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Futtermittel,  die  aus  dem  Ausland  bezogen  wurden,  verbraucht.
Wir  haben  nicht  nur  einen  Ausfall  an  Einfuhr  von  Brotgetreide,
speziell  Weizen  und  Haber.

Für  Futterzwecke  kommt  hauptsächlich  Gerste  in  Betracht  und
von  Roggen  und  Weizen  nur  die  im  Inland  anfallenden  Mühlenrückstände,
  Kleie  und  Futtermehle  und  das  Wintergetreide.  Bei  der
Gersteneinfuhr  ist  zu  unterscheiden  zwischen  Malzgerste  und  Futtergerste,
  welch  letztere  zum  billigeren  Zollsatz  eingeführt  wird.  An
Futtergerste  importierten  wir  im  Jahre  1912  55  Millionen  Zentner,
darunter  43  Millionen  Zentner  aus  Rußland.  Die  Gersteneinfuhr
  fällt  vollständig  aus.  Im  Jahre  1912  wurden  23  Millionen
  Zentner  Mais  eingeführt,  der  ebenfalls  direkt  oder  indirekt
verfüttert  wurde.

Außerdem  kommen  in  Weghfall  die  sämtlichen  importierten  überseeischen
  Kraftfuttermittel  und  Rückstände  aus  Olsamen,  wie  aus
Reps,  Rübsen,  Erdnüssen,  Seesam,  Leinsaat,  Baumwollsamen,  Soyabohnen,
  Palmkern,  Kobra,  Futterbohnen,  fast  ausschließlich  hochwertige
  Kraftfuttermittel,  so  daß  man  unter  Berücksichtigung  des  Minderanfalls
  von  Kleie  und  Futterstoffen  aus  der  Mühlenfabrikation
wegen  der  höheren  Ausbeute  mit  einem  Ausfall  von  Futter  von
130  Millionen  Zentner  zu  rechnen  hat.  Das  läßt  auf  den  ersten
Blick  erkennen,  daß  hier  außerordentlich  rationell  gewirtschaftet  werden
  muß,  um  unsere  Viehbestände  durchhalten  zu  können.  Als  Ersatz
  haben  wir  zunächst  nur  teilweise  das,  was  wir  an  Kartoffeln
durch  die  Einschränkung  der  Brennerei  ersparen.  Anderseits  entsteht
wieder  ein  bedeutender  Ausfall  dadurch,  daß  Verfütterung  von  Hintergetreide
  verboten  ist.  In  der  Hauptsache  sind  wir  für  Ersatz  von
stärkehaltigen,  stickstoffreichen  Futtermitteln  auf  die  Gerste  angewiesen.
Von  Bedeutung  ist  ferner  noch  der  Ausfall  der  Kartoffeleinfuhr  und
der  Mehreinfuhr  von  Bohnen,  Erbsen  und  Linsen,  die  beträchtlich
ist.  Zum  Glück  aber  hat  uns  das  Jahr  1913  eine  reiche  Ernte  an
Rauhfutter  und  Futterfeldgewächsen  gebracht.  Dieser  Ernteertrag  ist
ein  ganz  beträchtlicher.

Nichtsdestoweniger  muß  hier  mit  möglichst  sicheren  Zahlen  gerechnet
  werden.  Es  muß  rechtzeitig  alles  geschehen,  um  die  Vorräte
einzuteilen.  Hier  gilt  erst  recht  der  Satz,  daß  Preisregulierung  ohne
Vorratsregulierung  wirkungslos  ist.  Ich  habe  es  auf  der  Gesamtvorstandschaftssitzung
  des  Bayer.  Bauernvereins  vom  9.  Oktober  zu
diesem  Zwecke  für  notwendig  gehalten,  eine  Viehzählung  und  eine
Feststellung  unserer  Vorräte  vorzunehmen.  Beides  ist  bereits  durch