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das  ohnehin  verlorene  Galizien  zu  Polen  schlagen,  Polen  mit
Galizien  der  deutschen  Interessensphäre  überlassend.

Der  Immediatbericht  machte  im  deutschen  Hauptquartier
nicht  den  gewünschten  Eindruck,  und  zwar  gerade  wegen  seiner
Uebertreibungen.  In  den  nächsten  Monaten  wurden  die  Russen
aus  Galizien  verdrängt.  Im  Spätherbst  und  Winter  —  eine
Winterkampagne  sollte  nach  dem  Bericht  vollständig  ausgeschlossen
sein  —  eroberten  unsere  Bundesgenossen  mit  deutscher  Hilfe  in
glänzendem  Vorstoß  Venetien.  In  Wien  machte  die  deprimierte
Stimmung  einer  zuversichtlichen  Platz.  Man  sprach  nicht  mehr
von  Abtretungen  und  hatte  trotz  aller  Friedenssehnsucht  andere
Ambitionen.  Oesterreich  hat  bis  zum  Herbst  1918  durchgehalten,
und  es  war  auch  dann  noch,  trotz  der  großen  Entbehrungen,  kein
Grund  zum  Niederbruch  vorhanden.  Die  italienischen  Angriffe
wurden  abgeschlagen,  die  Italiener  befanden  sich  in  einer  bedenklichen
  Situation,  ihre  Hilferufe  wurden  aufgefangen,  man  war
mit  einem  Wort  diesseits  im  schönsten  Siegen,  als  das  berühmte
Manifest  gewissermaßen  die  Auflösung  der  Monarchie  verkündete.
  Die  Ungarn  zogen  sofort  ab,  und  damit  war  das  Schicksal
der  Monarchie  besiegelt.

Als  Herr  Michaelis  im  Sommer  1917  seinen  Antrittsbesuch
in  Wien  machte,  hat  Czernin  den  Vorschlag:  Abtretung  Elsaß-Lothringens
  an  Frankreich  gegen  Kompensation  durch  Ueberlassung
  Polen-Galiziens  meines  Wissens  zum  letzten  Male  wiederholt.
  Allein  das  polnische  Geschenk  war  von  zweifelhaftem  Wert.
Elsaß-Lothringen  hätten  wir  verloren,  es  wäre  ein  Frieden  der
Niederlage  gewesen.  Herr  Michaelis  sprach  diesen  Gedanken
offen  aus,  erklärte  aber,  den  Vorschlag  im  Auge  behalten  zu
wollen,  noch  seien  wir  aber  nicht  gezwungen,  um  solchen  Preis
den  Frieden  erkaufen  zu  müssen.  Heute  wird  man  vielleicht  sagen.
wir  hätten  besser  getan,  darauf  einzugehen.  Ebensogut  könnte
man  sagen,  wir  hätten  am  besten  getan,  in  den  kritischen  Julitagen
  1914  Elsaß-Lothringen  abzutreten,  um  damit  den  ganzen
Krieg  zu  vermeiden.  Es  gibt  gewisse  Dinge,  die  ein  Staat  nicht
wagen  kann.  Er  kann  nicht  seine  Niederlage  bekennen,  wenn  seine
Heere  an  allen  Fronten  siegreich  in  Feindesland  stehen  und  die
innere  Situation  trotz  mancher  Entbehrungen  intakt  ist.  Das
wäre  ein  unbegreifliches  Sichselbstaufgeben,  und  die  Folgen
eines  solchen  Schrittes  wären  nicht  abzusehen.  Ein  Staat  kann
die  Niederlage  erst  dann  bekennen  und  daraus  die  Schlüsse  zie-