Höhe  gestatten.  Diese  Auszugmehle“)  sind  bis  jetzt  in  den  übrigen
Bundesstaaten  in  der  Höhe  von  30  Proz.,  teils  40  Proz.,  gestattet
worden.  Diese  Maßnahme  ist  in  jeder  Hinsicht  zu  begrüßen.  Es
werden  dadurch  unsere  Brotgetreidevorräte  gestreckt.  Wir  erhalten
ein  einheitliches  Mehl,  es  gibt  kein  reiche  und  arme  Leut-Mehl  und
Brot,  sondern  gleiche  Brüder,  gleiche  Kappen,  alle  Volksgenossen
werden  gleich  behandelt.

Zur  Streckung  unserer  Brotgetreidevorräte  habe  ich  am  9.  Oktober
  und  vorher  schon  in  der  Presse  die  Beimischung  von  Kartoffelund
  Gerstenmehl  unter  das  Brot  empfohlen.  Bezüglich  der  Kartoffel
liegt  eine  Verordnung  des  Bundesrats  vom  28.  Oktober  über  den
Verkehr  mit  Brot  vor.

Nach  §  1  dieser  Verordnung  müssen  die  Bäcker  dem  Weizen
  mindestens  10  Proz.  Roggenmehl  zusetzen  und  Roggenbrot
(§  2)  darf  nur  gebacken  werden,  wenn  zur  Bereitung  auch  Kartoffel
  zugefügt  werden,  und  zwar  entweder  Kaortoffelmehl,
oder  Kartoffelstärkemehl,  oder  Kartoffelflocken,  und  zwar
5  Gewichtsteile  auf  95  Gewichtsteile  Roggenmehl.  Es  dürfen
aber  auch  mehr  Kartoffel  verwendet  werden,  nur  muß  das  Brot  mit
dem  Buchstaben  K  bezeichnet  werden.

Bei  dieser  Gelegenheit  sei  bemerkt,  daß  nach  Versuchen,  die  in
der  Stadt  Gera  und  unterdessen  auch  bei  verschiedenen  Proviantämtern
  angestellt  worden  sind,  das  Brot  durch  den  Zusatz  von  gekochten
  Kartoffeln  besser  wird,  als  durch  Zusatz  von  Kartoffelmehl.
Auch  das  Proviantamt  Neu-Ulm  hat  bei  Herstellung  von  Kriegshausbrot
  das  festgestellt  und  noch  hinzubemerkt,  daß  1  Pfund  Kartoffelmehl
  30  Pfg.  kostet  und  1  Pfund  Kartoffel  nur  4  Pf.,  somit
ist  die  Beimischung  von  Kartoffeln  auch  billiger,  wie  die  Beimischung
von  Kartoffelmehl.  Die  Beimischung  von  Kartoffeln  (gequetscht  oder
gerieben)  ist  gestattet.

Meine  Anregung,  die  Gerste  zur  menschlichen  Ernährung  heranzuziehen,
  ist  vorerst  noch  unberücksichtigt  geblieben.  Ich  bin  aber
fest  überzeugt,  daß  auch  nach  dieser  Richtung  etwas  geschehen  wird.
Der  leitende  Gedanke  bei  all  dem  muß  aus  vaterländischen  Gründen
immer  wieder  der  sein,  eher  ein  unnötig  zuviel  zu  tun,  als  etwas,
was  sich  schließlich  noch  als  notwendig  später  herausstellen  könnte,
zu  versäumen.  Hierüber  an  anderer  Stelle.

6.)  Es  gibt  somit  zwei  Sorten  Mehl,  Feinmehl-Küchenmehl  und  Brotmehl.