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216.  Monuses’s  Deukschrift  (Corpus  Inser.  Latinarum)  1847.

V.  Die  Art  der  Ausführung.

Bei  der  Ausführung  kommen  so  viele  persönliche  und  zufällige  Momente  in
Betracht,  dafs  sich  im  Allgemeinen  über  die  Art  und  Weise  derselben  wenig  sagen
läfst.  Das  Unternehmen  ist  weitläufig  und  kosthar  und  verlangt  grofses  Vertrauen  zu
dem  damit  Beauftragten.  Sind  bedeutende  Geldkräfte  und  yeeiynete  Individuen  nicht  zur
Disposition,  so  ist  es  besser,  dasselbe  zu  vertayen,  als  es  mit  halben  Mitteln  und  hallıem
Zutrauen  zu  beginnen.  Hat  ıman  aber  den  Beistand  der  Regierung  und  passende
Herausgeber  gefunden,  so  setze  ınan  diese  auch  in  den  Stand,  das  Werk  kräfüg
anzugreifen  und  schnell  zu  Ende  zu  führen.  Mag  die  Arbeit  gut  oder  schlecht  aısfallen,
  sie  wird  —  das  beweist  schon  Muratori’s  halbe  und  vorschnelle  Arbeit  —
für  Jahrhunderte  gültig  bleiben,  und  wenn  dies  einerseits  zu  grolser  Behutsanıkeit
in  der  Wahl  des  Zeitpunkts  und  der  Personen,  denen  ınan  sich  anvertraut,  veranlassen
  muls,  so  mufs  es  auch  andererseits  dahin  wirken,  den  Sparsamkeitspunkt,
dessen  Wichtigkeit  damit  nicht  verkannt  werden  soll,  nicht  in  den  Vordergrund  zu
stellen.  Beschleunigte  Ausführung  ist  in  jeder  Hinsicht  zu  wünschen,  sowohl  um
dem  Publikum  bald  ein  vollständiges  Werk  in  die  Hände  zu  geben,  als  auch  um
die  Arbeit  möglichst  frei  von  Supplementen!  und  aus  einem  Gusse  zu  liefern.  Dalfs
ınir  lieferungsweises  Erscheinen  schädlich,  ja  bei  jeder  Abweichung  von  der  rein
topographischen  Ordnung  unmöglich  scheint,  ist  oben  schon  gesagt;  es  ist  darauf
hinzuarbeiten,  nicht  einen  Anfang  bald,  sondern  in  kürzester  Frist  das  ganze  Werk  zu
geben.  Zu  dem  Ende  verzichte  der  Herausgeber  auf  den  Kommentar  und
trenne  von  der  Sammlung  die  Supplementarabhandlungen  und  diejenigen  Indices,
welche  mehr  wissenschaftliche  Arbeit  voraussetzen;  der  Index  nominum,  der  mehr
mechanische  Arbeit  erfordert  und  zunächst  das  Aufschlagen  erleichtert,  sollte  wo
möglich  mit  der  Sammlung  selbst  erscheinen,  schon  darum,  weil  voraussichtlich
durch  ihn  eine  Anzahl  doppelt  eingetragener  Inschriften  zum  Vorschein  kommen
werden,  die  man  noch  ausmerzen  kann,  wenn  der  Ind.  nom.  verfertigt  wird,  ehe
die  Samınlung  gedruckt  ist.  Aber  auch  andererseits  wird  man  die  Schädlichkeit
einer  stockenden  Ausführung  erkennen  und  mit  weiser  Liberalität  das,  was  doch
im  Laufe  der  Jahre  bewilligt  werden  muls,  lieber  gleich  zur  Disposition  stellen.
Denn  freilich  vermehrt  das  wirksamste  Mittel  zur  Beschleunigung  der  Sache,  die
Arbeitstheilung,  für  den  Augenblick  auch  bedeutend  die  Kosten.

Ob  es  möglich  und  für  das  Unternehmen  wünschenswerth  ist,  eine  Arbeitstheilung
  in  der  Art  eintreten  zu  lassen,  dals  für  Frankreich  und  Algerien  die  Arbeit
  in  Paris  gemacht  würde,  würde  voreilig  sein,  jetzt  zu  erörtern.  Jedenfalls
müfste,  damit  der  nicht  topographisch  geordnete  Theil  der  Samınlung  zu  Stande
kommen  könnte,  in  dieser  Instanz  ein  Austausch  der  Materialien  stattfinden.  Die
seguierschen  Vorarbeiten,  so  voluminös  sie  sind,  dürften  das  geringste  Motiv  zu  einer
solchen  Übereinkunft  sein.  Eher  mag  es  zweckmäfsig  scheinen,  die  Oberleitung
des  ganzen  Unternehmens  Mehreren  anzuvertrauen.  Erwägt  man  indels  einerseits
die  bei  jeder  Gelegenheit  zu  erwartenden  Kollisionen,  die  selbst  bei  beiderseitigem
besten  Willen,  ja  gerade  oft  in  Folge  der  Pflichttreue  entstehen  können,  und  die
Gefahr  einer  jeden  solchen  Kollision  für  den  Succels  des  ganzen  Unternehmens:
anderntheils  aber,  dafs  die  Vortheile  dieser  Theitung  auch  wohl  durch  Zuziehung
von  Hülfsarbeitern  zu  erreichen,  die  Nachtheile  aber  wohl  unvermeidlich  sind.  so
wird  man  diesen  Gedanken  wohl  fallen  lassen.  Jedenfalls  müfste,  wenn  Theilung

I!  Was  die  späteren  Bereicherungen  des  inschriftlichen  Vorraths  betrifft,  so  wird  es
passend  sein,  an  den  Plan  eines  C.I.1..  sogleich  den  eines  epigraphischen  Journals  anzuschlieisen,
  wie  dies  eigentlich  in  dem  Bulletino  des  röm.  Instituts  schon  existirt.  Die  Treunung
  des  epieraphischen  '[heiles  von  dem  übrigen  so  sehr  heterogenen  Inhalt  dürfte  allgemeinen
  Beifall  finden.