170a.  Mavprerreis  an  Saster  Kösic  (23.  December  1751).  &gt;81

Im  Geheimen  Staatsarchiv  sind  in  einem  Fascikel  26  Briefe  vereinigt  (nur
einer  ist  bisher  gedruckt),  nämlich  23  von  Marperrus  an  den  König,  einer  von
demselben  an  einen  Ungenannten,  einer  von  FrıEprıcH  an  MaArPrErRTUIS,  und  einer
von  der  Wittwe  Maurerttis’,  in  welchem  sie  den  Tod  ihres  Gatten  deın  Könige
anzeigt.  Aus  der  Zeit  vor  dem  19.  October  1754  staınmen  nur  7  Briefe,  unter  ilınen
der  oben  im  Texte  S.  296  abgedruckte,  wichtige  vom  15.  Januar  1746;  sie  sind,  soweit
  sie  von  Bedeutung  sind,  bereits  im  Texte  verwerthet  worden.  Als  Matrperrtıs
soyar  der  Anstellung  eines  Gärtners  (lonaz  MÜrLLER's)  wegen  beim  Könige  anfragte,
da  erklärte  dieser  doch,  die  Akademie  möge  das  allein  abınachen.

Die  übrigen  ı8  Briefe  (19.  October  1754  bis  ı2.  September  1758)  enthalten
nicht  viel  Lehrreiches  über  das  hinaus,  was  ihnen  bereits  im  Text  entnoimınen  ist.
Aus  dem  Schreiben  vom  19.  October  1754  (vergl.  oben  den  Brief  Nr.4)  geht  hervor,
  dass  der  hannoversche  Minister  eifersüchtig  darüber  wachte,  dass  die  Berliner
Akademie  ihm  nicht  seine  Göttinger  Professoren  abspenstig  mache.  Maurerttıs
beklagt  sich  über  seine  Feindseligkeiten  beim  Könige.  Der  folgende  Brief  (13.  December
  1754)  zeigt,  dass  auch  zwischen  der  Göttinger  Societät  und  der  Akademie
  eine  Spannung  bestand.  Wenigstens  setzt  Marperrtis  eine  solche  voraus;
denn  er  schreibt,  der  jüngere  Eurer  habe  einen  Göttinger  Preis  erhalten:  hätten
die  Preisrichter  gewusst,  wer  der  Verfasser  der  gekrönten  Arbeit  sei,  so  hätten
sie  den  Preis  nicht  ertheilt  »par  la  jalousie  qu’a  cette  Academie  contre  la  notre«!
Der  Brief  vom  16.  November  1755  enthält  ein  höchst  peinliches  Gesuch  Matrerrutis’,
welches  hier  fehlen  darf.  In  dem  Schreiben  vom  13.  Mai  1756  bezeugt  er,  wie
sehr  dem  Herzog  ve  Nivernaıs  die  Aufnalıme  in  die  Akadeınie  geschmeichelt
habe.  In  den  aus  Frankreich  geschriebenen  Briefen  komınen  sachliche  Fragen  nicht
vor:  es  sind  Gratulatiousbriefe  zu  den  Siegen  Friıenrica’s  mit  lebhaft  geäusserten
Wünschen,  der  König  möge  nun  den  Frieden  herstellen  und  der  Pacificator  Europas
werden;  ausserdem  enthalten  sie  Mittheilungen  über  Maurerttıs’  Reisen  zur  Wiederherstellung
  seiner  Gesundheit.

170  a.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  332).

Antwortschreiben  Mıavurertrtiıs’  an  Sımten  Königs
vom  23.  December  1751.
[Akademische  Protokolle;  S.  Köxig’s  Brief  steht  ebenfalls  in  Abschrift  in  diesen  Protokollen;
er  ist  aber  bereits  von  Lr  Stevr,  Maurentuis  et  ses  correspondants  p.  134  ff.,  veröffentlicht
worden;  Mauperttis  liess  seine  Antwort  in  der  Akademie  verlesen.)

J’ai  regu,  Monsieur,  la  Lettre  que  Vous  m’avez  fait  l’honneur  de  m’ecrire,
du  10  de  ce  mois:  Et  s’il  n’etoit  question  que  de  ınon  interet  personel,  je  serois
plus  que  satisfait  des  choses  obligeantes  qu’elle  contient.  Mais  ce  que  Vous  avez
mis  dans  les  Actes  de  Leipsig  attribuant  a  M.  de  Leibnitz  des  choses  que  d’autres
Academiciens  ont  donnees  comme  d’eux  dans  nos  Memoires,  l’Academie  ne  pouvoit
manquer  de  s’interesser  a  Eclaircir  ce  qui  peut  appartenir  a  chacun  de  ses  Meimbres.
Et  comme  la  question  ne  depend  que  de  la  production  de  la  Lettre  que  Vous  avez
citee,  on  vous  a  prie  d’en  faire  voir  l’Original.  C'est  ce  que  tout  particulier  interesse
  de  la  sorte  seroit  au  droit  d’exiger:  a  plus  forte  raison  une  Compagnie  respectable,
  et  par  le  Prince,  qui  la  protege,  et  par  les  Meinbres  qui  la  composent.

Sur  la  preiiere  Lettre  que  j’ay  recue  de  Vous,  S.  M.  comme  Protecteur  de
l’Academie  a  deja  ecrit  a  Mss.  de  Berne  pour  faire  chercher  parmi  les  papiers  de
Henzy  ce  recueil  de  Lettres  de  Leibnitz  dont  vous  parliez.  Mais  apres  la  plus
exacte  perquisition  l’on  n’a  rien  trouve  d’approchant.  Et  les  recherches  que  M.
de  Paulmy  d’Argenson  a  fait  faire,  n’ont  pas  eu  d’autre  succcs.