254  149.  Die  Statuten  der  Societe  Litteraire  de  Berlin  (1743).

(Böscnıxe  I  S.  ı13f.)  an  denselben:  »Ich  habe  in  den  Zeitungen  gelesen,  dals  Mr.
Maupertuis  an  dem  Project  einer  Academie  der  Wissenschaften  arbeitet  und  sie
nach  dem  Pariser  Fuls  einrichten  werde,  auch  eine  jährliche  Pension  von  3000  Thlr.
erhalten.  Er  kann  freilich  nichts  als  nachaffen.  Es  wird  aber  solchergestalt  eine
Academie  herauskommen,  die  blos  zur  Parade  ist,  und  dadurch  das  Land  wenig
Vortheile  erhalten  wird.  Unterdessen  hat  diesen  Franzosen  seine  Lapländische  Reise
glücklich  gemacht,  dafs  er  in  Deutschland  zu  Gelde  kommet,  davon  er  nach  diesem
in  Frankreich  wohl  leben  kann:  denn  er  wird  von  seinen  3000  Thlrn.  wenig  verthun,
  und  die  Academie  der  Wissenschaften  zu  Paris  wird  sich  die  Berlinische  aın
ıneisten  zu  Nutzen  machen,  sonderlich  in  Ansehung  der  Astronomie  und  der  Experimente«.
  Niemand  kann  hier  die  hässliche  Sprache  des  Neids  und  der  Eifersucht
verkennen.  Am  2.  Januar  1741  schreibt  Graf  Mantreurrer  an  Worrr  (Büöscninc  I
S.  118):  »Algarotti  est  alle  en  France  et  sera  bientöt  suivi  de  Maupertuis.  Il  yen
a  «qui  doutent  de  leur  retour  &amp;  Berlin.  In  einem  umfangreichen  Brief  an  den
Grafen  vom  ı5.  Januar  1741,  über  den  Büscrına  (I  S.ı18)  nur  referirt,  hat  sich
Worrr  über  die  Newtonianer,  noch  mehr  aber  über  die  Franzosen  aufgehalten,
die  nach  Berlin  und  Potsdam  gekommen  seien,  ArLsAarorrı,  Maupertts,  und  VorraırE.
  Auch  auf  den  Ruhm  Nrw'ron’s  ist  er  eifersüchtig  gewesen,  suchte  ihn
zu  verkleinern  und  kritisirte  ihn  in  übermüthiger  und  unverständiger  Weise;  er
hasste  Vorrame  auch  desshalb,  weil  er  New'ron’s  Lehren  verkündigte..  Um  so
auffallender  war  es  ilın,  dass  die  »göttliche  Esurıe-  seine  eigene  Philosophie  verbreitete.
  »Ich  kann  nicht  zusammenreimen,  wie  die  Madarne  du  Chatelet  so  grofse
Lust  zu  meiner  Philosophie  bezeiget,  dafs  sie  sich  vorgenommen,  mein  Apostel  bei
den  Franzosen  zu  seyn,  und  gleichwohl  de  Voltaire  an  sie  noch  imıner  so  attachirt,
dals  er  sie  nicht  verlassen  will.  ....  Ich  halte  sie  viel  stärker  als  de  Voltaire  an
Verstande,  der  als  ein  Poete  mehr  Imagination  als  Judieium  hat  und  schlecht  philosophiret«
  (an  Manreurrer,  Büscaıns  1  S.ı21.  131).  Die  Engländer  verabscheute
er  noch  mehr  als  die  Franzosen,  weil  »sie  zu  sehr  an  der  Imagination  hängen  und
diese  von  dem  Verstande  nicht  genug  unterscheiden  können;  daher  fehlt  es  ihnen
durchgehends  an  der  Solidität,  wenn  sie  sich  ausser  der  Mathematic  wagen.  Die
Algebra  hat  sie  von  der  Methode  ganz  abgebracht,  dessen  [sic]  Einsicht  man  zum  Philosophiren
  von  nöthen  hat.  Sie  schreiben  von  der  religione  revelata  so  lästerlich  ....
Von  den  Franzosen,  wenn  sie  erst  ihren  flüchtigen  Mercurium  figiren  können,  verspreche
  ich  mir  eher  was  Gutes,  weil  sie  gegen  Fremde  doch  billiger  sind  als  die
Engelländer,  und  sich  nicht  allein  klug  zu  seyn  dünken....  sie  sind  noch  viel  zu
flüchtig,  als  dafs  sie  sich  zu  der  Geduld  überwinden  könnten,  welche  die  Demonstrationes
  einzusehen  unumgänglich  erfordert«  (a.  a.0.  S.31f.  120).

Dass  dieser  Mann  durch  seine  Vorzüge  und  noch  mehr  durch  seine  Schwächen
ganz  ungeeignet  war,  mit  den  Gelehrten  der  neuen  Akademie  FrıEnDrIcH’s  zusamınen
zu  wirken,  liegt  auf  der  Hand,  und  so  ist  auch,  nachdem  die  neue  Akadennie  unter
Mavprertuvis’  Leitung  eröffnet  worden  war,  der  Versuch  nicht  mehr  wiederholt
worden,  ilın  für  Berlin  zu  gewinnen.

149.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  267).
Die  Statuten  der  »Societe  Litteraire  de  Berlin«  17343.
[Abschrift  im  Akademischen  Archiv,  gedruckt  bei  Forney,  Histoire  de  l’Acad«mie  p.  67  ff.]
Reglemens  dont  on  est  convenü  dans  la  Societe  Litteraire  de  Berlin.

Quelques  habitans  de  Berlin  qui  ont  du  goüt  pour  les  sciences  et  pour  la
litterature,  desirant  d’etendre  leurs  connoissances  et  de  se  rendre  de  plus  en  plus
utiles  au  publie,  ont  crü  que  le  meilleur  moyen  de  parvenir  &amp;  leur  but  etoit  de