2418  147.  Der  Präsident  JasLonskt  an  Viereck  (17.  Juni  1740).

147.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  250).

Der  Präsident  JasLonskı  an  den  Minister  vox  VIEREcK  (17.  Juni  1730).
[Akademisches  Archiv.)

Aus  der  allergnädigsten  mir  hochgeneigt  communicirten  Königl.  Ordre  leuchtet
Seiner  Maj.  höchste  Gnade  gegen  Dero  Societät  der  Wissenschafften  und  die  Versicherung
  Dero  allergnädigsten  Vorsorge  und  Protection  so  hell  hervor,  dafs  gedachte
Societät  dadurch  nicht  allein  zur  allerdevotesten  Danknehmigkeit  gegen  S.  K.  Maj.
verbunden  worden,  sondern  auch  kräfftigst  aufgemuntert  werden  wird,  sich  so
hoher  Königl.  Huld  und  Gnade,  so  viel  möglich,  würdig  zu  machen.  Ich  werde
inzwischen  die  mir  anbefohlene  Stücke  gehorsamst  beobachten  und  bey  dem  Concilio
  alles  dazu  Gehörige  schuldigst  veranstalten.

D.  E.  Jablonski.
d.  17.  Jun.  1740.

148.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  255).

Cur.  Wourr's  Berufung  an  die  in  Berlin  zu  gründende  Akademie  der
Wissenschaften  im  Jahre  1740.

Bereits  im  letzten  Jahre  der  Regierung  Frırprıca  Wiıruerm’s  1l.,  der  seine
Meinung  über  Worırr  gründlich  geändert  hatte,  hatte  man  sich  in  Berlin  lebhaft
beinüht,  den  Philosophen  wieder  nach  Preussen  zu  ziehen  und  ihm  eine  Professur
in  Frankfurt  a.O.  oder  Halle  unter  sehr  vortheilhaften  Bedingungen  zu  geben.  Es
war  namentlich  der  Propst  Reınseck,  der  sich  dafür  interessirte.  Er  führte  mit
Worrr  seit  dem  October  1737  einen  Briefwechsel,  der  im  Jahre  1783  von  Büscnaıxs
veröffentlicht  worden  ist  (Büscnine,  Beytrag  zu  der  Lebensgeschichte  denkwürdiger
Personen,  ı.  Theil).  Als  Frieorica  11.  die  Regierung  antrat,  wurden  die  Bemüliungen,
WorLrr  zu  gewinnen,  auf's  Neue  aufgenominen,  und  zwar  betraute  der  König  Rrıx-BECK
  mit  den  Verhandlungen.  Frıirprıcuh  war  damals  noch  ein  eifriger  Anhänger
der  Worrrischen  Philosophie,  die  er  in  den  französischen  Übersetzungen  von  Stun.
DES  Cnamrs  und  Jordan  studirte,  und  verchrte  den  Philosophen  aufs  Höchste  '.

Worırr's  Gründe,  den  Ruf  nach  Berlin  auszuschlagen,  liegen  theils  ausgesprochen
in  seinen  Briefen  vor,  theils  kann  man  sie  leicht  aus  ihnen  herauslesen.  Da  sie
ein  helles  Licht  auf  die  Situation  werfen  und  zeigen,  wie  ein  hervorragender
deutscher  Gelchrter  (der  freilich  auch  hervorragend  eitel  und  arrogant  war)  die
Absichten  Frienrich's,  eine  neue  Akademie  zu  begründen,  beurtheilte,  so  seien  sie
theils  vollständig,  theils  in  Regesten  hier  mitgetheilt.

Die  Correspondenz  wird  eröffnet  durch  den  berühmten  Brief  Frırprıca's  an
Reisseck  vom  6.  Juni  1740  (Büscnins  1  S.63;  (Euvres  T.27,  3  p.185):

!  Dem  Kronprinzen  hatte  Woırr  den  ersten  Band  seines  »Jus  naturae-  gewidmet,
und  darauf  antwortete  dieser  am  23.  Mai  1740  ((Euvres  T.  16  p.179):  »....  C’est  aux  philosophes
  a  etre  les  precepteurs  de  l’univers  et  les  maitres  des  princes.  Ils  devoient  penser
consequemmient,  et  c’est  A  nous  de  faire  des  actions  consequentes.  Ils  devoient  instruire  le
monde  par  le  raisonnement,  et  nous  par  l’exemple.  Ils  devoient  decouvrir,  et  nous  pratiquer-.
VorramE  antwortete  am  23.  Januar  1738  dem  Kronprinzen  (CEuvres  T.  21  p.ı41),  als  dieser
einen  philosophischen  Brief  geschrieben  hatte:  »On  eroirait  que  cette  lettre  est  de  M.  Leibniz
ou  de  M.  Wollf  a  quelyu’un  de  ses  amis;  mais  elle  est  signee  Federic-.