Folgen  im  voraus  zu  überblicken  und  auszugleichen.  Ich  habe  am

26.  Oktober  im  Bayer.  Kurier  in  der  Nr.  300  geschrieben:
„Es  wird  sich  noch  sehr  fragen,  welchen  Einfluß  die  Höchstpreise
auf  das  Angebot  von  Ware  haben.  Hierüber  möchte  ich  mich  in
keiner  Weise  äußern.  Das  hängt  mit  der  Kritik  zusammen,  die
ich  au  den  Höchstpreisen  ohne  gleichzeitige  Maßnahme  über  die
Verteilung  der  Vorräte  geübt  habe.  Es  werden  sich  ungeahnte
Folgen  zeigen.“

Die  Folgen  zeigen  sich  heute  schon.  Mir  ist  bekannt  geworden,
daß  eine  Großmühle  erklärte,  sie  habe  höchstens  noch  für  8  Tage
Mahlvorräte.  Da  die  Höchstpreise  den  Handel  fast  vollständig  ausschalten,
  fehlt  das  Organ  für  Verteilung  und  Zuleitung  der  Ware.

Die  kleine  Schweiz  hatte  es  unternommen,  nicht  nur  Preise
festzusetzen,  sondern  auch  in  der  Versorgung  staatlich  einzugreifen.
Die  Schweiz  ist  als  Käuferin  für  Getreide  aufgetreten,  nicht  allein
für  das  Militär.  Das  ist  irrig.  Man  hat  sich  in  der  Schweiz
fähige  Kaufleute  genommen  und  ein  staatliches  Handelsbüro  eingerichtet.


Um  derartige  weitgehendere  Maßnahmen  bezüglich  der  Verteilung
  der  Vorräte  kommen  wir  nicht  herum.  Man  bleibe  mir
ferne  mit  solchen  Redensarten  wie  Staatssozialismus  u.  dergl.
Lieber  mit  Staatssozialismus  satt  werden,  als  ohne  Staatssozialismus
Hunger  leiden.  Es  handelt  sich  um  die  Lösung  einer  Frage,  die
nicht  ernst  und  nicht  vorsichtig  genug  beurteilt  werden  kann.  Ohne
wirtschaftliche  Bereitschaft  keinen  Sieg!

S