460  205.  Steixer’sche  Stiftung.

geben  sind,  mit  einem  vorgeschriebenen  Grade  von  Näherung  zu  bestimmen  seeignet
  sei.  —  Wiederholt  für  das  Jahr  1839,  dann  zurückgenommen.  GRräÄrFE  in
Zürich  erhielt  als  Anerkennung  eine  Geldsumme  (über  die  Verhältnisse,  die  es  unmöglich
  machten,  ihm  den  Preis  zuzuerkennen,  s.  Allg.  Deutsche  Biogr.  Bd.9  S.  573).

Gestellt  im  Jahre  ı837  für  das  Jahr  1839:  Die  auf  uns  gekommenen
Schriften  oder  Stücke  von  Schriften,  welche  den  Namen  von  Pythagoreern  und
Pythagorischen  Frauen  tragen,  sollen  nach  vorgängiger  Sammlung  und  Darlegung
des  zerstreuten  Stofls  ...  in  Beziehung  sowohl  auf  Sprache  und  Darstelluumweise
  als  auf  den  philosophischen  Inhalt  und  in  allen  übrigen  erforderlichen  Rücksichten
  einer  sorgfältigen  Kritik  unterworfen  und  über  ihre  Ächtheit  oder  Unächtheit
  ein  begründetes  Urtheil  gefällt  werden.  —  Das  Accessit  nit  50  Ducaten  erhielt
GRUPPE.

Gestellt  im  Jahre  1838  für  das  Jahr  1841  (doppelter  Preis):  Es
wird  gewünscht  erstens  eine  geschichtliche  Darstellung  der  Versuche,  die  Kirchenverfassung
  im  15.  Jahrhundert  zu  befestigen,  zu  erneuen  und  umzugestalten.  Mit
Weglassung  alles  Theologischen  und  Dogıinatischen  würde  also  von  den  Gründen
und  der  Art  der  Berufung  der  grofsen  Kirchenversammlungen,  ihren  Ansprüchen
und  Rechten,  ihrem  Verhältnils  zu  Pabst,  Geistlichkeit  und  Laienwelt,  ihrer  Geschäftsführung,
  dem  Abstimmen  und  Beschliefsen,  kurz  von  Alleın  zu  handeln  sein.
was  die  zum  Theil  gleichartigen,  zum  Theil  unter  einander  abweichenden  Formen
und  Zwecke  der  Concilien  von  Pisa,  Costnitz  und  Basel  betrifft.  Rückblicke  auf
die  früheren  und  Hinblicke  auf  die  späteren  Zeiten  dürften  zur  gründlichen  Erörterung
  des  Gegenstandes  beitragen.  Mit  dieser  geschichtlichen  Entwickelung  ist
zweitens  eine  Würdigung  der  leitenden  Grundsätze  und  eine  Beurtheilung  ihrer
praktischen  Anwendbarkeit  zu  verbinden.  Von  hier  aus  bietet  sich  drittens  Gelegenheit
  dar  zu  einer  Vergleichung  jener  Bestrebungen  des  15.  Jahrhunderts  mit
den  staatsrechtlichen  der  folgenden  Jahrhunderte,  damit  sich  zuletzt  ergebe,  ob  und
was  im  Allgemeinen  oder  Besonderen  für  eine  oder  für  alle  Zeiten  als  Wahrheit
und  Fortschritt,  oder  als  Irrthum  und  Rückschritt  zu  bezeichnen  und  welcher  ächte
Gewinn  der  Wissenschaft  und  Menschheit  überhaupt  daraus  erwachsen  sei.  —  Wiederholt
  für  das  Jahr  1844,  ungenügend  beantwortet  und  zurückgezogen.

Gestellt  im  Jahre  ı839  für  das  Jahr  1841  (Cornenıus'scher  Preis):
Es  soll  durch  Versuche  erinittelt  werden,  wenn  auch  nur  bei  einer  Pilanze,  worin
die  Wirkung  der  ınineralischen  Bestandtheile  und  der  Salze,  welche  sie  aus  dem
Boden  aufnimmt,  was  die  chemischen  und  physikalischen  Processe  bei  ihrer  Entwickelung
  anbetrifft,  bestehe,  mit  besonderer  Rücksicht  auf  die  Substanzen,  welche
sowohl  durch  Zersetzung  abgestorbener  Theile  der  Pilanzen  sich  bilden,  als  vun
den  Wurzeln  derselben  ausgesondert  werden  könnten,  insofern  dadurch  Thon,  Lyps.
und  andere  Bestandtheile  des  Bodens  zersetzt  werden  können.  —  Den  Preis  erhielt
Franz  Scatrze  in  Eldena.  —  Die  in  den  Jahren  1840  ff.  gestellten  Preisaufgaben
s.  unter  Nr.  212.

203.
(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  800).

Bestimmungen  für  die  Srrıner’sche  Stiftung.

Der  am  1.  April  1863  verstorbene  Akadeiniker  Jacob  Steiner  hat  in  seinem
Testamente  d.  d.  Bern,  ı2.  März  1863,  unter  Nr.  6  bestimmt,  aus  seiner  Hinterlassenschaft
  »eine  Summe  von  Achttausend  preufsischen  Thalern  an  die  Akademie
in  Berlin  abzuliefern,  welche  gebeten  werde,  diese  Summe  auf  pupillarische  Sicherheit
  zinsbar  anzulegen,  und  den  Reinertrag  alle  zwei  Jalıre  zu  Preisen  zu  verwen-