&gt;30  122.  Friepnricn  Wırnerm  I.  an  die  Societät  (29.  November  1714).

Societaet  der  Wissensch.  nun  bei  14  Jahr  ohne  den  geringsten  Genuls  einiger  Ergetzlichkeit
  treulich  verwaltet  haben.

Und  weil  die  Spenerischen  Erben  stark  anliegen,  dafs  die  mit  ihrem  sel.  Erblasser
  unter  verhoffter  allergnädigster  Approbation  angetretene,  doch  noch  nicht  zum
Schlufs  gebrachte  Handlungen,  wegen  defsen  schönen  und  zum  Nutz  des  Puhblici
sehr  dienlichen  Naturalien  Cabinets  wieder  hergenommen  und  zum  Schlufs  gebracht
werden  möge,  so  wäre,  in  izobeigedachtem  Fall  zu  einiger  Angabe,  die  nöthige
Barschaft  gefunden,  wenn  die  Hebung  des  von  Leibniz  mit  dem  Jahr,  in  welchem
derselbe  das  letzte  Mal  seine  Reise  und  Gebühr  beobachtet,  sich  endete,  und  wafs
dann  seit  derselben  Zeit  in  Rückstand  verblieben,  hiezu  nach  und  nach  wie  es  die
Cassa  leiden  will,  anzuwenden  allergnädigst  beliebet  würde.

Ew.  K.M.  allergnädigste  Willensmeinung  u.  s.  w.

Vice-Praeses  und  Directores
der  Societaet  der  Wissenschaften.

122.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  198).
OÖrdre  des  Königs  an  die  Societät  vom  29.  November  1714.
[Akademisches  Archiv,  ‘Abschrift  in  Hannover.]

Demnach  S.K.  Maj.  in  Preufsen,  unser  allergnädigster  Herr,  aus  der  eingeschickten
  Specification  der  Einnahme  und  Ausgabe  und  dabei  gefügten  Nachricht
ersehen,  welchergestalt  die  bei  der  Societät  der  Wissenschaften  alllie  einkommende
Gelder  zu  allerhand  und  zum  Teil,  unnötigen  Dingen  verwendet  werden,  und
dann  Dieselben  allergnädigst  resolvirt,  eine  gewilse  Anzahl  junger  Leute  zu  choisiren.
die  in  der  Chirurgie  und  Wundarztnei  und  andere  dein  gemeinen  Wesen  nüzlichere
Wissenschaften  sich  exerciren,  und  zu  deren  Perfectionirung  in  auswärtige  Länder
reisen,  die  dazu  erforderte  Kosten  aber  aus  obgedachten  Geldern  hernehmen  solten.
und  dahero  nötig  erachtet,  wegen  der  bei  obgedachter  Societät  der  Wissenschaften
zu  salariren  seienden  Meınbris  eine  andere  Repartition,  als  bisher  geschehen,  zu
machen,  gestatten  denn  Dieselben  hiemit  allergnädigst,  wollen  und  befelilen,  dafs  dem
Pracs.  Leibniz  hinfüro  nur  300  Tlılr.,  dem  Secretario  200  Thlr.,  und  zu  denen  extraordinär
  Ausgaben,  Bau  und  mathematischen  Instrumenten  in  allem  mehr  nicht  als
830  Thlr.  jährlich  ausgezahlt,  der  Überschufs  der  1000  Thlr.  aber  zum  Behuf  erwehnter
  in  der  Chirurgie  studirenden  Jugend  emplovirt  werden  sollen:  Als  befehlen
allerhöchstgedachte  S.K.Maj.  Dero  Societät  der  Wilsenschaften  hiemit  in  Gnaden.
sich  hiernach  allergehorsamst  zu  achten,  was  dem  Praesidi,  Secretario  und  an  Extraordinarien
  verordnet  ist,  in  denen  behörigen  Quartalen  auszuzahlen  und  damit  von
bevorstehendem  Luciae-Quartal  bis  Reminiscere  1715  den  Anfang  zu  machen,  die  überschielsende
  1000  Thlr.  aber  an  Dero  Hofraht,  Präsidenten  des  Collegii  medici  und
ersten  Leibmedicum  Gundelsheimer  quartaliter  mit  250  Tlilr.  gegen  Quittung  abfolgen
  zu  lalsen.

Signatum  Berlin  den  29.  Nov.  1714.  Fr.  Wilhelın.

\M.L.  von  Prinzen.

Ich  gebe  mir  die  Ehre,  dem  IIrn.  Hofraht  Chuno  hiebei  zu  communieiren
  eine  Königl.  Verordnung,  welehe  S.  K.  Maj.  mit  Dero  eigenen
höchsten  Iand  angegeben  und  mir  allergnädigst  anbefohlen,  ohne  Remonstration
  sofort  expediren  zu  Jafsen,  und  wird  der  Hr.  Hofraht  Chuno
wol  belieben.  selbige  bei  der  Königl.  Societät  gebührend  publieiren  zu
lafsen.  Den  30.  Nov.  1714.

M.L.  von  Prinzen.