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für  Zwecke  der  menschlichen  Ernährung  rechtzeitig  zu  reservieren.
Warum?

Die  Resfervierung  der  Gerste  für  menschliche
Ernährungszwecke.

Für  die  menschliche  Ernährung  ist  Mehl  und  Brot  die  Hauptsache.
  Wir  wissen,  daß  wir  Roggen  bauen  für  12  Monate;  Weizen
für  8  Monate.  Das  ist  zutreffend  für  ein  normales  Erntejahr.

Nun  ist  die  erste  Frage  die,  ob  das  Jahr  1914  uns  eine
normole  Ernte  gebracht  hat.  Daß  sie  qualitativ  vorzüglich  ist,  wird
niemand  bestreiten:  Gott  schenkte  uns  eine  herrliche  Erntezeit.

Quantitativ  ist  heute  und  das  darf  nicht  verschwiegen  werden,
die  Einschätzung  der  Ernte  1914  sehr  umstritten.  Nun  kann  man
ja  die  Quantität  einer  Ernte  nicht  nach  einem  Dorf  oder  einem
Bezirksamt  beurteilen,  hier  kommt  nur  der  Ertrag  für  das  gesamte
deutsche  Wirtschaftsgebiet  in  Betracht,  und  übereinstimmend  hat  sich
nun  ergeben,  daß  Roggen,  teilweise  auch  Weizen,  in  ganzen  Länderstrichen
  schlecht  geerntet  wurde.  In  Roggen  ist  in  Bayern,  speziell
in  den  Hauptroggengegenden  der  Ernteertrag  ein  so  geringer,  daß
er  gerade  für  die  Saat  und  für  den  Hausverbrauch  zureichend  ist.
Das  gleiche  wird  aus  Württemberg  und  Baden  gemeldet.  Hierzu
kommt  noch,  daß  wir  im  Osten  in  der  Hauptroggengegend  durch  den
Einfall  der  russischen  Kohorten  immerhin  Verluste  durch  Vernichtung
der  Ernte  hatten  und  daß  wir  heute  auch  für  die  bis  jetzt  eroberten
Gebiete  eine  Versorgungspflicht  haben.  Auch  die  Kartoffelernte  ist
nicht  so  reich  im  Ertrag  wie  mon  angenommen  hat.  Hier  hat
sich  auch  das  wieder  bewährt,  was  die  Praktiker  schon  lange  wissen,
daß  man  erst  nach  dem  Drusch  die  Ernte  schätzen  kann,  nicht  mit
dem  Auge,  was  auf  dem  Felde  steht.

Eine  abgeschlossene  Erntestatistik  für  das  Jahr  1914  liegt  noch
nicht  vor.  Die  Erntestatistik  wird  immer  anfangs  Dezember  für
das  Reichsgebiet  durch  das  Kaiserliche  Statistische  Amt  bekanntgegeben.
  Sie  baut  sich  auf  auf  die  Berichterstattung  sämtlicher
Vertrauensmänner,  denen  in  den  ersten  Tagen  des  November  die
Saatberichterstattung  zur  Pflicht  gemacht  worden  ist.  Bei  aller  Gewissenhaftigkeit
  der  Vertrauensmänner  habe  ich  die  Überzeugung
gewonnen,  daß  diese  Statistik  bei  allem  guten  Willen  nicht  absolut
verlässig  ist.  Nun  ist  aber  die  Sache  viel  zu  ernst,  als  daß  man
irgendwie  mit  unsicheren  Faktoren  rechnen  dürfte.  Ich  wiederhole