Aussichten  des  verschärften  U-Bootkriegs

und  anderen  Quellen  entnehmen  ließ,  die  Versorgung
der  britischen  Inseln  mit  Nahrungsmitteln,  insbesondere
mit  Brotgetreide,  knapper  als  in  irgendeinem  der  früheren
Kriegsjahre.  Um  die  Mitte  des  Januar  stellten  sich  nach
dem  ersten  englischen  Fachblatte,  dem  ,‚Grain  Seed  and
Oil  Reporter“,  die  sichtbaren  Bestände  Englands  an
Weizen  und  Mehl  auf  5  258  000  Quarters  gegen  6  336  000
und  5  882  000  Quarters  in  den  beiden  Vorjahren.  Infolge
der  schlechten  Welternte,  über  die  ich  bereits  früher
gesprochen  habe,  waren  die  Zufuhren  andauernd  ungenügend.
  In  den  sechs  Wochen  von  Anfang  Dezember
bis  Mitte  Januar  hatten  die  Einfuhren  von  Weizen  nur
2,1  Millionen  Quarterıs  erreicht,  gegen  3,4  und  3,3  Millionen
Quarters  in  den  beiden  Vorjahren.  Wenn  diese  an  sich
schon  knappen  Zufuhren  durch  den  uneingeschränkten
U-Bootkrieg  noch  weiter  eingeschränkt  werden  konnten,
dann  trat  der  Hungerkrieg  gegen  England  aus  dem  Bereich
  der  Phantasie  heraus  und  wurde  eine  praktische
Möglichkeit.

Trotz  dieser  erheblich  gebesserten  Aussichten  hatte  ich
die  Eröffnung  des  uneingeschränkten  U-Bootkriegs  am
1.  Februar  1917  bis  zum  letzten  Augenblick  mit  allem
Nachdruck  bekämpft.  Ich  hatte  es  für  notwendig  gehalten,
die  volle  Wirkung  der  Friedensaktion  abzuwarten  und
nicht  durch  Überstürzung  eine  noch  so  schwache  Möglichkeit,
  doch  noch  zum  Frieden  zu  kommen,  zu  zerstören.
Ich  war  ferner  der  Überzeugung,  daß  nichts  versäumt

3  Helfferich,  Weltkrieg  III  33