234.  Antrag  der  Akademie,  den  Venus-Durchgang  betreffend  (1869).  643

Lanvorr,  Sommer  1882  bis  Winter  1891/92.
Diers,  Winter  1832/83  vor  seiner  Ernennung  zum  Extraordinarius  (4.  October  1832).
Koser,  seit  Winter  1897/98.

234.

(Vergl.  Geschichte  der  Akademie  S.  1008).

Antrag  der  Berliner  Akademie,  den  Venus-Durchgang  1874
betreffend  (1869).

An  den  Königlichen  Staatsminister,  Minister  der  geistlichen,
Unterrichts-  und  Medicinal-  Angelegenlıeiten,
Herrn  Dr.  von  Mühler,  Excellenz.
Betrifft  die  Beobachtung  des  Venus-Durchgangs
  vom  8.  December  1874
dureli  deutsche  Astronomen.
Berlin,  den  24.  Juni  1869.

Die  Königliche  Akademie  der  Wissenschaften  beehrt  sich  Ew.  Excellenz  das
Ersuchen  vorzulegen,  Vorkelrungen  für  die  Beobachtung  des  Venus-  Durchgangs
vom  8.  December  1874  durch  deutsche  Astronomen,  mit  Unterstützung  durch  Fahrzeuze
  der  Marine  des  Norddeutschen  Bundes,  zu  veranstalten.

Die  Astronomie  ist  für  die  genaue  Bestimmung  eines  ihrer  wichtigsten  Elemente,
  der  Entfernung  der  Erde  von  der  Sonne,  in  erster  und  weit  hervorstehender
Linie  auf  die  Beobachtung  der  Vorübergänge  der  Venus  vor  der  Sonnenscheibe  angewiesen.
  Die  Seltenheit  dieser  Constellationen,  welche  nur  nach  Zwischenzeiten
von  durchschnittlich  122  Jahren  paarweise  wiederkehren,  legt  derjenigen  Generation
  der  Astronomen,  welche  durch  die  Erscheinung  derselben  bevorzugt  wird,
die  Verptlichtung  auf,  aus  derselben  ınit  Verwerthung  der  Fortschritte  eines  ganzen
Jahrhunderts  den  möglichst  grofsen  Nutzen  zu  entnehmen,  welcher  nur  erzielt
werden  kann,  wenn  über  mehr  als  eine  llälfte  der  ganzen  Erdobertläche  ein  Netz
von  zahlreichen,  zweckmäßig  gewählten  und  wohl  ausgerüsteten  Beobachtungsstationen
  gespannt  wird.

Inmitten  der  Wirren  eines  mehr  als  europäisehen  Krieges  haben  die  Regierungen
  von  England,  Frankreich  und  Rufsland  der  Verwerthung  des  Venus  -  Durchgangs
  von  1761  für  die  Förderung  der  astronomischen  Kenntnifs  nachdrückliche
Unterstützung  angedeihen  lassen.  Dieselben  Regierungen  haben  keine  Opfer  gescheut,
  die  Beobachtungen  des  wichtigern  Durchgangs  von  1769  auf  einem  —  nicht
blofs  an  dein  Malsstab  der  Hülfsmittel  jener  Zeit  gemessen  —  wahrhaft  grofsartigen
Fufse  zu  organisiren  und  ihrerseits  nichts  zu  verabsäumen,  was  die  Möglichkeit
gewähren  konnte,  die  Ausnutzung  dieses  Durchgangs  erschöpfend  zu  machen.  Zu
ihnen  gesellten  sich  die  skandinavischen  Regierungen,  in  deren  Territorien  besonders
  günstige  Beobachtungsstationen  ausgewählt  werden  konnten.  Von  Seiten
deutscher  Regierungen  geschah  nichts,  und  die  Geschichte  der  Astronomie  würde
bei  der  Begründung  eines  der  fundamentalsten  Daten  für  die  Kenntnifs  des  Weltgebäudes
  von  einer  Mitwirkung  der  deutschen  Astronomie  überhaupt  nichts  wissen,
wenn  nicht  in  fremdem  Auftrage  einige  deutsche  Astronomen,  auf  Veranlassung  des
Königs  von  Dänemark  am  Nordeap,  und  auf  die  der  Petersburger  Akademie  in
Rulsland,  1769  Beobachtungen  des  Venus-  Durehrangs  angestellt  hätten.

Für  die  Beobachtung  der  beiden  jetzt  bevorstehenden  Venus-Durchgänge,
vom  8.  December  1874  und  vom  6.  December  1832,  geben  die  Sternwarten,  welche
in  neuerer  Zeit  auch  in  entlegxenen  Welttheilen  entstanden  sind,  noch  imıner  keinen
irgendwie  genügenden  Schlufs  des  notliwendigen  Netzes  vun  Stationen,  das  daher

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