&amp;  78.  Rrankreich.  Revolutionszeit  und  ersies  Kaiserreich.  367

«  „Le  mazimun:  des  meubles  meublants,  dont  on  pourra  ätre  indemniss,  demeure
fixö  au  double  du  revenu  net,  sans  que  'neanmeins  il  puisse  excöder  une  somme
de  2000  livres,  les  bestiaux  et  les  instruments  aratoires  except6s“.

DOI.  Auf  der  andern  Seite  hat  der  Konvent  den  Grundsatz  des
Rechts  auf  staatlichen  Ersatz  auch  auf  die  Schäden  des  Bürgerkriegs
ausgedehnt  durch  das  Dekret  vom  14  ventöse  an  II  (4.  März
1794),  dessen  Art.  1  bestimmt:

„I  sera  mis  &amp;  la  disposition  du  ministre  de  l’interieur  une  somme  de  20
millions,  pour  ätze  repartie,  d’apr&amp;s  les  bases  prescrites  par  les  lois  (nämlich  die
Gesetze  vom  27.  Februar  und  14.  August  1793  und  vom  6  frimaire  an  II),  aux
citoyens  qui  ont  &amp;prouv&amp;  des  pertes  l’invasion  et  les  ravages  des  ennemis  de
Vextsrieur  et  des  röbelles  de  Pint&amp;erieur  de  la  Köpublique“.

Wegen  dieser  Ausdehnung  auf  die  durch  die  Rebellen  (nämlich
die  Royalisten,  die  sich  in  Verbindung  mit  den  äußeren  Feinden  gesetzt
  hatten)  verursachten  Schäden  ergingen  dann  die  beiden  Dekrete
vom  14  ventöse  II  und  27  vendemiaire  an  IV  (8.  365),  die  den
Ersatz  vom  Nachweise  republikanischer  Betätigung  abhängig  ınachen
(certificatse  de  civisme).”)  Das  Prinzip  des  Gesetzes  vom  27.
Februar  1793  ist  durch  die  vorstehend  erwähnten  Bestimmungen
somit  in  doppelter  Beziehung  abgeschwächt  worden;  nur  Personen
von  erprobter  republikanischer  Gesinnung  erhalten  einen  Ersatz  und
auch  diese  nur  im  Falle  ihrer  Bedürftigkeit.®)  N

IV.  Die  Ausführung  der  vorstehend  erwähnten,  während  der
Revolutionszeit  entstandenen  Kriegsschädengesetze  begegnete  großen
Schwierigkeiten.

a.  Zunächst  fehlten  die  erforderlichen  Geldmittel.  Gelegentlich
der  Beratung  der  Kriegsschädengesetze  nach  1870  (unten  S.  375)
kennzeichnete  der  konservative  Abgeordnete  Michel  in  der  Sitzung
der  Assembl6e  nationale  vom  5.  August  1871  die  Vorgänge  mit
den  Worten:  „Le  Comite  6tait  d’autant  plus  large  dans  ses  promesses
qu’il  payait  Iort  peu.“  Man  beschränkte  sich  auf  Teilzahlungen
und  ließ  die  für  Lieferungen  oder  Kriegsschäden  ausgestellten  Bons
als  Zahlungsmittel  gelten,  so  zB.  beim  Ankauf  der  zum  Nationaleigentum
  erklärten  Güter.)  .

b.  Die  Vollziehung  der  Kriegsschädengesetze  scheiterte  aber
ferner  an  der  Trägheit  und  Böswilligkeit  der  mit  ihrer  Durchführung
betrauten  Beamten.  Wie  schon  (oben  S.  364)  erwähnt,  legte  das
Gesetz  vom  11.  August  1792  die  Feststellung  der  Kriegsschäden
in  die  Hände  von  Ortsbehörden.  Did  hierbei  beteiligten  Personen
gehörten  in  der  Regel  selbst  zu  den  Geschädigten  und  bewilligten
einander  gern  alles,  was  beansprucht  wurde.  Die  Gesetze  vom  27.  Februar
und  14.  August  1793  zogen  zur  Abetellung  der  hervorgetretenen  Mißstände
  besondere  Kommissare  aus  den  inneren  Departements  hinzu.

?)  Vgl.  hierzu  noch:  die  Gesetze  vom  10  flor6al  an  II  (29.  April  1793),  vom
23  und  27  vendsminire  an  IV  (15.  und  19.  Oktober  1795)  und  vom  26  nivöse  an
IV  (16.  Januar  1796).

®)  Danton  (vgl.  Henry  &amp;.  8.  O.  S.  21)  drückte  das  so  aus:  „le  döcret
proportionne  leg  secours  au  patriotisme  et  &amp;  la  fortune  des  citoyens

?)  Henry  ea.  a.  O.  8.  26.

vos