bedingungen  aufrechterhalten,  den  die  En—
tente  in  ihrer  unverschämten  Antwort  vom
10.  Januar  1917  an  den  Präsidenten  Wilson  zusammengefaßt
  hatte?

Ich  kenne  das  Telegramm  nicht.  Weder  Herr  Michaelis
noch  Herr  v.  Kühlmann  haben  mich  damals  in  dieses  Ge—
heimnis  gezogen,  vielleicht  weil  ich  gerade  in  Urlaub  war.  Aber
in  unserer  Antwort  an  Herrn  Pacelli  steht  zu  lesen:

„Wenn  sich  unsere  heutigen  Gegner  darauf
  berufen,  daß  sie  als  Antwort  auf  die  Note
des  Präsidenten  Wilson  ihre  Kriegsziele  mitgeteilt
  hätten

Wie  dem  aber  auch  sei,  nachdem  Herr  Pacelli  im  Auftrage
  des  Kardinalstaatssekretärs  auf  Grund  des  Schrittes  des
britischen  Gesandten  beim  Vatikan  eine  speziell  auf  Belgien  bezügliche
  Anfrage  an  Deutschland  gerichtet  hatte,  ist  in  Verbindung
  mit  der  Beantwortung  der  päpstlichen
Friedensnote  die  belgische  Frage  in  Berlin  erneut
  aufgenommen  worden.  Am  9.  September  beriet
die  von  Herrn  Michaelis  einberufene  „Siebenerkommission“
  des  Reichstages  über  die  Papstnote.  Die  belgische  Frage
spielte  dabei  die  Hauptrolle.  Am  nächsten  Tage,  11.  September,
fand  im  Schloß  Bellevue  unter  dem  Vorsitz  des  Kaisers  ein
Kronrat  über  die  belgische  Frage  statt,  zu  dem  ich
telegraphisch  aus  Urlaub  zurückgerufen  worden  war.  über  den
Verlauf  dieses  Kronrates  möchte  ich  hier  mitteilen,  was  ich  schon
vor  Monaten,  also  gänzlich  unbeeinflußt  von  der  jetzigen  Erzbergerschen
  Darstellung,  für  den  dritten  Band  meiner  Darstellung
des  Weltkrieges  geschrieben  habe  und  was  schon  seit  Wochen  im
Satz  steht:

„Der  Reichskanzler  und  Herr  v.  Kühlmuann  machten
geheimnisvolle  Andeutungen  über  eine
Friedenesomöglichkeit,  die  sich  neuerdings  eröffnet
habe,  und  zwar  durch  Mitteilungen  eines  von  England
beauftragten  neutralen  Vertreters.  Voraussetzung  für  Friedensverhandlungen
  sei  unser  völliger  und  bedingungsloser
Verzicht  auf  Belgienz:  sie  befürworteten  diesen  Verzicht.
Demgegenüber  setzte  sich  der  Chef  des.  Admiralstabes
dafür  ein,  daß  jeder  Friede  uns  die  flandrische  Küste  bringen
müsse.  Die  Herren  von  der  Obersten  Heeres-