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Hierüber  streite  ich  gar  nicht.  Theoretische  Erwägungen  scheiden  hier
vollständig  aus.  Wir  sind  in  einer  viel  zu  ernsten  Lage,  um  den
Kampf  um  Theorien  zu  führen.  Die  Frage  ist  einfach  die:  Ist  es
ein  Gebot  der  Notwendigkeit  und  Vorsicht?

Einer  Familie,  die  in  einer  Großstadt  wohnt,  rechts  und  links
umgeben  von  Nahrungsmittelgeschäften,  wird  es  niemals  einfallen,
im  Monat  August  sich  genau  zu  überlegen,  was  sie  des  Winters  über
benötigt  und  alle  nötigen  Vorräte  für  den  ganzen  Winter  ins  Haus
zu  tragen.  Das  hat  diese  Großstadtfamilie  nicht  notwendig.  Was
sie  braucht,  kann  sie  jeden  Augenblick  haben.  Ganz  anders  liegen
die  Verhältnisse  z.  B.  für  den  Meteorologen  auf  der  Zugspitze.  Er
weiß,  es  dauert  nicht  lange,  so  wird  er  eingeschneit  und  vom  Verkehr
  abgeschnitten.  Er  wird  infolgedessen  schon  vor  dem  Neuschnee
seinen  Lebensmittelplan  aufstellen  und  sich  danach  einrichten,  was
er  alles  für  den  Winter  braucht.  Er  wird  inmitten  seiner  Vorräte
sitzen.  Er  wird  seinen  Bedarf  und  seinen  Verbrauch  auch  regulieren
  und  die  Einteilung  auf  die  Vorräte  einrichten.

In  der  gleichen  Lage  sind  auch  wir.  Das  Deutsche  Reich  ist
heute  auch  zugeschneit,  abgeschnitten  von  allen  nennenswerten  Zufuhrstraßen,
  in  der  Hauptsache  auf  sich  allein  angewiesen,  und  man
wird  gut  daran  tun,  mit  dem  Allerschlimmsten  zu  rechnen,  dann  hat
man  gut  vorgesorgt.  Auch  der  Haber  kann  zur  menschlichen  Ernährung
  herangezogen  werden.  Ich  verweise  nur  auf  die  Habersuppeneinlagen.
  Früher  war  die  Habersuppe  die  Suppe  der  kranken  Leute.
Heute  findet  man  sie  bei  den  reichsten  Leuten.  Auch  Haberbrot  ist
sehr  gut  genießbar.  Im  Spessart,  in  der  Nähe  meiner  Heimat,  in
einigen  Teilen  des  Schwarzwaldes,  wird  Habermehl  unvermischt  oder
mit  Roggenmehl  vermischt  zu  Brot  verbacken.  Ich  kann  versichern,
daß  es,  wenn  es  richtig  gemacht  wird,  sehr  schmackhoft  ist,  mindestens
  aber  sehr  nahrhaft.  Ich  halte  es  jedenfalls  für  eine  Sache
der  Notwendigkeit  und  Vorsicht,  einen  Haberbestand  zu  reservieren.
Wir  haben  zum  Glück  dieses  Jahr  eine  vorzügliche  Haberernte,  quantitativ
  und  qualitativ.  Ich  glaube  nach  meinen  Beobachtungen  sagen
zu  dürfen,  daß  von  den  vier  Getreidearten  nach  dem  quantitativen
Erträgnis  Haber  an  erster  Stelle  kommt,  hierauf  Gerste,  dann  Weizen,
dann  Roggen.

Die  Fleischversorgung  und  unsere  Futtervorräle.

Unsere  Landwirtschaft  hat  in  dem  gleichen  Maße,  in  dem  die
Viehhaltung  gewachsen  ist,  d.  h.  die  Viehstapel  zunahm,  immer  mehr