121.  Das  Directorium  d.  Societät  a.  d.  König  Frirprien  Wirnein  I.  (21.  Nov.  1714).  229

kleinen  Bedürfnisse  zur  Anatomie  jährlich  84  Thlr.  und  6  Groschen  sollen  bezalılt
werden.

1738  den  ıg.  Märtz  wird  der  Societ.  durch  ein  K.  Cabinetsschreiben  bekannt
  gemacht,  dafs  der  Chir.  Neubauer  vom  König  zum  Prof.  Chirurg.  bey  dem
Coll.  Med.-Chirur.  bestellt  worden  und  ihr  befohlen,  ihm  zu  seiner  Verrichtung
Anweisung  zu  thun  (vol.  IV  p.132).

121.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  196).

Eingabe  des  Directoriums  der  Societät  an  den  König.
21.  November  1714.
[Akademisches  Archiv,  zwei  Concepte.]

Allerdurchlauchtigster  u.  s.  w.

Als  bei  jüngster  Versammlung  des  Concilii  Societatis  Scientiarum  aus  Gelegenheit
  der  von  E.K.M.  bestallten  Geh.  Staats  Ministro,  dem  von  Prinzen,  als  Protectore
  der  Societaet  geschehenen  Erkundigung  des  Zustands  der  Societaet  Casse
der  Secretarius  Societatis  angezeigt,  welcher  gestalt  er  im  Nachsehen  der  Acten
befunden,  wie  dem  Praesidi  der  Societaet  von  Leibniz  in  der  Königlichen  ihm  ertheilten
  Bestallung  laut  Beilage  A  kein  benahmter  Gehalt  verordnet,  in  der  besonderen
  Capitulation  aber,  so  mit  höheren  Bewufst  und  Consens  mit  ilım  getroffen,
besage  Lit.  B.  zu  Bestreitung  seiner  zu  tragen  habenden  Reise-  und  Correspondenz-Kosten
  600  Thlr.  jährlich  vom  ı.  Mai  1700  an  zu  rechnen,  ausgesetzt  und  versprochen
  worden,  worauf  derselbe  nach  und  nach  besage  der  Societaet  Rechnungen,
wovon  Extract  sub.  Lit.  C,  und  seiner  Quittungen  6900  Thlr.  empfangen  und  also
bis  ult.  Octob.  17117  vergnüget  worden,  wobei  dann  gedachter  Secretarius  angefraget.
  wie  er  sich  hierunter  zu  verhalten,  und  ob  er  dein  von  Leibniz  den  Rückstand
  seiner  obgedachten  jährlichen  Reise-  und  Correspondenz-Gelder  wie  bishero
nach  und  nach  abzufolgen  und  zu  übermachen  habe;  So  haben  wir  nach  reifer
Überlegung  nöthig  gefunden,  an  E.K.M.  uns  allerunterthänigst  zu  wenden,  und
müssen  dabei  zufolg  unser  Schuldigkeit  und  über  diese  Sache  gepflogenen  Deliberation
  gehorsamst  vorstellen,  ob  zwar  gedachtem  von  Leibniz  hiervon  noch  nichts
eröffnet,  noch  Er  darüber  vernommen  worden,  dals  es  dennoch  an  deme  sei,  dals
derselbe,  nicht  zu  gedenken,  dafs  Er  auch  vorhin  nicht  alle  Jahr  sich  ordentlich
eingefunden,  seither  dem  ı711Wr  Jalır,  da  Er  im  Mart.  April  und  Majo  sich  einige
Wochen  hie  aufgehalten,  die  Societät  nicht  mehr  besuchet,  dahingegen  sich  bis
nach  Wien  entfernet,  und  durch  Unterlafsung  der  Correspondenz  mit  der  Societaet
seit  dem  ı8.  April  dieses  Jahres,  wozu  Er  doch  durch  verschiedene  jüngere  Anfragen
  vom  21.  Apr.,  ı2.  May  und  7.  Aug.  veranlasset  worden,  dem  aber  keine
Antwort  erfolget,  die  Curam  Societatis  bei  dem  zu  Wien  dem  Vernehinen  nach
erhaltenen  neuen  Engagement  selbst  nicht  mehr  convenable  oder  compatible  zu  erachten,
  also  gleichsam  aufzugeben  scheine,  und  stellen  also  E.  K.M.  wir  anlheim,
weis  dieselben  hierunter  allergnädigst  zu  verfügen  geruhen  wollen.

Wenn  nun  E.K.M.  auf  den  Grund  der  mit  dem  von  Leibniz  getroffenen
Capitulation  davor  halten  sollten,  dafs  cessante  causa  debitum  ex  causa  ınit  celsire,
wenn  nemlich  der  von  Leibniz  nach  obangeführten  Umständen  dem  Ansehen  naclı
der  Societaet  zum  Besten  weder  Reisen  noch  Correspondentien  mehr  zu  verrichten
in  Stande  sein  dürfte,  so  würde  die  Sache  in  den  C’asum  verfallen  sein,  worüber
S.K.M.  höchstseligen  Andenkens,  besage  Lit.  D.,  disponiret,  und  wir  solcher  K.
Verordnung  uns  hiefüro  zu  erfreuen  haben,  defsen  wir  uns  auch  solchenfalls  um
so  viel  mehr  getrösten,  weilen  wir  die  Besorgung  des  Status  und  Aufnehmens  der