94.  95.  Zum  ersten  Bande  der  Miscellanea.  187

Es  half  Alles  nichts;  bereits  am  9.  September  erging  eine  Cabinetsordre  an  HüLsyaın
  und  von  Fucus,  ein  Gutachten  über  die  Oerven’sche  Eingabe  zu  erstatten.
Dieses  Gutachten  reichten  sie  ein.  Sie  berichten,  sie  hätten  sich  genau  instruirt
und  die  dirigirenden  Mitglieder  der  Societät  vor  sich  gefordert;  es  habe  sich  gezeigt,
  dass  OFLVEN  ganz  falsche  Voraussetzungen  seiner  Berechnung  unterlegt  habe
und  in  den  finanziellen  Verhältnissen  der  Societät  Alles  in  Ordnung  sei;  man  habe
dies  auch  Hrn.  OrLven  zur  Beantwortung  communicirt,  er  aber  habe  die  übergebene
  Rechnung  eine  Charteke  genannt  und  eine  neue  Untersuchung  verlangt  mit
anderen  Mitgliedern  der  Societät,  nämlich  Dr.  Horrsann  und  Dr.  SpENER.

Wirklich  drang  er  mit  diesem  Vorschlag  noch  einmal  beiım  König  durch.
Die  Commission,  durch  Horrsann  und  SpENER  verstärkt,  sollte  die  Sache  auf's
Neue  untersuchen.  Aber  diese  beiden  Herren  dankten:  sie  hätten  andere  wichtige
Geschäfte  und  bäten,  sie  von  dieser  Commission  zu  entledigen.  Sie  wollten  sich
mit  ÖELYEN  nicht  abquälen.  Damit  scheint  die  Sache  ihr  Bewenden  gehabt  zu  haben.
Schon  im  November  hatte  OELvEn  in  zwei  jammervollen  Briefen,  die  in  das  Akademische
  Archiv  gekominen  sind,  den  König  angetfleht,  ihm  ein  christliches  Alınosen  zu
gewähren  (»da  ich  vor  Hunger  und  Kummer  schmachten  muss-),  und  zugleich  seine
Verwandten  anzuhalten,  ihm  zu  Hülfe  zu  kommen  (»die  mir  in  solcher  Zeit  nicht
mit  einem  Stückchen  Brod  noch  einigen  Liebesdiensten  zu  Hilfe  kommen  wollen.«).
Die  Societät  wurde  nicht  weiter  behelligt;  der  Minister  hatte  sich  augenscheinlich
von  dem  guten  Zustande  ihrer  Verwaltung  überzeugt.

91.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  160).

Leinxız,  Brief  an  den  König  bei  Überreichung  des  ı.  Bandes  der
Miscellanea  (14.  Mai  ı710,  aber  abgesandt  im  Juni).
[Concept  in  der  Hannov.  Bibl.;  das  Original  im  Geh.  Staatsarchiv.)

Es  wird  Ew.  K.  M.  von  wegen  Dero  Societät  der  Wissenschafften  diese  kleine
Probe  allerunterthänigst  überreichet,  unsern  Eifer  zu  Dero  Glori  und  gemeinen  Nuz
zu  beweisen.

Solten  wir  das  Glück  haben,  dafs  E.  M.  ein  allergnädigstes  Wohlgefallen
darob  bezeigen  möchten,  würden  auch  Diejenigen  aufgemuntert  werden,  die  sonst
[aus  vermeynter  Erinanglung  defsen:  diese  Worte  stehen  nur  im  Concept]  hieran
das  Theil  nicht  nehmen  werden,  so  ihnen  zukommt,  und  wir  dürffen  [dürfften]
uns  verhoffentlich  dadurch  bald  in  Stand  sehen,  denen  auswärtigen  Societäten  dielsfalls
  an  die  Seite  zu  treten,  wozu  nichts  anderes  als  die  fernere  nachdrückliche
Handhabung  der  hohen  K.  Verordnungen  erfordert  wird.

Ich  habe  wegen  bisherigen  Zustandes  meiner  Gesundheit  dieses  Probestück
zu  E.  M.  Füfsen  zu  legen  nicht  vermocht,  hoffe  doch  die  Gnade  von  Gott,  dafs
ich  bald  werde  gegenwärtig  zu  erkennen  geben  können,  was  Gestalt  ich  Lebenszeit
  mit  unablälsiger  Devotion  verbleibe,  usw.

14.  May  1710.

95.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  161).
Lreısxız,  Vorrede  zum  1.  Band  der  Miscellanea,  Praefatioadlectorem!.

Miscellanea  quaedam  ex  schedis  ad  Societatem  Reg.  Berol.  missis  decerpta
speciminis  ergo  edere  placuit,  ut  de  Scopo  rectius  constet,  et  excitentur  melioris

ı  Leisxsizens  Widmung  an  den  König,  die  dem  ersten  Bande  der  Miscellanea  voransteht,
  ist  im  Texte  unserer  »Geschichte-  S.  161  ff.  abgedruckt.