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hen,  wenn  das  Volk  die  Niederlage  sieht  oder  wenigstens  die
kommende  Niederlage  fühlt.

Aus  der  erwähnten  Notiz  der  „Deutschen  Allgemeinen
Zeitung“  von  besonderer  Seite  muß  der  Leser  den  Eindruck  ge—
winnen,  daß  Herr  von  Bethmann  Hollweg  Erzberger  ob  des
Czerninschen  Berichts  vom  12.  April  ins  Vertrauen  zog  und  nach
Wien  sandte,  um  Kaiser  Karl  und  Czernin  aufzurichten  und
überstürzte  Friedensschritte  zu  verhindern,  eine  Aufgabe,  der  sich
Herr  Erzberger  erfolgreich  unterzog.  Wie  ich  höre,  bestreitet  Herr
von  Bethmann,  Herrn  Erzberger  Mitteilungen  aus  dem  Imme—
diatbericht  Czernins  gemacht  zu  haben  —  solche  Vertrauensselig—
keit  wäre  auch  unbegreiflich.  Er  bestreitet  desgleichen,  Herrn  Erz—
berger  nach  Wien  gesandt  zu  haben.  Dazu  lag  auch  kein  Anlaß
vor.  Es  wäre  eine  wunderliche  Idee  des  Reichskanzlers  gewesen,
eine  Kapazität  nach  Wien  zu  schicken,  um  auf  die  dortige  Regie—
rung  eine  rückenstärkende  Wirkung  auszuüben.  Dazu  standen  die
Botschaft  in  Wien  und  die  österreichisch-ungarische  Botschaft  in
Berlin  zur  Verfügung,  und  ich  habe  Grund  zu  glauben,  daß  Botschafter
  Prinz  Hohenlohe  und  meine  Wenigkeit  sowohl  Kaiser
Karl  als  auch  Czernin  vertrauter  waren  als  Herr  Erzberger.
Für  eine  moralische  Einwirkung  ist  aber  Vertrauen  eine  bessere
Grundlage,  als  parlamentarische  Geschicklichkeit.  Zudem  hat  Graf
Czernin  niemals  verfrühte  Friedensschritte  ohne  Deutschlands
Einverständnis  beabsichtigt.  Er  suchte  nur  wiederholt  Deutschland
selbst  zur  Nachgiebigkeit  zu  bewegen.  Die  Geschichte  von  der  Entsendung
  Herrn  Erzbergers  mit  der  Kampferspritze  nach  Wien  ist
daher  unverständlich.  Herr  Erzberger  hat  während  des  Krieges
oft  aus  eigener  Initiative  Reisen  ins  Ausland,  nach  der  Schweiz,
nach  Oesterreich  und  Ungarn  unternommen.  Er  versäumte  nicht,
vorher  beim  Reichskanzler  oder  im  Auswärtigen  Amt  zu  seiner
Orientierung  vorzusprechen,  und  man  suchte  seine  Sprache  zu
regeln.  Herr  Erzberger  berief  sich  dann  im  Auslande  auf  diese
Besprechungen,  und  man  hielt  ihn  für  einen  Abgesandten  der
Regierung.  Wiederholt  galten  Herrn  Erzbergers  Reisen  der
österreichischen  Hauptstadt.  Herr  Erzberger  hat  am  25.  April
1917  dem  Staatssekretär  Zimmermann  eine  Aufzeichnung  über
Besprechungen  in  Wien  am  22.  und  23.  April  mit  dem  Kaiser,
Mitgliedern  der  Familie  Parma  und  Braganza  und  dem  Grafen
Czernin  zugestellt.  Diese  Aufzeichnung  stimmt  selbst  nicht  recht
zu  der  Darstellung  der  besonderen  Seite  der  „Deutschen  All-