er  die  ihm  erteilte  Antwort  überhaupt  gar  nicht  erst  nach  Berlin
weitergab.  Wenigstens  hat  späterhin  im  Dezember  1917,  als  die
Angelegenheit  infolge  der  Veröffentlichung  der  russischen  Geheimdokumente
  öffentlich  erörtert  wurde,  das  deutsche  Auswärtige
Amt  erklärt,  daß  es  von  der  Bereitwilligkeit  der  britischen  Regierung,
  überhaupt  eine  Mitteilung  der  deutschen  Regierung  entgegenzunehmen,
  erst  durch  die  Erklärung  Balfours  im  Unterhaus
Kenntnis  bekommen  habe.

Und  die  britische  Regierung,  die  eine  vermeintliche
Friedensinitiative  der  deutschen  Regierung  mit  dieser  ablehnenden
  Kälte  aufnahm,  soll  wenige  Wochen  zuvor  ihrerseits  einen
Friedensschritt  bei  Deutschland  durch  Vermittlung
  des  Papstes  unternommen  haben?"  Soll  außerdem
ihren  Alliierten  bei  der  Beratung  über  die  vermeintliche  deutsche
Friedensinitiative  von  diesem  ihren  eigenen  Schritt,  der  nach  Erzberger
  zudem  in  Übereinstimmung  mit  Frankreich  unternommen
worden  sein  soll,  nicht  ein  Sterbenswörtchen  gesagt  haben?  —
Da  glaube  ich  doch  lieber  Herrn  Balfour,  der  erklärte,  niemals
  habe  sich  die  britische  Regierung  durch
dritte  Vermittlung  in  der  Friedensfrage  an
Deutschland  gewendet,  als  Herrn  Erzberger,  der
jetzt  plötzlich,  wo  ihm  das  Wasser  bis  an  die  Ohren  gestiegen  ist,
die  für  ihn  entlastende  Entdeckung  macht,  die  Reichsregierung
habe  im  September  1917  das  Verbrechen  begangen,  einen  englischen
  Friedensversuch  abzulehnen.

Aber  ist  denn  diese  Behauptung  des  Herrn  Erzberger  nicht
die  stärkste  Selbstbezichtigung?  —  Wir  wissen  durch
Herrn  Michaelis,  daß  Herr  Erzberger  das  Schreiben  des
Nuntius  Pacelli  an  den  Reichskanzler  bereits  kannte,  ehe  es
seinen  Adressaten  erreichte.  Und  wir  wissen  durch  Herrn  Erzberger
  selbst,  daß  er  auch  die  Antwort  des  Reichskanzlers
  an  den  Nuntius  erfuhr,  wenn  er  nicht
etwa  auch  diese  bereits  avant  la  lettre  gekannt  hat:

„Ende  September  war  ich  in  München.  Ich  kannte  den
Nuntius  seit  längerem  als  persönlichen  Freund.  Er  kam  mir
mit  Tränen  entgegen:  Die  armen  Völker!  Damit  war  der  von
England  über  den  Heiligen  Stuhl  eingeleitete  Versuch  erledigt.“

So  Herr  Erzberger!  Und  dieser  Herr  Erzberger,
der  heute  Sturm  läutet,  ging  damals  friedlich
nach  Hause.  Dieser  Herr  Erzberger,  der  fonst  von  In-Fort

  mit  Erpberger!  5