wiegt,  weil  die  Verordnung  bloß  hinsichtlich  des  Verkaufes,  bloß  hinsichtlich
  des  Preises  hier  eine  Unterscheidung  macht,  aber  nicht  hinsichtlich
  des  Verbrauches  Vorschriften  enthält.  Der  Bierbrauer  ist
nicht  gebunden,  er  kann  kaufen,  was  er  mag.  Er  kauft  Futtergerste,
die  Verordnung  enthält  hierfür  kein  Verbot,  er  ist  in  keiner  Hinsicht
gebunden.  Der  eigentliche  Zweck  ist  vollständig  verfehlt.  Aber  auch
hier  gibt  es  noch  andere  Auswege.

In  dem  Augenblick,  wo  die  Gerste  vom  Handel  verschrotet  oder
die  Gerste  vermälzt  wird,  ist  die  Verordnung  wirkungslos,  weil  für
Gerstenschrot  und  Gerstenmalz  keine  Höchstpreise  vorgeschrieben  sind.
Die  Unterscheidung  zwischen  Futtergerste  und  Braugerste  sollte  den
Zweck  haben,  den  größeren  Teil  der  Gerste,  nämlich  die  Futtergerste
für  Fütterungszwecke  zu  reservieren,  um  so  den  Ausfall  an  Einfuhr
von  Futterstoffen  in  Norddeutschland  möglichst  auszugleichen.  Der
Zweck  wird  nicht  erfüllt.

Was  ergibt  sich  aber  für  die  bayerischen  Bauern?  Und  darauf
möchte  ich  auch  rechtzeitig  aufmerksam  machen.  Ich  möchte  an  unsere
bayerischen  Bauern  die  Mahnung  richten,  möglichst  wenig  Gerste
zu  verktiaufen  und  möglichst  ihre  Gerste  für  den  eigenen  Verbrauch
zu  reservieren.  Und  wie  rechtfertige  ich  diese  Mahnung?  Unsere
bayerischen  Bauern  haben  ihren  Viehbestand  durchzuhalten  und
brauchen  doch  auch  Futter.

1.  Man  verbietet  ihnen  die  Fütterung  von  Brotgetreide,  Roggen
und  Weizen.

2.  Man  schreibt  für  die  Getreidearten  einen  Höchstpreis  vor
für  den  Handel,  ohne  irgendwelche  Maßnahmen,  auch  den  Bauern
einen  Mindestpreis  zu  sichern.

3.  Die  Abfälle  aus  Weizen  und  Roggen,  nämlich  Kleie  und
Futtermehl,  die  er  dringend  für  seine  Wirtschaft  wieder  zu  Futterzwecken
  benötigt,  sind  im  Preise  nicht  gebunden.  Der  Höchstpreis
für  Kleie  ist  wirkungslos  für  den  Bauern.  Der  Bauer  muß  den
Preis  zahlen,  den  man  ihm  abverlangt.

4.  Und  das  ist  aber  nun  die  Hauptsache,  die  große  Masse  von
Futtermittel,  die  er  jahraus,  jahrein  in  Friedenszeiten  kauft,  sind
gewaltig  im  Preise  gestiegen.  Ich  gebe  im  Nachfolgenden  eine
Zusammenstellung  über  diese  Preise  nach  Tonnen.  (1  Tonne
20  Zentner.)