87.  Geschichte  des  Ankaufs  des  Societäts-  Grundstücks  (1707  8).  175

so  dem  Stall  verbleibet,  beständig  zu  unterscheiden,  dieweilen  ınan  die  Nothdurfft
an  Instrumenten  und  andern  benöhtigten  Dingen  ohnmöglich  aufs  dem  Thurm,
zumall  er  von  allen  Seiten  zum  Öbserviren  frey  seyn  muls,  lassen.  noch  auch
die  Sachen  jedesmahl  olıne  Schaden  und  Weitläuffigkeit  hin  und  her  bringen  kan.

2.  Würde  K.  Maj.  in  Gnaden  geruhen  anzubefehlen,  dals  die  sub  spe  rati
veraccordirte  Kaufgelder  nehmlich  2100  Thlv.  an  den  bisherigen  Proprietarium  ausgezahlet
  würden.  Es  ist  der  bei  oberwehnter  Besichtigung  sofort  genommenen
Abrede  gemäfs  der  bey  K.  Amtskammer  bestellete  Bauschreiber  Heese,  dem  bereits
der  Bau  des  Observatorii  aufgetragen,  zu  Schlielsung  dieses  Accords  mitgebraucht
worden,  und  hat  man  nichts  Bequemers  noch  allen  Umbständen  nach  Thunlicheres
finden  können,  als  oberwehnten  Plaz  zu  erhandeln.

3.  Würden  Allerhöchstgedachte  K.  Maj.  ferner  die  Aufsführung  eines  mittelmälsigen
  anständigen  Vordergebäudes  dergestalt  in  Gnaden  anbefehlen,  dafs  nicht
allein  die  Leute  der  Societät  darin  bequem  seyn  und  eine  Druckerei  auch  wohl
ein  unterirdisches  Laboratorium  und  dergleichen  den  nöthigen  Gelals  finden  möchten,
sondern  auch  einige  Zimmer  übrig  blieben,  darein  frembde  und  andere  Standes
Personen  bey  der  Besichtigung  geführet  und  mit  Discoursen  oder  auch  mit  Experimentis
  unterhalten  werden  köndten,  immalsen  wohl  gewils,  dafs  wenig  curiose
Personen  olıne  Besichtigung  des  Observatorii  und  Zugehöhr  dermahleins  in  Berlin
kommen  werden  und  K.  Maj.  selbst  verhoffentlich  einiges  Vergnügen  bey  des  Wercks
Fortgang  finden  dürfften.

Berlin  den  19.  Martii  1707.

An  demselben  Tage  schrieb  vox  Terrau  in  dem  gleichen  Sinn  an  den  Grafen
vos  WARTENBERG  (Geh.  Staatsarchiv).  Der  König  ging  auf  den  Vorschlag  ein,  und
am  28.  April  erging  eine  Ordre  an  den  Ober-Kainmerherrn  (Concept  und  Reinschrift
  im  Geh.  Staatsarchiv,  Abschrift  im  Akademischen  Archiv),  deren  Hauptinhalt
  lautet:

»(Da  die  Eckpavillone  auf  dem  Stallgebäude  nicht  entbehrt  werden  können)
ist  mit  Unserer  Genehmhaltung  ein  gewilser  Platz  gleich  gegen  dem  Öbservatorio
über  ınit  darauf  stehendem  Hinter-Gebäude  erhandelt,  auch  von  Uns  wegen  delsen
Behauung  an  Unsere  hiesige  Ambts-Cammer  nach  Anweisung  des  copevlichen  Beyschlusses
  resceribiret  worden.  Nachdem  aber  die  Nohtdurfit  an  Instrumenten  und
anderen  berechtigten  Dingen  auf  dem  Thurm,  welcher  von  allen  Seiten  zum  Observiren
  frev  seyn  muls,  nicht  gelassen,  noch  auch  die  Sachen  jedes  malıl  olıne
Schaden  und  Weitläuffiskeit  hin  und  hergebracht  werden  können;  so  haben  Wir
allergnädigst  resolviret,  dafs  die  Societät  auf  dem  Stall-Gebäude  den  Thurm  des
Öbservatorii  sambt  dem  ungehinderten  Eingang  darzu  behalten,  und  auf  jeder  Seiten
des  Thurıns  der  Gang,  so  daran  nach  den  beyden  Eekpavillonen  gehet,  halb  getheilet,
  die  nechste  Helffte  davon  jederseits  bey  dem  Observatorio  gelafsen  und  von
dem  Übrigen,  so  dem  Stall  verbleibet,  beständig  unterschieden  werden  solle«.  u.s.w.

An  demselben  Tage  ging  an  die  Amtskammer  die  Anweisung,  die  2100  Tlılr.
auszuzahlen  und  auf  dem  Grundstück  ein  Vordergebände  aufführen  zu  lassen,  in
welchem  ein  Laboratorium,  eine  Druckerei  und  einize  Zimmer  für  die  Societät
einzurichten  seien.  Die  Anweisung  lautet  (Geh.  Staatsarchiv,  Hannov.  Bibl.):

»Nachdem  für  die  Societaet  der  Wissenschaftten  in  der  Dorotheen  Stadt  ein
Platz  gleich  gegen  dem  Observatorio  über  mit  dein  darauf  stehenden  llinter  -  Gebäude
durch  den  Bau-Schreiber  lleese  für  2100  Thlr.  behandelt  und  erkaufft  worden,
Wir  auch  sotllanen  Kauff  allergnädigst  approbiret,  alls  befehlen  Wir  Euch  hiermit  in
Gnaden,  nicht  allein  dem  Verkäuffer  und  bisherigen  Proprietario  sothane  2100  Tlılr.
fordefsambst  auszahlen  zu  lassen,  sondern  auch  die  Versehung  zu  thun,  dafs  auf
gedachtem  Platz  ein  mittelmälsiges,  anständiges  Vor-Gebäude  aufzeführet  werden