Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

  

vom  Reichskanzler  am  15.  Mai  im  Reichstag  abgegebene
Erklärung:

„Wenn  Rußland  weiteres  Blutvergießen  von  seinen
Söhnen  fernhalten  will,  wenn  es  alle  gewaltsamen  Eroberungspläne
  für  sich  aufgibt,  wenn  es  ein  dauerndes  Verhältnis
  friedlichen  Nebeneinanderlebens  zu  uns  herstellen
will  —  ja  dann  ıst  es  doch  eine  Selbstverständlichkeit,
daß  wir,  die  wir  diesen  Wunsch  teilen,  das  dauernde
Verhältnis  der  Zukunft  nicht  zerstören,  seine  Entwicklung
  nicht  durch  Forderungen  unmöglich  machen  werden,
die  sich  mit  der  Freiheit  und  dem  Willen  der  Völker  selbst
nicht  vertragen  und  die  in  das  russische  Volk  selbst  nur
den  Keim  zu  neuer  Feindschaft  legen  würden.“

Zwar  erzwang  der  Arbeiter-  und  Soldatenrat  Mitte
Mai  eine  Umbildung  des  Kabinetts,  bei  der  Miljukow
ausschied  und  Kerenski  das  Kriegs-  und  Marineministerium
übernahm.  Zwar  stellte  sich  die  neue  Regierung  grundsätzlich
  auf  den  Boden  eines  Friedens  ohne  Annexionen
und  Entschädigungen  und  des  Selbstbestimmungsrechts
der  Völker.  Aber  in  derselben  Kundgebung,  die  diese
Grundsätze  proklamierte,  lehnte  das  neue  russische
Kabinett  ,‚jeden  Gedanken  an  einen  Sonderfrieden“  ab
und  sprach  die  Erwartung  aus,  daß  „das  revolutionäre
Heer  Rußlands  nicht  die  Vernichtung  seiner  westlichen
Alliierten  durch  die  deutschen  Truppen  gestatten  wird,
damit  sich  diese  dann  mit  ganzer  Macht  auf  Rußland
werfen“

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