314  179.  Actenstücke  zu  Laorance’s  Entlassung  (1787  ff.).

directorii,  desgl.  aus  dem  Kriegsrathe,  der  hiesigen  Chur-  Märkischen  Dom-Kamıner
und  aus  anderen  Dicasteriis  wählen  ınüfste,  welche  unter  dem  Praesidio  des  bei
der  Akademie  schon  befindlichen  alten  Hofrath  Gleditsch  sich  mit  solchen  praktischen
Arbeiten,  Untersuchungen  und  Aufgaben  zu  beschäftigen  hätte,  die  den  Ackerbau,
-  die  Viehzucht  und  das  Forstwesen  u.s.  w.  betreffen  und  also  zur  Aufnalıme  des
Landes  etwas  beitragen  könnten.«

»(2)  Dals  sie  die  Etats  ihrer  Einnahmen  und  Ausgaben  fördersaınst  höchsten
Orts  einzureichen  hätten,  weil  S.  K.  Maj.  den  Zustand  ihrer  Kasse  Allerhöchst  Selbst
einsehen  wollten,  um  zu  bestimmen,  wie  viel  den  Mitgliedern  dieser  neuen  ökonomischen
  Klasse  von  Pensionen  festgesetzt  werden  könnte.«

»(3)  Dals  die  Akadeınie  wenigstens  die  ersten  zehn  Jahre  keine  Preisaufgabe
über  solche  speculativische  und  sterile  Materien  wie  bisher  aufgeben,  sondern  den
Fond  solcher  Preifsschrifften  blos  zur  Disposition  der  neuen  ökonomischen  Klasse
überlassen  sollte,  damit  diese  solche  praktische  Preisaufgaben  zur  Beantwortung  ausschriebe,
  von  welchen  der  Staat  einen  reellen  Nutzen  und  Vorteil  zur  Aufnahme
des  Landes  haben  könnte.  «

»(4)  Dafls  bei  den  Absterben  der  jetzigen  pensionirten  Academiciens  keine
neue  in  Vorschlag  gebracht,  sondern  die  vacanten  Pensiones  in  der  Kasse  aufgesammelt
  werden  sollten,  weil  die  Akadeınie  nach  einiger  Zeit  auf  einen  völlig  veränderten
  Fuls  eingerichtet  werden  sollte.  .«

»Auf  diese  Weise  erhalten  Ew.  K.  H.  sodann  freie  Hände,  ınit  der  Zeit  eine
solche  Einrichtung  mit  der  Academie  zu  ınachen,  die  dem  Lande  in  ınehr  als  einer
Absicht  äufserst  nützlich  und  vortheilhaft  werden  könnte.«

Wo£rLeser  schlägt  nun  eine  Reihe  von  Preisaufgaben  vor:  (1)  über  Chausseebau,
(2)  Veredlung  der  Schaafe  und  ihrer  Wolle,  (3)  Verbesserung  der  Landstutereien,
um  die  holsteinischen  und  polnischen  Pferde  überflüssig  zu  wachen,  (4)  Verbesserung
  der  Rindviehzucht,  dafs  ınan  die  polnischen  Ochsen  und  die  fremden  Bullen
nicht  mehr  bedürfe,  (5)  Wiedereimporbringung  des  durch  die  Regie  ruinirten  Tabaksund
  Flachsbaus  im  Ilalberstädtischen,  Magdeburgischen  und  der  alten  Mark.

»Durch  diese  und  ähnliche  Arbeiten  würden  die  Academiciens  dem  Lande
nützlich  und  verdienten  ihr  Brodt,  an  statt  dafs  sie  gegenwärtig  gröfstentheils  als
walıre  Faullenzer  ihre  oft  ganz  ansehnliche  Pensiones  nicht  anders  erwerben  als  im
Müssiggange  und  mit  promeniren  sous  les  arbres  et  au  parc  pour  tuer  le  temps,
denn  eine  andere  Sprache  höret  man  von  ihnen  nicht,  unterdessen  so  viele  rechtschaffene
  Königliche  Bediente  bei  allen  Dicasteriis  im  Schweifs  ihres  Angesichts  vom
Morgen  bis  an  den  Abend  um  einen  geringen  Gehalt  arbeiten  müssen  und  an  keine
Proinenade  gedenken  können.«

»Ach!  wmädigster  Herr!  Es  herrschen  noch  allenthalben  so  manche  Misbräuche
  iım  Lande,  welche  Ew.  K.  H.  auf  das  vortheilhafteste  abzuändern  tausend
Mittel  und  Wege  finden  werden.«

179.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  507).
Actenstücke  zu  LıGraxGe’s  Entlassung  nebst  einigen  Briefen  des
Gelehrten  (1786  ff.).

[Akademisches  Archiv.]

I  }
Au  roi.

Ayant  appris,  que  le  Sr.  la  Grange  a  demande  a  S.M.  son  conge  et  supposant,
  qu’Elle  sera  pourtant  bien  aise  de  conserver  a  notre  academie  ce  premier  geonietre
  de  l’Europe,  j'ai  tache  de  le  persuader  de  rester.  —  II  ne  ın’a  allegue  que