334  187.  A.  v.  HumsoLot,  Entwurf  zur  Reorganisation  der  Akademie  (1807).

in  der  Wissenschaft  bewährte,  kenntnifsreiche,  thätige  Männer  ernannt  würden,  so
liefse  sich  eine  heilbringende  Veränderung  und  Erneuerung  der  Akadeınie  bewirken,
damit  sie  der  Wohlthat  ihres  gütigsten  Königs  und  der  Aufinerksamkeit  ihrer  Mitbürger
  würdig  erschiene.

Indem  wir  eine  solche  Ansicht  der  gegenwärtigen  wahren  Lage  der  Wissenschaften
  unserm  Grolsmüthigen  und  Gerechten  Könige,  unserın  gnädigsten  Protector
vorlegen,  so  dürfen  wir  hoffen,  dafs  Ew.  Maj.  die  so  unsterbliche  Verdienste  um
die  Beförderung  der  Gelehrsamkeit  in  Ihren  Staaten  haben,  und  selbst  so  gnädig
die  Akademie  zu  Vorschlägen  der  Verbesserung  aufriefen,  mit  einiger  Theilnahme
auf  den  Eifer  blicken  werden.  den  wir  so  gerne  bezeigen  wollten,  um  des  Allerhöchsten
  Schutzes  wertli  zu  sein.

Wenn  indels  bei  den  gegenwärtigen  Umständen,  welche  die  von  uns  wie
von  allen  getreuen  Unterthanen  so  heils  ersehnte  Anherokunft  Ew.  K.  Maj.  noch
zurückhalten,  eine  solche  Umgestaltung  der  Akadeınie  vielleicht  nicht  thunlich  wäre,
so  dürfen  wir  hoffen,  dals  Ew.  Maj.  lieber  uns  jetzt  in  dem  gegenwärtigen  Zustande
  zu  lassen  geruhen  werden,  als  die  Fortsetzung  einer  veralteten  Form  anzubefehlen,
  welche  eine  gründliche  Verbesserung  nicht  würde  stattfinden  lassen.

Wir  erlauben  uns  nur  noch  hinzuzusetzen,  dafs  diese  ehrerbietige,  aus  unsern
Statuten  und  aus  dein  Zweck  der  Akademie  hergenoinmene  Vorstellung  der  einstiinmige
  Beschlufs  säinmtlicher  in  der  Sitzung  gegenwärtiger  Mitglieder  war,  und
dals,  wenn  einige  Unterschriften  fehlen,  es  die  Namen  solcher  sind,  welche  bei
der  Verhandlung,  deren  Gegenstand  nicht  vorher  angezeigt  war,  nicht  zugegen  waren.

Berlin,  19.  Sept.  1807.

Ew.  K.  Maj.
allerunterthänigste
Mitglieder  Allerhöchst  Dero
Akademie  der  Wissenschaften
[folgen  die  Namen].

187.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  571).

A.v.  Humsorpr’s  Entwurf  zur  Reorganisation  der  Akademie
(Reinschrift  vom  4.  November  1807).
(Akademisches  Archiv;  die  Unterschrift  von  A.  v.  HusssoLpr  eigenhändig.)

„Hauptobjecte,  über  welche  die  Organisations-Commission  der  K.  Akademie  der
Wissenschaften  zu  deliberiren  hat.“
ı.  Zweck  der  Akademie.  2.  Verhältnifs  der  Mitglieder  unter  einander.  Innere  Organisation.
3.  Wissenschaftliche  Hülfsmittel  zur  Beförderung  des  Zwecks  der  Akademie.  4.  Arbeit.
Wirksamkeit  der  Gesellschaft  nach  Innen  und  Aufsen.  5.  Bekanntmachung  der  Arbeiten.
Schriften.  Landkarten.  6.  Ökonomische  Verhältnisse.

ı.  Zweck  der  Akademie,

Beförderung  wissenschaftlicher  Cultur  durch  eigene  Arbeiten,  durch  Veranlassung
  freinder  Arbeit,  durch  Leitung,  Rath,  wenn  der  Minister  des  Innern  Befehl
hat,  diesen  Rath  (bei  Besetzung  wissenschaftlicher  Stellen)  zu  fordern.

Die  Wissenschaften  haben  einen  innern  Zweck.  Alle  stehen  mit  dem  bürgerlichen
  Wohlstande  in  Wechselwirkung,  in  naher  oder  entfernter  (Nöthwendigkeit,
diese  Idee  im  Eingang  des  Reglements  anzudeuten).  Verbindung  der  Gelelırten
und  Künstler,  Kunstakademie,  d.  h.  Auswahl  der  Mitglieder  aus  der  Kunstakademie,
auftretend  als  vierte  oder  fünfte  Klasse  der  Akademie  der  Wissenschaften  und  Künste.

Verhältnils  beider  Akademieen.