230.  Statut  der  CuArLotten-Stiftung  (1874).  619

zelnen  Wände,  die  Zählung  der  Grabplätze  und  die  darauf  bezügliche  Terminologie
  ihre  Erläuterung  finden.  Es  ist  den  Bewerbern  überlassen,  darüber  hinaus
die  Entstehung  der  Columbarien  und  deren  Chronologie  überhaupt,  ferner  die
Rechtsfrage  zu  erörtern,  auf  welchen  Momenten  die  Erwerbung  des  Grabrechts
theils  für  Genossenschaften,  theils  für  Individuen  berüht.  —  Den  Preis  erhielt
Hürsen  in  Rom.

Gestellt  im  Jahre  ı887  für  das  Jahr  1888:  Die  Schrift  Philon’s  de  opificio
  mundi  soll  in  neuer  Textbearbeitung  vorgelegt  werden,  wobei  von  der  Beschaffung
  neuen  handschriftlichen  Materials  abgesehen  werden  kann.  Die  kurzgefafsten
  Anmerkungen  sollen  hauptsächlich  die  textkritische  Methode  des  Bearbeiters
erläutern.  Sprachliche  Untersuchungen  sind  erwünscht,  litterarhistorische  und  quellenkritische
  Excurse  über  diese  Schrift  nicht  ausgeschlossen.  Es  wird  zugleich  der
Wunsch  ausgesprochen,  diese  probeweise  Bearbeitung  möge  die  Anregung  zu  weiteren
  Studien  geben,  die  ilır  Ziel  in  einer  auf  neuer  handschriftlicher  Grundlage
beruhenden  Philo-  Ausgabe  fänden.  —  Den  Preis  erhielt  Wrxpranp  in  Berlin;
einen  Nebenpreis  (1000  Mark)  erhielt  durch  besondere  Bewilligung  Coun  in  Breslau.

Gestellt  im  Jahre  1891  für  das  Jahr  1892:  Von  Damaskios  de  principiis
1I  $  204-239  soll  eine  kritische  Textbearbeitung  gegeben  und  eine  knapp  gefafste
Einleitung  über  Daınaskios’  Leben  und  Schriften  vorausgeschickt  werden.  Es  wird
die  Erwartung  ausgesprochen,  dafs  der  durch  diese  Probeleistung  sich  als  befähigt
ausweisende  Gelehrte  sodann  die  Neubearbeitung  des  Coınmentars  des  Proklos  zu
Platon’s  Republik  in  Angriff  nimmt.  —  Den  Preis  erhielt  Krorı  in  Breslau.

Gestellt  im  Jahre  ı895  für  das  Jahr  1896:  Cicero’s  Timaeus  soll  auf
Grund  des  veröffentlichten  Materials  in  neuer  textkritischer  Bearbeitung  vorgelegt
und  knapp  gehaltene  Prolegomena  über  die  Recension,  die  Authentie  der  Übersetzung
  und  die  Composition  des  beabsichtigten  Dialogs  vorausgeschickt  werden.
Man  wünscht  durch  diese  Aufgabe  die  Anregung  zu  geben,  die  Textgeschichte  des
sogenannten  Corpus  philosophicum  vom  Archetypus  an  genauer  zu  erforschen  und
eine  neue  Ausgabe  der  meistens  noch  nicht  in  befriedigender  Recension  vorliegenden
  Dialoge,  die  aus  jenem  Archetypus  stammen,  in  Angriff  zu  nehınen.  —  Den
Preis  erhielt  Prassere  in  Berlin;  einen  Nebenpreis  (1000  Mark)  erhielt  durch  besondere
  Bewilligung  Fries  in  Berlin.

Gestellt  im  Jahre  1899  für  das  Jahr  1900:  Die  griechischen  Doppelnamen
in  Aegypten,  mit  Ausschluss  der  römischen  Vor-  und  Geschlechtsnamen,  sollen  aus
der  Litteratur,  den  Inschriften  und  der  Papyrus-  und  Ostraka-  Überlieferung,  soweit
sie  veröffentlicht  sind,  zusammengestellt  und  Umfang  und  Entwicklung  dieser  Sitte
in  den  Grundzügen  dargelegt  werden.

230.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  1006).
Statut  der  CuarLorren-Stiftung  für  Philologie  (1874).

$ı.

Die  Charlotten  -  Stiftung  für  Philologie  ist  eine  der  gemeinnützigen  Stiftungen,
welche  die  am  8.  März  1871  zu  Pietra  Santa  bei  Livorno  verstorbene  Frau  Wittwe
Charlotte  Stiepel  geb.  Freiin  von  Hopffgarten  in  ihrem  am  ı1.September  1869  zu
London  errichteten  Testamente  mit  der  Bestimmung  gegründet  hat,  dafs  diese  Stiftungen
  sämmtlich  den  Namen  »Charlotten-Stiftung«  tragen  sollen.

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S  .
*  Die  Charlotten  -  Stiftung  für  Philologie  hat  die  Rechte  einer  juristischen  Person.
Ihren  Sitz  und  Gerichtsstand  hat  sie  in  Berlin.