$  87.  Englisch-amerikanische  Rechtslehre.  399

Verwaltung,  also  in  England  des  Königs  und  in  den  Vereinigten
Staaten  des  Präsidenten‘)  und  deren  Beamten.  Ein  Kriegsleistungsesetz
  im  kontinentalen  Sinne  ist  in  keinem  der  beiden  Staaten  von

den.  Da  der  durch  Martial  Law:’)  begründete  Eingriff  in  die
verfassungsmäßigen  Rechte  an  sich  ein  Unrecht  darstellt,  so  wird
in  England  bei  Beginn  jedes  Krieges  eine  Defence  of  the  Realm  Act
erlassen)  und  die  dadurch  nicht  gedeckten  Eingrilfe  durch  Indemnity
  ills  nach  Wiederherstellung  des  Friedens  rechtmäßig  gemacht.
  °  Für  solche  Schadenszufügungen  wird  stets  Entschädigung
gewährt,  deren  Höhe,  —  wenigstens  in  England  —  ‘durch  die  Verwaltung
  festgesetzt  wird.  ı)

2.  Bei  Zerstörungen  und  Beschädigungen  ist  wieder
zu  unterscheiden:

a)  Diese  Eingriffe  —  auch  Vernichtung  von  Gütern,  um  deren
Benutzung  durch  den  Feind  zu  verhindern  (Keport  No.  131  S;  2S1  ff.)
—  erfolgten  in  überlegter  Weise  und  im  Interesse  des  Staates,
also  im  Wege  der  Enteignung  zur  Vorbereitung  von  Angriff  oder
Verteidigung:  dann  ist  stets  Entschädigung  zu  gewähren,.  auch  hier
ohne  Unterschied  der  Staatsangehörigkeit  des  geschädigten  Eigentümers.*)
  In  welcher  Höhe  und  in  welchem  Verfahren  die  Entschädigung
  zu  gewähren  ist,  bestimmt  sich  nach  inländischem

t.»

b)  Beschädigungen  in  unmittelbarer  Verbindung  mit
den  Kriegsvorgängen  braucht  der  inländische  Staat  auch  dann
nicht  zu  ersetzen,  wenn  sie  von  den  inländischen  Truppen  herbeigeführt
  sind.)

16)  Vgl.  das  Urteil  des  Court  of  Appeal,  mitgeteilt  im  Manchester  Guardian
vom  2.  Juli  1915;  Bryce,  American  Commonwealth  (1910)  I  S.  54.

19)  Ueber  Martial  Law  vgl.

8  für  England:  Halleck-  Baker  I  S.  698,  603;  IL  S.  ö4;  Dicey
Introduction  to  the  study  of  tbe  law  of  the  constitulion  (6.  A.  1902)  S.  503
und  hierzu  Law  Quarlerly.  Review  Bd.  XIX  (1902)  S.  230;  ferner  ebenda  Bd.
XVUI  (1902)  S.  117  £f.,  133  £f.  162  ff.  Forsyth,  Cases  and  Upnnions
on  Constitautional  Law  (1869)  S.  207;  Pollock,  The  law  of  torts,  (3.
1908)  8.  a;  Wheaton-Atlay,  Elements  of  International  Lay  „4A  .  1904)

484;  edia  of  the  laws  of  England  Bd.  IX  S.  Gerland
wa  ei  Gere  wrertaunng  (1910)  Ar  S.  en;  Hatschek,  Engl:  sches  Staaterecht
  .

N  Pi  Vereinigten  Staaten:  Kent,  Commentaries  on  American
Law  ran  1896)  I  S.  67;  Bouvier,  Law  Dictionary  (1898)  II  S.  1210;
Inakruction  for  the  Government  of  armieg  of  the  United  Stateı  in  Ihe  Field
502)  geo.  *I  (bei  Halleck-Baker  II  S.  54;  Ashley,  American  Government
S.  282;  Hare,  American  Constitutional  Law  u  S.  924  ff.  („whatever

ng  .  necessary  for  self-defence  is  also  lawful‘).

Pl  Vgl.  Baty-Morgan,  War,  its  :conduct  and  legal  results  S.  7  ff.,

En  Clode,  Military  forces  of  the  Crown,  TI  S.  158.  Vgl.  Report  Nr.
184  8.  245%,  276;  Moore,  Arbitrations  IV  S.  83714  ff.;  Moore,  Internatienal
  law  VI  8.  902  ft.;  Davis  9.  S61'.

#7)  Report  Nr.  134  S.  276  ff.,  Davis  S.  350  („as  it  is  the  duty  to  protect
al  private  property  within  its  territorial  limis‘)  S.  352%;  Wheaton-Atlay

2»)  Davis  8.  3511;  Oppenheim  II  S.  320.
%)  Report  Nr.  184  3  274:  „The  Government  was  under  no  obligation