246  ‚  145.  Vıerecx’s  Bericht  an  den  König  über  die  Societät  (1740).

und  nach  dessen  in  a.  1716  erfolgten  Absterben  den  verstorbenen  Geh.  Rath  Gundling
  und  der  Graben  von  Stein  demselben  gefolget,  Ew.  Exc.  aber,  als  Sie  nach  Absterben
  der  ehemahligen  Protectoren  der  Societät,  des  Ober-Marschalls  von  Printzen
und  des  Etats-Ministri  von  Creutz,  in  des  letzten  Stelle  getreten,  gleich  bei  Ihro
höchstseeliger  Maj.  ausgewürket,  dafs  der  Ober-Hof-Prediger  Jablonsky  als  der
älteste  Director  der  Societät  zum  Präsidenten  bestellet  worden,  damit  dieselbe  den
Stein  nicht  zum  Chef  behielte..  Die  Societät  hatte  seit  a.  1716  denen  ihr  bey
und  nach  ihrer  Stiftung  vorgeschriebenen  Instructionen  kein  vollkommenes  Genüge
leisten  können,  weil,  andre  Hindernisse  zu  geschweigen,  eines  Theils  es  ihr  an  den
dazu  erforderten  Mitteln  gefehlet,  und  andern  Theils  diejenigen,  so  aus  dem  Societäts
  Fond  zu  ihrem  Dienste  Besoldung  gehabt,  zu  Erhaltung  dieses  Fonds  die  jährliche
  Verfertigung  und  den  Debit  der  Kalender  vor  allen  Dingen  besorgen  mulfsten,
  auch  die  allermeisten  hiesigen  Mitglieder  mit  andern  Amts-Geschätften  überhäuffet
  sind.
Berlin,  d.  8.  Juni  1740.  v.  Jariges.

145.

(Vergl.  Geschichte  der  Akadenıie  S.  249).

Bericht  des  Ministers  von  VıerEcK  an  den  König  Frırpnrıcha  11.  über
den  Zustand  der  Societät  (9.  Juni  1740).

[Concept  im  Akademischen  Archiv,  Original  im  Geheimen  Staatsarchiv.]

Von  der  Einrichtung  und  Fonds  der  hiesigen  Societät  der  Wissenschafften.

Da  Ew.K.  Majest.  meinen  allerunterthänigsten  Bericht  von  der  Einrichtung
und  Fonds  der  hiesigen  Societaet  der  Wilsenschaften  durch  Dero  Kriegs-Rath
Schumacher  allergnädigst  erfordern  lalsen,  so  habe  ich  in  tiefster  Unterthänigkeit
hiemit  anzeigen  sollen,  dafs  die  hiesige  Societaet  von  des  Königes  Friderici  l.
Majestaet  zwar  schon  in  Anno  1700  gestifftet  und  ınit  einer  ausführlichen  Instruction
versehen  worden,  in  Anno  1711  aber  allererst  niedergesetzet  und  zur  wircklichen
Consistentz  gekommen;

Selbige  ist  anfänglich  sowohl  wegen  des  ihr  vorgesetzten  Praesidenten,  den
berühmten  von  Leibnitz,  als  vieler  ihrer  Wifsenschaft  halber  bekanten  Mitglieder
bey  auswärtigen  Academien  und  Societaeten  in  besondere  Hochachtung  gekommen.
Nachdem  aber  viele  der  letztern  abgegangen  und  dein  Praesidenten  von  Leibnitz
der  Geh.  Rath  Gundling,  diesem  aber  der  von  Stein  succediret,  hat  Solches  einen
ziemlichen  Abfall  verursachet.  Wannenhero  wie  es  des  Höchstseligen  Königes
Majestaet  allergnädigst  gefallen,  nach  Absterben  des  Geh.  Etats  Ministri  von  Creutz,
meiner  aller  unterthänigsten  Verbittung  ohnerachtet,  die  Aufsicht  mir  allergnädigst
aufzutragen,  meine  Bemühung  dahin  gerichtet  gewesen,  dem  anstöfsigen  Haupt  der
Societaet  einen  würdigen  Praesidenten  vorzusetzen,  und  ist  der  damahlige  älteste
Director  Jablonsky  darzu  bestellet,  die  Societaet  auch  mit  einem  geschickten  Secretario,
  dem  von  Jarriges,  auf  welchem  die  Correspondentz  mit  den  Auswärtigen
vorneimlich  beruhet,  versehen,  die  Adıninistration  der  Einkünfte  in  guter  Ordnung
erlialten  und  die  vielen  Anfechtungen  der  Societaet-Revenuen  möglichst  abgewandt
worden.

Indefsen  sind  selbige  schon  vor  meiner  Zeit  durch  die  der  Societaet  in  Anno
1724  zugeschriebene  Unterhaltung  der  Collegii  Medico-Chirurgiei  und  der  aclıt
Pensionairen  um  ein  ziemliches,  und  auf  2400  Thlr.  geschwächet  worden.

[Folgt  eine  kurze  Beschreibung  der  Verfassung  der  Societät  nach  dem  Statut  von

1710,  mit  dem  Zusatz,  dass  jetzt  auch  der  Director  des  Ober-Collegium  medicum  Sitz  und
Stimme  im  Concilium  der  Societät  hat;  der  Advocatus  fisci  ist  ausgelassen.]