352  ,$  715.  Der  ‚Kriegsschädenersatz  in  der  französischen  Rechtslelre.

doit  $quitablement  y  avor  €gard,  si  l’&amp;tst  de  ses  affaires  le  lui  permet,;  mais
on  n’a  point  d’action  contre  l’Etst  pour  des  malheurs  de  cette  nature,  pour  des
pertes  qu’il  n’a  point  caus6es  librement,  mais  par  n6cessit&amp;  et  par  uccident,  en
usant  de  ses  droits.  J’en  dis  autant  des  dommages  caus&amp;s  par  l’ennemi.  Tous
les  gujeis  sont  exposes  &amp;  ces  dommages;  malheur  &amp;  celui  sur  qui  ils  tombent!
On  en  bien,  dans  une  societE,  courir  ce  risque  pour  les  biens,  puis  qu’on  le
la  vie.  Si  Il’Biat  devait  &amp;  rigueur  d&amp;dommager  tous  ceux  qui  perdent
  Fi  cette  maniere,  les  finances  publiques  seraient  bientöt  &amp;puisees;  il  Eaudrait
que  chacan  contribuät  du  sien,  dans  une  juste  proportion,  ce  qui  Berait  impraoticable.
  D’ailleurs  ces  dedommagements  seraient  sujets  &amp;  mille  abus,  et  d’u
detail  effrayant.  I  est  done  &amp;  pr&amp;sumer  que  ce  n’a  jamais  &amp;t£  I’intention  de
ceux  qui  se  amt  unis  en  societe.
Mais  il  est  träs-conforme  aux  devoirs  de  Etat  et  du  Souverain,  et  trös-squitable
  par  consäquent,  trös-juste  m&amp;me,  de  soulager  autant  qu’il  se  peut  les  infortunes
  que  les  ravıges  de  la  guerre  ont  ruines,  de  m&amp;me  que  de  prendre  soin  d’uno
famille,  dont  le  chef  et  le  soutien  a  perdu  la  vie  pour  le  service  Je  l’Etat.
Il  est  bien  des  dettes  sscr&amp;es  pour  qui  connait  Bes  devoirs,  quoiqu’elles  ne  donnent
point  d’action  contre  lui.
I.  Vattel  stellt  also  folgende  Grundsätze  auf.
Vorbereitung  von  Verteidigung  (oder  Gegenangriff)  angerichteten
Schäden  einerseits  und  den  vom  eigenen  Staat  angesichts  des  Feindes
verursachten,  insbesondere  den  Kampfschäden,  sowie  allen  vom  Feinde
herrührenden  Beschwerungen  andererseits.

a.  Für  die  erstere  Gattung  schulde  der  Staat  Ersatz.  Denn  diese
Schäden  seien  vom  Heimatsstaate  vorsätzlich  und  im  Interesse  der
heimischen  Kriegführung  herbeigeführt.

b.  Für  Kampfesschäden  und  alle  vom  Feinde  verursachten  Vermögensverluste
  schulde  der  Staat  keine  Vergütung.  Sie  seien
Unglücksfälle,  für  die  eine  Haftung  abzulehnen  sei.

Vattel  zieht  also  gleich  zahlreichen  gemeinrechtlichen  Schriftstellern
  (oben  $  7)  die  Grundsätze  des  bürgerlichen  Rechts  heran,
nach  denen  in  Ermangelung  eines  Verschuldens  für  einen  verursachten
Schaden  Ersatz  nicht  zu  leisten  ist.  Für  die  Aufrechterhaltung
des  dem  bürgerlichen  Recht  entstammenden  Grundsatzes:  „casum
sentit  dominus“  führt  er  als  rechtspolitische  Umstände  an  (vgl.
oben  S.  67°):  Der  Staat  würde  bei  Durchführung  der  Entschädigungspflicht
  auch  für  die  im  Kampfe  und  vom  Feinde  verursachten  Schäden
bald  finanziell  erschöpft  sein;  die  Aufteilung  wäre  ferner  undurchführbar
  und  schließlich  wäre  der  Staat  vielfacher  Uebervorteilung
ausgesetzt.  Eine  Rechtspflicht  des  Staates  zum  Ersatz  der  Kriegsschäden
  könne  also  nicht  in  Frage  kommen,  sondern  nur  die  Unterstützung
  der  durch  Kriegsbeschwerungen  in  ihrer  Vermögenslage
schwer  betroffenen  Untertanen.

II.  Vattels  Unterscheidung  hat  die  französische  Rechtslehre,
Rechtsprechung  und  Gesetzgebung  bis  zum  Weltkriege  beherrscht.
Sie  ist  auch  unbedingt  gerechtfertigt  und  die  Sonderung  der  Kriegsbeschwerungen
  in  die  beiden  von  Vattel  aufgestellten  Gatt
stellt  einen  unzweifelhafteh  Fortschritt  auf  diesem  Rechtsgebiet
Unrichtig  ist  nur  die  von  Vattel  gegebene  Begründung.  Der  Grund
dafür,  daß  die  vom  Heimatsstaate  vorsätzlich,  überlegt  und  ohne