38?  $  83.  Das  Entschädigungsgesetz  vom  7.  April  1873.

Verteilung  gelangen.  Noch  geringer  waren  die  Zuweisungen  an  Paris
und  Umgegend  für  die  dort  dursh  die  zweite  Belagerung  und  den
Kommundaufstand  —  also  von  französischer  Seite  —  verursachten
Schäden.  Diese  sind  in  einem  Bericht  des  Seinepräfekten?)  vom
Oktober  1872  allein  für  die  Wiedereinnahme  von  Paris  durch  die
französischen  Truppen  auf  25,7  Millionen  berechnet,  auf  welche
durch  das  Gesetz  vom  6.  Dezember  1871  6  Millionen,  also  etwa  !/,  bewilligt
  wurden.  Zu  den  verbliebenen  rund  20  Millionen  traten  aber
ferner  als  besondere  Belastungen  von  Paris:  70  Millionen  Schäden
infolge  des  Kommuneaufstands  vom  18.  März  1871,  202  Millionen
für  die  Paris  äuferlegte  Kriegskontribution  von  200  Millionen,’)  zuzüglich
  der  Kosten  für  die  Beschaffung  dieser  Summe,  und  etwa
11  Millionen  für  sonstige  Ausgaben  und  Schäden  infolge  des  Krieges
und  des  Aufstandes,  insgesamt  also  rund  303  Millionen  Krancs.

II.  Im  August  1872  legte  die  Regierung  der  Nationalveraammlung
einen  Gesetzentwurf  vor  in  der  Absicht,  der  durch  die  Kriegsbeschwerungen
  überlasteten  Stadt  Paris  von  Staatswegen  eine  Beihilfe
  zu  leisten.  Es  sollten  der  Stadt  Paris  140  Millionen  aus  der
Staatskasse  zur  Verfügung  gestellt  werden  und  zwar  in  26  Jahreszahlungen.
  Man  ging  davon  aus,  daß  die  der  Stadt  Paris  auferlegte
Kriegskontribution  nicht  als  eine  örtliche,  sondern  als  eine  gegen
ganz  Frankreich  gerichtete  Kriegsmaßregel  aufzufassen  zei,  und  hielt
es  für  billig,  hiervon  etwa  33  auf  die  Staatskasse  zu  übernehmen.
Bei  der  Ausschußberatung  wurde  es  jedoch  für  angemessen  ierachtet,
  den  Gesetzentwurf  zu  erweitern,  und  auch  die  den  besetzt
gewesenen  Landesteilen  durch  die  Deutschen  zugefügten  Kriegsbeschwerungen
  endgültig  zu  erledigen.  Es  wurden  zu  diesem  Zwecke
zunächst  100  Millionen  in  Aussicht  genommen,  die  bei  der  Schlußberatung
  (Amendement  Passy)  auf  120  Millionen  erhöht  wurden.
Das  Ergebnis  der  vielfach  stürmischen  Verhandlungen‘)  war  das

Geseiz  vom  7.  April  1873,  qui  allous  &amp;  la  vide  de  Parie  une  somme  de  146
millione,  et  aux  depertomenis  onvahis,  une  SmmE  120  millione.

Art.  ler.  Il  est  allou&amp;  sur  log  fonds  du  tr&amp;sor:

1°  &amp;  la  ville  de  Paris,  une  somme  de  140,000,000

2°  aux  döpartements  envahis,  une  somme  de  120,000,000  fr.  pour  Ötre
appliquees  aux.  emplois  qui  seront  ci-apr&amp;s  indiqu6s,

Art.  2.  La  somme  de  140,000,000  fr.  accordee  &amp;  la  ville  de  Paris  par
article  ler  Sidenens  sera  pay6e  en  vingt-aix  annuit6s,  en  deux  termes  gemestriels
de  4,840,424f40c  chacan,  comprenant  }’amortissement  et  l’int6rdt  &amp;  cinqg  pour  cent.

Une  premiöre  somme  de  9,680,848f80c  est  inscrite  su  budget  da  ministöre
de  l’interieur,  exercice  1

Moyennant  cette  allocation,  la  ville  de  Paris  supportera

°  Le  payement  des  soldes  des  indemnit&amp;s  restant  dues  ur  la  r&amp;paration  d
dommagee  mat6riels  causes  &amp;  Finterieur  ou  &amp;  l’enwur  de  Paris  par  le  fait  des

op6ration&amp;  militaires  du  second  si
la  r&amp;paration  des  dommages  mat6riels  soufferts  par  les  propristse  mobi-1)

  Vgl.  Recueil  des  Trait&amp;s  III  S.  183  ff.

?)  Recueil  des  Traitss  IlI  S.  142  ff.  .o

8)  Vgl.  über  die  diese  betreffenden  Verhandlungen  Jules  Favre,  Gouvernement
  de  ia  döfense  nationale  (1872)  II  8.  .399;  Albert_Sorel,  Histoire  diplomatique
  de  la  guerre.  franco-allemande  11876)  ü  8.  177.

%)  Recaeil  III  5.  212ft.