88.  Leiexız  an  Frieorica  IL.  (25.  April  1707),  179

38000  Thlr.  überstiegen  (Nr.  80)  und  der  Secretar  am  22.  September  1708  an  Leısnız
schreiben  musste  (Nr.  81):  »Wie  gerne  man  die  Geldangelegenheit  der  Societät  bei
der  Amtskammer  befördern  wollte,  ist  doch  hierzu  bei  gegenwärtigen  Umständen,
da  der  grofse  Mangel  in  allen  Cassen  so  sichtbarlich  herfürbricht,  dafs  er  dem
Könige  selbs  nicht  länger  ganz  verborgen  bleiben  können,  so  wenig  Anschein,  nach
Wunsch  fortzukommen,  dafs  man  sorgen  muls,  der  Sache  mehr  zu  schaden  als  zu
nuzen,  wenn  man  sie  itzunder  regen  wolle«.  Die  Societät  hat  in  Folge  davon
länger  Zinsen  zahlen  müssen,  als  durch  Königliche  Ordre  bestimmt  war  (noch  im
Jahre  1710  war  nichts  ersetzt),  s.  die  Briefe  Nr.  99  und  ıı9  des  Secretars  an  Leısnız
vom  Januar  und  December  1710:  »Wegen  der  Kaufgelder  ist  so  leicht  keine  Hoffnung
zu  machen,  weil  des  Geldes  hie  gar  zu  wenig  und  noch  neulich  die  Amtskammer
Befehl  bekommen,  alle  ihre  Einnahmen  in  die  Rentei  zu  liefern,  auch  sogar  mit
Hintansetzung  ihrer  eigenen  Besoldungen,  welche  sie  doch  jederzeit  vormals  vorwegnehmen
  dürfen,  so  dafs  sie  verschiedenen  Bedienten  zu  2  und  3  Quartalen
würklich  zurückstehn«;  aber  schliesslich  wurde  die  Schuld  von  der  Kamıner  getilgt.

88.

(Vergl  Geschichte  der  Akademie  S.  143).

Lrısxsız,  Brief  an  den  König  Frıeoeriıca  ].  (Berlin,  25.  April  1707).
[Krore,  Die  Werke  von  Leiexiz.  10.  Bd.  S.  409  ff.)

Allerdurchlauchtigster  usw.  Ich  bin  hieher  gekommen,  und  habe  mich  ein
halb  Jahr  allhier  aufgehalten  blols  und  allein  dem  gemeinen  Besten  zu  dienen,  und
zwar  in  einer  Sach,  die  zu  E.  M*  Glori  gereichet,  damit  die  von  dero  fundirte
Societät  der  Wissenschafften  ferner  gefalset,  und  in  einen  leidlichen  Standt  gebracht
werden  möchte.

Solches  habe  einigermafsen  gottlob  erreichet.  E.  Königl.  Mt  haben  die  Anschaffung
  eines  Plazes,  und  Fortsezung  des  Baues  in  Gnaden  anbefohlen,  und
werden  solchen  Befehl  zweifelsfrey  vollstrecken  lassen,  haben  auch  ein  neues  Privilegium
  der  Societät  verliehen,  davon  dermahleins  ein  beständiger  Nuz  vor  sie
und  das  Publicum  zu  hoffen.  Wie  man  sich  dann  von  wegen  der  Societät  vor  dieses
Alles  allerunterthänigst  bedancket.  Man  hat  auch  die  nöthigen  Mesuren  genommen,
dafs,  wills  Gott,  alle  Jahr  einige  Miscellanea  herauskomınen  mögen,  und  hoffet
dem  Publico  damit  einig  Vergnügen  zu  geben,  und  will  ich  nicht  zweifeln,  es
werde  Alles  nach  der  genommenen  Abrede  und  gemachten  Anstalt,  ungeachtet
meiner  Abreise,  vor  sich  gehen.  Wenn  E.  Mt!  nur  zu  zeigen  fortfahren,  dafs  Sie
zu  dieses  Wercks  Beförderung  geneigt,  wird  man  inn-  und  aufserhalb  Landes  umb
die  Wette  das  Seine  beytragen,  und  können  also  E.  Mt  dero  sonst  ohnsterbliches
Lob  auch  bey  den  Scienzen  leicht  dadurch  verinehren;  inmalsen  bekandt,  dafs  die
grösten  Könige  neben  andern  treflichen  Thaten,  auch  wegen  Beförderung  der
Wissenschafften  gelobet  worden.

Ich  mufs  mich  nun  allerunterthänigst  beuhrlauben,  indem  meine  Bedienung
bev  des  Churfürsten  zu  Braunschweig  meines  gnädigsten  Herrn  Durchl.,  und  meine
Ordinari  Geschäffte  eine  längere  Abwesenheit  nicht  leiden,  und  kauın  diese  lange
Entfernung  gelitten,  da  ich  zwar  eher  abgefertiget  zu  werden  gehoflet,  solches
auch  an  E.  M*  nicht  gehafftet,  der  Geschäffte  Lauf  aber  nicht  leiden  wollen.  Wenn
ich  es  nicht  bei  mir  unverantwortlich  und  fast  schimpflich  gehalten  hätte,  woferne
dieses  Werck  der  Societät  länger  erliegen  bleiben  müssen,  so  hätte  ich  niınmermehr
  bey  meinem  Alter  und  Zustand,  ein  halb  Jahr,  wie  diels  Mahl,  auch  vor  ein
Grolses,  sacrificiren  wollen.

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