Verhalten  Österreich-Ungarns  zum  U-Bootkrieg



und  Dover  nach  England  gegangen  und  hätten  den  nördlichen
  U-Bootkrieg  paralysiert.  Um  aber  den  U-Bootkrieg
in  der  Adria  führen  zu  können,  mußten  wir  den  Deutschen
unsere  Stützpunkte,  wie  Pola,  Triest  und  Cattaro,  überlassen.
  Taten  wir  dies,  so  machten  wir  de  facto  den  U-Bootkrieg
  mit.  Unterließen  wir  es,  so  fielen  wir  damit  Deutschland
  in  den  Rücken  und  verhinderten  seinen  U-Bootkrieg,
d.h.  wir  kamen  in  direkten  Konflikt  mit  Deutschland.  So
gaben  wir  zu  diesem  Vorschlag  mit  schwerem  Herzen  unsere
Einwilligung,  nicht  gewonnen  durch  Argumente,  aber  bezwungen
  durch  die  Ohnmacht,  anders  handeln  zu  können.“
Diese  Äußerung  zeigt,  mit  welchem  Widerstreben  man
sich  in  Wien  zur  Beteiligung  an  dem  uneingeschränkten
U-Bootkrieg  entschloß;  sie  zeigt  aber  noch  mehr:  Die
Bemerkung  des  Grafen  Czernin,  daß  er  damals  ernstlich
die  Absicht  ventiliert  habe,  sich  in  dieser  Frage  von  Deutschland
  zu  trennen,  wirft  ein  Streiflicht  auf  die  Gestaltung
der  Beziehungen  zwischen  den  beiden  Bundesgenossen.
Das  Verhältnis  zwischen  Deutschland  und  Österreich-Ungarn
  stand  seit  dem  Ausbruch  des  Krieges  unter  der
Wirkung  starker,  sich  teilweise  widerstreitender  Einflüsse.
Der  Krieg  war  entstanden  aus  einem  Anlaß,  der  von
den  österreichisch-ungarischen  Staatsmännern  als  eine
unmittelbare  Lebensfrage  der  Donaumonarchie  aufgefaßt
worden  war,  während  er  uns  nur  mittelbar  dadurch
berührte,  daß  die  Erhaltung  Österreich-Ungarms  von
der  deutschen  Politik  als  ein  vitales  Interesse  auch  für  uns

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