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Im  Interesse  der  Bauern  ist  noch  etwas  weiteres  notwendig.
Wenn  man  für  Getreide  Höchstpreise  festgesetzt  hat,  so  ist  es  notwendig,
  für  das  Vieh  gesetzliche  Mindestpreise  festzusetzen.  Wenn  die
Verminderung  der  Viehstapel,  wenn  auch  nicht  auf  einmal,  so  doch
allmählich,  immerhin  möglichst  rasch  aus  wirtschaftlichen  Gründen
erfolgen  soll  und  muß,  dann  darf  durch  das  eventuelle  gesetzlich  erzwungene
  Überangebot  der  Viehhalter  nicht  geschädigt  werden  dadurch,
  daß  die  Preise  zurückgehen.  Hier  muß  also  ein  gesetzlicher
Mindestpreis  vorgesehen  werden.

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Schlußwork.

Ich  bin  bei  diesen  Erwägungen  von  den  Leitsätzen  ausgegangen:

1.  Lieber  ein  Zuviel,  das  sich  später  als  unnötig  herausstellt,
  als  das  geringste  Versäumnis,  das  sich  später
bit  er  rächt.

Als  2.  Leitsatz  kam  für  mich  in  Frage:  Ohne  Vorratsregulierung
  und  ohne  eine  richtige  Verteilung  der  Vorräte
  sind  Höchstpreise  wirkungslos.

Das  Ergebnis  der  letzten  Tage  seit  Einführung  der  Höchstpreise
beweist  dies.  Übereinstimmend  lauten  die  Marktberichte  der  Getreidebörsen:
  „Vollständige  Geschäftslosigkeit.“  Die  Berliner  Börse  hat  in
den  letzten  Tagen  für  Weizen  und  Roggen  überhaupt  keine  offizielle
Notierung  mehr.  Gehandelt  wurde  nur  noch  in  Hafer.  Da  wir
jetzt  in  Hafer  auch  Höchstpreise  haben,  werden  wir  das  Gleiche  auch
in  Hafer  erleben.  Bereits  werden  Klagen  laut,  daß  es  an  der  Zufuhr
  fehlt.

Es  ist  erklärlich,  daß  die  erste  Hand,  d.  h.  die  Bauern,  durch
den  plötzlichen  Sturz  der  Getreidepreise  unangenehm  überrascht  wurden.
  Daß  dies  eine  gewisse  Zurückhaltung  zur  Folge  haben  wird,
war  vorauszusehen.  Das  ist  nur  die  Folge  des  Fehlers,  daß  die
Höchstpreise  zu  spät  gekommen  sind  und  das  geht  à  conto  des
Preußischen  Handelsministeriums,  in  dessen  Schoß  auch  alle  die  eben
besprochenen  Verordnungen  vom  28.  Oktober  1914  entstanden  sind.

Höchstpreise  zu  dekretieren  ist  nicht  schwer.  Wer  die  Gewalt
hat  zum  dekretieren,  der  kann  dekretieren.  Schwieriger  ist  es,  die

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