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nichts  bekannt.  Herr  Erzberger  habe  ihn  besucht  und  mit  ihm
über  die  Lage  gesprochen,  die  man  beiderseits  ziemlich  pessimistisch
beurteilt  habe.  Eine  Abweichung  der  Ansicht  müsse  er  bezüglich
der  Wirkung  des  U-Bootkrieges  feststellen.  Er,  Czernin,  habe
auch  diese  schon  damals  sehr  pessimistisch  beurteilt,  während  Herr
Erzberger  hoffnungsvoller  gewesen  sei.  —  Das  wird  durch  Herrn
Erzbergers  Aufzeichnung  vom  25.  April  bestätigt.  Ferner  hat
mir  Graf  Czernin  schriftlich  mitgeteilt,  als  er  später  den  Gebrauch
des  Immediatberichts  erfuhr,  den  Herr  Erzberger  für  nützlich
befand,  habe  er,  Czernin,  Herrn  Erzberger  veranlaßt,  nach  Wien
zu  kommen,  um  von  ihm  Rechenschaft  wegen  der  indiskreten
Verwertung  seines  Geheimberichts  zu  verlangen.  Auf  die  Folgen
aufmerksam  gemacht,  sei  Herr  Erzberger  sehr  erschüttert  gewesen
und  habe  seinen  schweren  Fehler  eingesehen.  Einwandfreies
Zeugnis  von  anderer  Seite  und  beweiskräftige  Dokumente  seien
für  die  Affaire  vorhanden.

Unter  diesen  Umständen  bekommen  die  Wien-Reisen  Herrn

Erzbergers  und  die  angebliche  Rettung  der  Situation  allerdings
ein  anderes  Gesicht.

XV.

Aus  der  Rede  Erzbergers  in  der  Nalionalversammlung
am  25.  Juli.

Am  30.  August  erhielt  der  Reichskanzler  durch  den  Nuntius
ein  Schreiben,  in  dem  ein  Angebot  Englands  vorlag,  dem  die
französische  Regierung  sich  angeschlossen  habe,  die  kaiserliche  Re—
gierung  möge  sich  für  die  Unabhängigkeit  Belgiens  erklären  und
Garantien  für  die  politische,  wirtschaftliche  und  militärische  Unab—
hängigkeit  des  Landes  geben.  Eine  versöhnliche  Antwort  werde
den  guten  Fortgang  der  Friedensunterhandlungen  erleichtern.
(Langandauerndes  Hört,  hört!  links.  Große  Bewegung.)  Wir
haben  hier  den  amtlichen  Schritt  einer  neutralen  Macht,  die
durch  ihre  Organisation  und  Ideenwelt  wie  wenige  in  der  Lage
war,  zu  beurteilen,  wann  ein  Friedensschritt  Aussicht  auf  Erfolg
hatte,  hervorgegangen  nicht  aus  eigener  Initiative,  sondern  um
einen  ausdrücklichen  Versuch  der  englischen  Regierung  mit  ausdrücklicher
  Ermächtigung  der  französischen.  Das  war  1917  eine
wohlbegründete,  wohlüberlegte  Friedensaktion  von  einer  neu-