296  171.  Expose  der  Akademie  über  die  Könis’sche  Sache  (März  1751).

Akakia«  mit  Hülfe  einer  Druckerlaubnifs,  die  ihm  zu  andrem  Zweck  ausgestellt  war.
Darin  wird  vorgegeben,  ein  junger  naseweiser  Student  in  Rom  habe  unter  dem
falschen  Namen  des  berühinten  Präsidenten  einer  berühmten  Akademie  Schriften
herausgegeben,  und  wird  er  deshalb  vom  Doctor  Akakia,  dem  Leibarzt  des  Papstes.
dem  Grofsinquisitor  denuncirt,  und  von  diesem  das  Urtheil  dein  Professorencollegium
der  Sapienza  eingeholt.  Diese  verschiedenen  Autoritäten  geben  ihr  Urtheil  über
die  Dummheiten  ab.  welche  besagter  junger  Mann  vorgebracht,  und  über  die  Verhaltungsmafsregeln,
  die  ihm  aufzuerlegen  seien.  Darin  wird  Maupertuis  nach  allen
seinen  persönlichen  und  schriftstellerischen  Eigenthümlichkeiten  lächerlich  gemachıt;
es  wird  durchaus  ein  harmlos  heiterer  Ton  bewahrt,  während  sicher  gezielte  Gittpfeile
  das  arme  Opfer  an  jeder  empfindlichen  Stelle  verwunden.

Hier  lag  eine  offene  Verhöhnung  der  königlichen  Autorität  vor,  zu  der
Friedrich  11.  nicht  mehr  schweigen  konnte.  Das  gemifsbrauchte  Druckprivilegium
lieferte  den  Beweis  der  Autorschaft  gegen  Voltaire’s  Leugnen.  Der  König  liefs
ihn  einen  reumüthigen  Revers  unterschreiben,  ohne  ihn  direct  wegzuschicken;  aber
Voltaire  traute  den  Verhältnissen  nicht  mehr.  Er  ging  mit  Erlaubnils  des  Königs
angeblich  auf  eine  Badereise,  schrieb  schon  von  Leipzig  aus  eine  Fortsetzung  des
Docteur  Akakia,  wurde  in  Frankfurt  a.  M.  festgehalten,  um  ihm  die  mitgenomınenen
  Gedichte  des  Königs  abzunehmen,  und  sah  den  König  nicht  wieder.

Maupertuis  aber,  geistig  gebrochen  und  körperlich  leidend,  zog  sich  1733
in  sein  Vaterland  zurück.  Nach  seiner  noch  in  Berlin  herausgegebenen  Kosmologie,
die  dem  Docteur  Akakia  den  Hauptstoff  lieferte,  verstummte  er  als  Schriftsteller
und  starb,  wenige  Jahre  danach,  1759.

Der  König  übernalım  zunächst  selbst  die  Präsidentur  der  Akademie,  suchte
indessen  wiederholt  d’Alembert  für  diese  Stelle  zu  gewinnen.  Da  dieser  ablehnte.
ernannte  er  keinen  Andern.  Er  salı  woll,  dafs  die  Ernennung  eines  Präsidenten,
der  selbst  nach  dem  Rulım  eines  Schriftstellers  und  Philosophen  geizt,  nicht  ıunbedenklich
  sei.

171.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  337).

Expose
Concernant  l’Examen  de  la  Lettre
de
M.  pe  Leisnırz,
Alleguee  par  M.  le  Prof.  Kaxısc,
Dans  le  Mois  de  Mars  1751
Des  Actes  de  Leipzig,
A  l’Occasion

Du  Principe  de  la  Moindre  Action!.

[Memoires  de  ’Acadtmie  1750  p.  52—64.]

M.  de  Maupertuis,  President  de  l’Acadeınie  Royale,  ayant  demontre  par  plusieurs
  argumens  tres  convainquans,  que  non  seulement  dans  l’etat  equilibre  des
corps,  ınais  aussi  dans  les  mouvemens  produits  par  des  forces  quelconques,  il  y
avoit  toujours  la  moindre  qnantite  d’action  possible,  en  sorte  qu’on  a  tout  lieu  de
regarder  ce  prineipe  de  la  moindre  action  comme  renfermant  la  Loi  la  plus  generale
de  la  nature;  M.  le  Professenr  Koenig  a  fait  ses  eflorts  en  plusieurs  ınanieres  pour

!  On  verra  aisement  par  la  seule  lecture  de  ce  M«moire,  qu’il  etoit  du  nombre  de
ceux  dont  la  publication  ne  peüt  etre  retardce.