310  176.  Cu.  Worrr’s  Urtheile  über  Eurer  und  Marvrertuıns.

1785.  L’Ivroie  (unter  agricultur-botanischem  Gesichtspunkt)  [Dr.  med.  Brucuanns
in  Groningen;  ausserdem  ein  Accessit].  Als  Theına  für  das  Jahr  1787  wurden
drei  unter  sich  zusammenhängende  landwirthischaftliche  Fragen  in  Bezug  auf
die  Thier  -  Ernährung  gestellt.

Preisaufgaben,  die  von  dem  Grand  Directoire  de  Guerre.  et  des
Finances  gestellt  und  deren  Lösungen  von  der  Akademie  beurtheilt
worden  sind.

1765.  La  meilleure  construction  des  fourneaux  [BAumer,  Dr.  med.  in  Erfurt).

1766.  La  construction  des  fours  [Baussan  pu  Bısxon,  K.  Notar  in  Suze  au  Maine].
Die  beiden  Aufgaben  »L’epargne  du  bois«  und  »La  preparation  la  moins

coüteuse  du  meilleur  sel«  wurden  nicht  beantwortet.

1770.  Les  ınoyens  de  perfectionner  la  machine  a  piloter  [Haase,  Architekt  in  Jena].

Besondere  Preisaufgaben.

Ein  ungenannter  französischer  Privatmann  setzte  zwei  Preise  aus  (je  500
Franken),  und  die  Akademie  übernahın  das  Preisrichteramt:  ı.  über  die  Ursache
der  Verschiedenheit  der  zwei  Formen  der  Paralyse  (motorische  und  sensible  Störungen)
und  über  die  Möglichkeit,  die  letztere  zu  heilen;  2.  über  die  Ursachen  der
charakteristischen  Verschiedenheiten  des  männlichen  und  weiblichen  Geschlechts  bei
den  verschiedenen  Thiergattungen  (Haare,  Federn  etc...  Den  Preis  für  die  Lösung
der  zweiten  Frage  erhielt  im  Jahre  1772  Frisca,  Pastor  in  Grünberg  in  Schlesien,
den  für  die  Lösung  der  ersten  (im  Jahre  1774)  Perzenoon,  Dr.  med.  zu  Horn  in
Westfriesland.

Der  Abbe  Raynaı.  setzte  im  Jahre  1783  einen  Preis  über  die  Pilichten  des
Historikers  aus,  der  aber  nicht  ertheilt  wurde.  Ravnar  erhielt  die  Summe  zurück.

176.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  435).

Cn.  WoLrr's  Urtheile  über  EvrrEr  und  MaAUPERTUIS.

[Briefe  von  Curısriax  Worrr,  herausgegeben  von  der  Petersburger  Akademie  (1860)  S.  142f.,
vom  6.  Mai  1748,  Worrr  an  Schumacuer  in  Petersburg.]

Die  Gelehrten,  welche  gründliche  Erkenntnifs  lieben,  nehmen  an  allen  Orten
sehr  ab,  und  es  nimmt  ein  seichtes  Wesen  überhand,  nachdem  man  mit  einer  sog.
Newtonischen  Philosophie  das  Französische  Fladder-Wesen  verknüpft,  da  man  blols
durch  angenehme  Worte  die  Aufimerksamkeit  von  dem  Verstande  auf  die  Seite  der
Einbildungskraft  zurücke  ziehet...  Es  wird  also  schwer  fallen,  geschickte  Mitglieder
  in  Akademien  der  Wissenschaften  zu  erhalten...  Herr  Euler,  der  seinen
wohl  verdienten  Ruhm  in  der  höheren  Mathematik  genielsen  könnte,  will  nun  mit
Macht  in  allen  Wissenschaften  dominiren,  darauf  er  sich  doch  nieınalen  geleget,
und  da  es  ilım  so  wohl  an  den  ersten  Gründen,  als  an  Belesenheit  fehlet,  die  zu
einer  historischen  Erkenntnifs  erfordert  wird:  wodurch  er  so  wohl  seinem  eigenen
Ruhme  sehr  schadet,  indem  wenige  sind,  die  von  dem  ihm  gebührendem  Ruhın
einen  Begriff  haben,  als  auch  die  Akademie  d.  W.  zu  Berlin  in  viele  Schande
bringet,  wovon  der  durch  ihn  erregte  Monadenstreit  eine  klare  Probe  ableget,  zumal
  da  er  einen  hochmüthigen  und  verwegenen,  dabei  unverschäinten  Rabulisten,
Namens  Justi,  zu  seinem  Werkzeug  erkieset  und  das  Interesse  der  Akademie  aus
Mangel  der  Klugheit  seinen  Affecten  aufopfert.  Es  ist  aber  ein  Unglück,  dafs  der
Hr.  Präsident  Maupertuis  ein  Franzose  ist,  der  weder  Deutsch  kann,  noch  den