Vom  U-Bootkrieg  bis  zur  Friedensresolution

aufgefaßt  wurde.  Aber  die  Koalition,  die  alsbald  gegen
uns  auf  den  Plan  trat,  richtete  ihre  Spitze  in  erster
Linie  gegen  Deutschland,  während  sie  Österreich-Ungarn
gewissermaßen  als  Feind  zweiten  Grades  behandelte.

Graf  Czernin  sagte  in  seiner  erwähnten  Rede:

„Wir  hatten  öfters  den  Eindruck,  einen  Separatfrieden
ohne  Deutschland  schließen  zu  können,  jedoch  niemals
wurden  uns  die  Bedingungen  genannt,  unter  welchen
Deutschland  seinerseits  Frieden  schließen  könne.  Niemals
wurde  uns  vor  allem  erklärt,  daß  Deutschland  seinen
vorkriegerischen  Besitzstand  würde  behalten  können,  und
immer  wurden  wir  dadurch  in  der  Situation  belassen,
einen  Verteidigungskrieg  für  Deutschland  führen
zu  müssen.  Wir  waren  durch  unseren  Vertrag  zur  gemeinsamen
  Verteidigung  des  vorkriegerischen  Besitzstandes
gezwungen;  dadurch,  daß  die  Entente  niemals  erklären
wollte,  daß  sie  mit  einem  Deutschland  sprechen  wolle,  das
keine  Eroberungsabsichten  habe,  daß  die  Entente  immer
erklärte,  sie  wolle  Deutschland  vernichten,  zwang  sie  uns
gewaltsam  den  Verteidigungskrieg  für  Deutschland  auf.“

Aus  dem  Krieg,  in  dem  der  deutsche  Bundesgenosse
der  in  ihren  Lebensgrundlagen  bedrohten  österreichischungarischen
  Monarchie  beisprang,  war  also,  nicht  etwa  nur
in  dem  Kopf  des  Mannes  auf  der  Straße,  sondern  auch  in
der  Vorstellung  des  die  auswärtige  Politik  der  Monarchie
leitenden  Staatsmannes  ein  österreichisch-ungarischer
Verteidigungskrieg  für  Deutschland  geworden!

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