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Politik  veranstaltete  Sensation.  Herr  Erzberger  gab
sich  dazu  her,  die  Geschäfte  der  Wiener  Polititk
gegen  die  eigene  Regierung  zu  besorgen.  Statt
Österreich-Ungarn  bei  der  Stange  zu  halten  und  ihm  den  Rücken
zu  stärken,  verstand  er  sich  dazu,  sich  mit  den  weich  und  unzuverlässig
  werdenden  Bundesgenossen  hinter  dem  Rücken  der
eigenen  Regierung  zu  verbünden,  um  die  Stimmung  im  eigenen
Volke  zu  zermürben  und  damit  den  Boden  zu  bereiten  für  einen
Frieden  nicht  etwa  der  Verständigung,  sondern
  des  Verzichts  und  der  Unterwerfung,  wie
ihn  die  Wiener  Politik  uns  zumutete.  Die  männlichen  und  weiblichen
  Röcke,  vor  denen  Bismarck  so  eindringlich  gewarnt,  haben
dabei  ihre  verhängnisvolle  Rolle  gespielt.

Nach  außen  hin,  bei  unseren  Feinden  und  bei  den  Neutralen,
war  der  Erfolg  der  Erzbergerschen  Aktion  der  Eindruck,
daß  Deutschland  in  die  Knie  breche,  daß  das  deutsche  Volk  nicht
mehr  weiter  könne  und  jede  Hoffnung  auf  eine  glückliche  Beendigung
  des  Krieges  aufgebe.  Die  feindlichen  Staatsmänner,
die  von  dem  Brief  des  Kaisers  Karl  Kenntnis  hatten,
konnten  sich  die  Hände  reiben:  Nach  demmoral:schen  Zusammenbruch
  Österreich-Ungarns,  wie  er  in
dem  Kaiserbrief  zum  Ausdruck  gekommen  war,
kündete  sich  jetzt  in  der  Erzberger-Aktion  der
moralische  Zusammenbruch  Deutschlands  an.
Nun  brauchte  man  sich  nicht  weiter  zu  sorgen  und  nicht  weiter
um  Verständigung  zu  bemühen.  Die  noch  kurz  vorher  von
Frankreich  erstrebten  Aussprachen  mit  Vertrauensmännern  der
Wiener  und  der  Berliner  Regierung  unterblieben.  Dafür  aber
erklärte  der  englische  Minister  Carson  am  Tage  nach  der  Annahme
  der  Friedensresolution,  daß  Verhandlungen  mit
Deutschland  erst  möglich  seien,  wenn  die
deutschen  Truppen  hinter  dem  Rhein  ständen;
dafür  wurde  am  25.  Juli  1917,  also  sechs  Tage  nach  der  deutschen
Friedensresolution,  eine  im  britischen  Unterhause  von  Mc.  Donald
  und  Trevelyan  eingebrachte  Friedenearesolution
  mit  148  gegen  19  Stimmen  abgelehnt;  dafür  bekannte
sich  nun  am  30.  Juli  Herr  Ribot  in  der  französischen  Kammer
offen  zu  der  Forderung  auch  der  Angliederung  des  Saargebietes
und  der  Errichtung  eines  linksrheinischen  Pufferstaates;  dafür
zwang  schließlich  Lloyd  Geporge  am  11.  August  den  Arbeiter-