$  38.  Dänischer  Krieg.  Ergebnis  und  Beurteilung.  179

entschädigüng  eingetretene  Verbesserung  der  Lage  der  preußischen
Staatsfinanzen  anstelle  der  früheren  vielgerühmten  preußischen  Sparsamkeit
  den  veränderten  Verhältnissen  entsprechend  den  Elbherzogtümern
  ein  größeres  Entgegenkommen  bewiesen  werden  können.
Die  Tatsache,  daß  Dänemark  in  großzügiger  Weise  den  in  seinem
Staateverbande  verbliebenen  kriegsgeschädigten  Untertanen  vollständigen
  Ersatz  gewährte,  bildete  für  die  Dänenfreunde  ein  gern  benutztes
  Aufreizungsmittel  gegen  die  neue  Herrschaft.  Aber  auch
von  deutschfreundlicher  Seite  wurde  es,  und  nicht  mit  Unrecht,
bitter  beklagt,  daß  Schleswig-Holstein  gegenüber  um  wenige  1000
Mark  gefeilscht  werde,  während  die  Herzoglich  Holsteinische  Familie
  voll  entschädigt  worden  und  für  Elisaß-Lothringen  auf  Kriegsschäden
  über  100  Millionen  Mark  ausgeworfen  Beien.?)  Wenn  die
preußischen  Minister  demgegenüber  einwandten,  die  großen  Bewilligungen
  für  Elsaß-Lothringen  gingen  das  Reich  an,  nicht  Preußen,
so  war  das  nicht  gerade  durchschlagend  ;,  eher  ließ  sich  der  andere
von  den  -preußischen  Vertretern  immer  wieder  vorgebrachte  Grund
hören,  daß  jede  Bevorzugung  der  neuerworbenen  Landesteile  Beschwerden
  der  älteren,  deren  Kriegslasten  ebenfalls  nur  sehr  mangelhaft
  ausgeglichen  worden  seien,  hervorrufen  werde.  Sehr  ungeschickt
war  es  aber,  zu  betonen,  daß  die  politischen  Verhältnisse  in  Elsaß-Lothringen
  den  Grund  der  hier  gewährten  ungewöhnlichen  Zuwendungen
  bildeten.  Denn  aus  solchen  Bemerkungen  konnten  die  Schleswig-Holsteiner
  fast  den  Schluß  ziehen,  daß  sie  für  ihre  zuverlässige
deutschfreundliche  Gesinnung  durch  Entziehung  von  Vorteilen  bestraft
  würden,  die  den  Elsaß-Lothringern  zuteil  wurden,  um  deren
Franzosenfreundlichkeit  zu  bekämpfen  und  ihnen  die  Zugehörigkeit,
zum  Deutschen  Reich  annehmbarer  zu  machen.  Ungeschickt  war  es
ferner,  worauf  auch  der  Abg.  Lassen  in  seiner  Rede  in  der  Sitzung.
des  Abgeordnetenhauses  vom  4.  Februar  1885  hingewiesen  hat,  daß
bei  der  großen  Zuwendung  von  41/,  Millionen  an  die  Provinz  Schleswig-Holstein
  in  dem  Gesetz  vom  9.  Juni  1875  nicht  gleichzeitig
auch  mit  einem  Schlage  alle  Schäden  von  1864  ausgeglichen  wurden,
oder  wenigstens  ausdrücklich  erklärt  wurde,  daß  die  Provinz  damit
endgültig  abgefunden  sei.  Dann  wären  die  fortwährenden  Anträge,
die  sich  noch  fast  20  Jahre  hinzogen,  vermieden  worden  und  es
wäre  Ruhe  eingetreten.  Endlich  mußte  die  Tatsache,  daß  im  Etat
für  Schleswig-Holstein  für  1867  1,7  Millionen  Mark  Dänisch  als
Ueberschuß  aus  den  Elbherzogtümern  ausgeworfen  waren,  notwendig
den  Anschein  erwecken,  daß  Preußen  diesen  Betrag  an  sich  genommen
  habe,  während  es  seine  Verwendung  im  Interesse  der  neuen
Provinz  verweigere.  Der  Hinweis  (S.  167),  daß  aus  diesem  Etat
posten  sich  noch  nicht  ergebe,  daß  Preußen  wirklich  den  Betrag
erhalten  habe,  war  wenig  geeignet,  die  aus  dem  klaren  Wortlaut
des  Etats  zu  folgernde  Vermutung  zu  entkräften.

Sonach  war  die  den  Schleswig-Holsteinern  von  den  obersten

vom  13.  Mai  &amp;  e  elig  in  der  Sitzun  des  Ab  esordnetenhauses
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