153.  154.  Actenstücke  zur  Reorganisation  der  Akademie  (1743).  261

Gleich  wie  nun  S.K.Maj.  von  derselben  Treue,  Eyfer  und  Dexterität  sich
einen  erwünschten  Erfolg  und  Erhaltung  Dero  hohen  Intention  gewils  versprechen,  also

ı.  Befelilen  Sie  ihnen  zuforderst  in  Gnaden,  mit  gesamter  Hand,  auff  das
Genaueste,  die  bisherige  Einrichtung  nebst  denen  Fonds,  Revenuen  und  Emolumenten
  der  bisherigen  Societät,  ihre  Privilegia  und  die  aufs  der  Casse  bezahlte  Pensions
nebst  sämtlichen  Ausgaben  pflichtmäfsig  zu  untersuchen,  mithin  auff  die  billige  und
mögliche  Verbesserung  ihrer  Einkünffte  und  Fonds  zu  reflectiren,  auch  dazu  practicable
  und  dem  Lande  ohnschädliche  Moyens  anzuzeigen.

2.  Soll  diese  Commission  einen  rechten  soliden  Plan  von  dieser  Verbindung
beyder  Societäten  zu  einem  Corpore  entwerffen,  welchergestalt  solche  am  Besten
zu  errichten  sey,  damit  die  führende  heylsahme  Absicht  zum  Lustre  und  Nutzen
des  Landes  und  zur  besseren  Excolirung  der  Wilsenschafften  erhalten,  und  durch
gute  Arrangements  die  Fonds  der  Academie  aufser  denen  unentbehrlichen  Ausgaben
zur  Belohnung  der  sich  wohl  meritirenden  Professorum  und  zur  Bestreitung  der
auff  die  Experimenta  gehenden  Kosten  angewandt  werden  können,  welcher  Plan
sodann  Sr.  K.  Maj.  zur  allerhöchsten  Decision  und  Approbation  eingesandt  werden
soll;  allermalsen  höchst  Dieselben  nicht  abgeneigt  sind,  nach  Formirung  sothaner
Academie  selbsten  den  Caracter  eines  Chefs  derselben  zu  übernehmen,  und  dieser
Societät  ein  so  viel  eclanteres  Merckmahl  Dero  Königl.  Hulde  und  Protection,  den
Mittgliedern  aber  einen  so  viel  stärkeren  Antrieb  zur  rechten  Ämulation  zu  geben.

Mehr  höchst  besagte  S.  K.Maj.  befehlen  also  vorerwehnten  Dero  3  würcklichen
  Geh.  Etats-  Ministris  sich  mit  Zuziehung  derer  obengeführten  7  Membrorum
der  alten  und  neuen  Academie  dieser  Commission  einmüthig  und  fordersamst  zu
unterziehen  und  Alles  mit  vereinigten  Kräfften  nach  Dero  allergnädigsten  Willensmeynung

  zum  Stande  zu  bringen.  Potsdam,  den  13.  November  1743.
r.

153.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  270).
Cabinetsordre  Frıroprıca’s  II.  an  den  Minister  von  VıEREcK
vom  13.  November  1743.
[Original  im  Akademischen  Archiv.]

Mein  lieber  würckl.  Geheimter  Etats  Ministre  v.  Viereck.  Ich  ersehe  aufs
Eurem  Bericht  v.  21.  dieses,  was  Ihr  wegen  der  bifsherigen  Societät  der  Wissenschaften,
  und  Wiederbesetzung  der  2  Directoren  -Stellen  vorstellen  wollen,  welches
auch  an  sich  völligen  Grund  hat.  Da  Ihr  aber  aufs  Meiner  heutigen  Ordre  an
Euch  und  die  Etats-Ministres  v.  Marschall  und  v.  Viereck  [NB.:  muss  »Arnim«
heissen]  vernehmet,  wie  Meine  Willensmeinung  auff  eine  Combination  der  alten
und  neuen  Societät  gerichtet  sey,  alfs  welches  durch  die  ernandte  Commission  bewerckstelliget
  werden  soll,  so  wird  es  am  besten,  diesen  Punkt  vor  Wiederbesetzung
  der  vacanten  Director-Plätzen  bey  gedachter  Commission  mit  in  Deliberation
  zu  bringen,  und  sich  mit  denen  übrigen  Commissariis  darüber  zu  vereinigen.
Ich  bin  Euer  wohlaffectionirter  König  Fr.

154.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  273).
Cabinetsordre  an  den  Feldmarschall  Grafen  von  ScHMETTAU
vom  24.  November  1743.
[Original  im  Akademischen  Archir.]
Je  vous  adresse  ci-clos  la  representation  que  le  Ministre  d’Etat  v.  Viereck
vient  de  me  faire  sur  la  combinaison  proposce  entre  la  Societe  des  Sciences  et  la
nouvelle  Societe  Litteraire.