religions-  Freyheit  nichts  werde  zugemuthet
werden;  also  versehen  wir  uns  zumahlen  zu  Euch,  und  wollen.  dafs  Ihr  auf  keine
Weise  noch  Wege  in  Sachen,  so  mehr  Hochermelter  Unser  Frau  Tochter  Religion
betreffen  weder  directe  noch  indirecte  Euch  zu  mischen  oder  gebrauchen  zu  lassen.
Wir  wollen  auch,  dafs  Ihr  von  allem,  was  das  Vereinigungs  -  Negotium  der  Lutlieraner
und  Reformirten  Religionen  betrifft  hinführo  allerdings  zu  abstrahiren.  Wir  verbleiben
  Euch  zu  Gnaden  gewogen.

Hannover,  d.  15.  Nov.  1706.  Georg  Ludwig,  Churfürst.

52.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  144).

Lrisxız,  auf  Begehren  H.vox  ILsEen  zugeschickt  (20.  Januar  1700),
über  Sammlung  von  Actenstücken  zur  Geschichte  Preussens.
[Krorr,  Die  Werke  von  Leisxiz.  10.  Bd.  S.  392  il]

Zu  Ergänzung  des  Archivi,  Verbefserung  der  zollerischen,  brandenburgischen
und  preulsischen  llistorie  und  Erhaltung  allerhand  dienlicher  Nachrichtungen.  die
Jura,  Grenzen  und  andere  Geschäffte  betreffend,  würde  dienlich  sevn,  dals  von
wegen  K.M.  Anstalt  gemachet  würde,  die  in  dero  Landen,  oder  sonst  bey  dero
Hause,  auch  wohl  anderwerts  befindliche  Seripturen,  dazu  man  gelangen  und  dahey
man  etwas  Nüzliches  vermuthen  kan,  genauer  als  bisher  geschehen  seyn  mag,
untersuchen  zu  lalsen,  da  dann  nach  Gelegenheit  Repertoria,  Rubriquen  oder
Argumenta  und  Copial  Bücher,  zu  Zeiten  auch  die  Copeyen  gewifser  Stück,  wo
nicht  die  Originalien  selbst  an  Hand  zu  schaffen,