336  187.  A.  v.  HıssoLor,  Entwurf  zur  Reorganisation  der  Akademie  (1807).

Walıl  der  Mitglieder,  des  Präsidenten,  der  Secretäre  und  des  ökonotmnischen
Ausschusses.

Allgemeine  Grundsätze  über  Besoldungen  und  über  den  pecuniären  Zustand
der  Akademie.  Die  von  dein  Staate  dein  Institute  überlassenen  Fonds  müssen  dienen:

ı.  Zur  Erhaltung  und  Erweiterung  der  einzelnen,  zum  unınittelbaren  Betriebe
der  Wissenschaften  errichteten  Anstalten,  als  botanischen  Garten,  Observatorium,
Billiothek,  Sammlungen  zur  Physik,  Cliemie  und  Naturbeschreibung.  Dazu  Besoldung
  der  zur  Beobachtung,  Sammlung  und  Erhaltung  angestellten  Personen,  wie
auch  der  Secretaire  und  des  ökonomischen  Ausschusses,  nicht  des  Präsidenten.

2.  —  dies  ist  ein  zwar  wichtiger,  aber  secundärer  Zweck  —  zur  Berufung
und  zur  Möglichkeit  einer  blofs  den  Wissenschaften  gewidineten  Existenz  ausgezeichneter
  Gelehrter.

Dürfen  Männer,  die  vom  Staate  aus  anderen  Quellen  über  1500  Thlr.  jährlich
Einkommen  haben,  künftig  Anspruch  auf  akademische  Besoldungen  machen’

Ist  es  nützlich,  dafs  (die  soeben  sub  n.ı  genannten  Ämter  abgerechnet)  Besoldungen
  an  Stellen  haften.  d.  h.  ist  es  nothwendig,  dafs  der,  welcher  an  die  Stelle
eines  jetzt  besoldeten  Mitgliedes  tritt,  Stelle  und  Besoldung  zugleich  erhalte?

Bewerbung  um  sog.  vacante  Besoldung:  Dadurch  entstehende  Abhängigkeit
der  Mitglieder  von  einander.  Unreinheit  des  Verhältnisses.  Ist  es  gefährlich,  wenn
der  Akademie  blofs  Vertheilung  der  Pension  bei  Berufung  eines  auswärtigen  Gelehrten
  zustände,  wenn  aber  Pensionirung  schon  zur  Akademie  gehöriger  Gelehrten
nicht  von  der  Akademie  selbst,  sondern  vom  Minister  des  Innern  (unter  gewissen,
ihm  vom  König  anbefohlenen,  unbedingt  zu  befolgenden  Vorschriften)  abhinge?

Wäre  folgende  Einrichtung  nützlich:  Der  gröfsere  Theil  des  Fonds  der  Akademie
  wird  zu  den  mit  ihr  verknüpften  Anstalten  und  zu  besonderen  wissenschaftlichen
  Arbeiten,  Versuchen  u.  s.  w.  verwandt.  Ein  kleinerer  Theil  der  Fonds  ist  Gelehrten
  bestimmt,  die  durch  frühere  Äufserung  ihrer  Thätigkeit  bewiesen  haben,  dafs
der  Staat  schuldig  sei,  ihnen  wissenschaftliche  Mufse  zu  verschaffen.  Alle  Mitglieder
haben  als  solche  eine  gleiche,  aber  darum  höchst  geringe  Besoldung,  den  Jeton,
dessen  Nothwendigkeit  selbst  noch  problematisch  ist.  Die  Akademie  wählt  auch
einheimische  oder  fremde  Mitglieder  ohne  Rücksicht  auf  die  Frage,  ob  sie  olıne
Zulage  und  Pension  den  Ruf  annehmen  können.  Ihnen  diese  Möglichkeit  zu  verschaffen.
  ist  das  Geschäft  des  Ministers  des  Innern.  der  aber  weder  Pensionen  einer
Klasse  willkürlich  zu  der  anderen  übertragen,  noch  Pensionen  über  gewisse  Grenzen
hinaus  zersplittern,  noch  sie  anderweitig  und  sattsam  vom  Staate  besoldeten  Personen
ertheilen  kann.

3.  Wissenschaftliche  Hülfsmittel.

Sammlungen  zur  Naturbeschreibung.  Vereinigung  des  Zerstreuten  unter  eine
Aufsicht,  wenn  auch  noch  nicht  in  ein  Local.  Mineralien  -Kabinet,  Zoologie  und
Anatomia  comparativa.  Naturalien-Kaınmer.  Menschliche  Anatomie  —  Sammlung
der  Thierarznei-  Schule.  Blochische  Saınmlung.  Pilanzensaminlung.  Herbaria,  Flora
und  Fauna  des  Vaterlandes.  Apparate:  Bücher  sind  wichtiger  als  Sachen.  Bibliothek,
  grofse  Königliche.  Minimum  des  jährlichen  Geldaufwandes,  un  gleichen  Schritt
mit  den  Fortschritten  der  Litteratur  zu  halten.  Ist  es  nützlich,  dafs  die  Akademische
Bibliothek  abgesondert  bliebe?  Observatorium.  Botanischer  Garten.  Chemisches
Laboratorium.  Antiquarium.  Sammlung  zerstreuter  Kunstwerke.  Ob  nicht  besser
zur  Kunstakademie?  Zu  den  Hülfsmitteln  gehören  auch:  Mechanicus,  Maler  für
naturhistorische  Gegenstände.  Möglichkeit  eines  freieren  Zugangs  zu  diesen  Saınınlungen.
  Über  die  auzuschaffenden  astronomischen  und  physikalischen  Instrumente
nufs  öffentlich  debattirt  werden.  Jede  Klasse  zeigt  an,  welche  Schriften  unentbehrlich
  sind.  Das  Speciellere  gehört  für  eigene  Regleinents  des  Botanischen  Gartens,
der  Sternwarte,  der  naturhistorischen  Sammlungen.