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durch  seine  revolutionären  Sorgen  beschäftigten  Deutschland  nicht
die  gebührende  Beachtung  gefunden  hat,  über  diesen  Punkt  ausge
  führt:

„Einer  meiner  Freunde  hatte  auf  mein  Ersuchen  mehrere
Unterredungen  mit  den  Herren  Südekum  (dem  jetzigen  preuhischen
  Finanzminister,  damals  stellvertretenden  Vorsitzenden  des
Hauptausschusses  des  Reichstages)  und  Erzberger  und  bestärkte
  sie  durch  meine  Schilderung  unserer  Lage  in  ihren  Bestrebungen
  zur  Erreichung  der  bekannten  Friedensresolution.  Es
war  auf  Grund  dieser  Schilderung,  daß  die
beiden  genannnten  Herren  die  Reichstagsresolution
  für  einen  Verständigungsfrieden
durchsetzten,  jene  Resolution,  welche  soviel  Hohn  und  Spott
von  seiten  der  Alldeutschen  und  anderer  Elemente  geerntet  hat.
Ich  hoffte  damals  einen  Augenblick,  im  deutschen  Reichstag
  einen  dauernden  und  kräftigen  Verbündeten
  gegen  die  Eroberungspläne  der  Militärs
zu  finden.“  ·

Es  ist  wichtig,  diesen  österreichischen  Ursprung  der  Friedens—
resolution  festzuhalten  und  ihn  in  den  Zusammenhang  der  österreichischen
  Kriegspolitik  einzustellen.  Osterreich=  Ungarn
war  in  unserem  Bündnis  der  weitaus  schwächere  Teil.  Es  brauchte
unsere  militärische  und  finanzielle  Hilfe,  es  brauchte  sogar  zeitweise
  unsere  Unterstützung  mit  Brotgetreide,  und  es  brauchte  vor
allem  eine  fortgesetzte  moralische  Rückenstärkung  durch  Deutschland,
  letzteres  namentlich  seit  dem  Regierungsantritt  des
Kaisers  Karl.  Ja  es  brauchte  seit  jenem  Thronwechsel  die
größte  Wachsamkeit  von  unserer  Seite;  denn  der  junge  und
schwache  Kaiser  stand  offenkundig  unter  der  Einwirkung  seiner
klugen,  aber  klerikalen  Einflüssen  zugänglichen  und  zu  Frankreich
hinneigenden  Gemahlin  aus  dem  Hause  Bourbon-Parma.

Wie  notwendig  gegenüber  Österreich-Ungarn  die  äußerste
Vorsicht  geworden  war,  dafür  ist  ein  schlagender  Beweis  der
Brlef  des  Kaisers  Karl  an  seinen  Schwager
den  Prinzen  Sixtus  von  Parma.  Die  Echtheit  des
von  Herrn  Clemenceau  im  April  1918  im  Verlauf  einer
Polemik  mit  dem  Grafen  Czernin  veröffentlichten  Briefes  ist
zwar  damals  von  Wien  aus  mit  den  stärksten  Worten  bestritten
worden;  aber  alles,  was  seither  über  diese  Affäre  weiter  bekannt-